Und was denkt Google, was Du willst?
"Hinter jeder Suchanfrage steckt das Bedürfnis nach Beantwortung einer Frage."
So bezeichnete Jörg Niethammer, Search Experience Manager bei der Hansgrohe SE, die Bedeutung der Suchintention auf der Campixx vorletzte Woche.
Tricky wird's dann, wenn die Suchanfrage für Dich zunächst so klingt, als ginge es um die Suche nach bestimmten Informationen, aber bei einem Blick in die SERP wird dann doch schnell klar: Eigentlich steckt die Suche nach einer Transaktionsmöglichkeit dahinter. Bei mehreren unterschiedlichen Suchintentionen, die auch noch von unterschiedlichen Zielgruppen verwendet werden, wird's dann noch kniffliger. Jörg hat diese Problematik in seinem Vortrag sehr anschaulich dargelegt und erzählt, wie er damit umgegangen ist.
Mein Main Take Away daraus...
... und auch aus einigen anderen Vorträgen:
Nutze die SERP als Tool!
Dort erkennen wir, welche Art von Suchintention(en!) in einer Suchanfrage stecken. Oftmals sind es ja durchaus auch mehrere Suchintentionen, die Google interpretiert.
Und dann stellt sich die Frage, ob die von Google interpretierte Suchintention überhaupt stimmt.
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Vielleicht sieht Google eine ganz andere Suchintention? (Vielleicht erinnerst Du Dich an Noras Lieblingsbeispiel "Puma", das sie Dir in ihrem Artikel zu fiesen TR-Stolpersteinen gezeigt hatte).
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Sophie Baumbach hat dazu auf der SEOkomm einen spannenden Vortrag gehalten, den Jolle für Euch zusammengefasst hat
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Vielleicht ist die Suchintention auch noch viel zu allgemein für deine Zielseite, bei der Du dann deutlich longtailigere Keywords fokussieren und eine andere Landingpage für das ursprüngliche Keyword bauen solltest.
Deine Zielseite sollte die Suchintention matchen!
Wichtig ist dann auch noch, die Zielgruppe, die ein Keyword verwendet, mit Deiner eigenen abzugleichen. Nicht vergessen: Es gibt fast immer verschiedene Begriffe, die man für die gleiche Sache verwenden kann.
Prüfe immer die Synonyme der Keywords, die Du betrachtest!
Besonders beeindruckend fand ich, dass Jörg das Thema SEO und Suchintention so gut intern bei Hansgrohe platziert hat, dass er mittlerweile danach gefragt wird, wie sie die Produkte nennen sollen. Dabei gibt er noch den Tipp, den Keyword-Fokus nicht als Teil von SEO zu kommunizieren, sondern als gesamtunternehmerischen Ansatz: Produkte sollten so und so benannt werden, weil Kunden es so und so nennen.
Jörg ist am Ende der Blick auf Umsatz das Wichtigste. Und der entsteht, wenn die richtigen User auf die Website kommen.
Suchvolumen ist nicht alles.
Ein paar weitere Tipps, die er zur internen Kommunikation gegeben hat:
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Tatsächlich jeden Einzelfall einmal betrachten. Nur mit einem Blick in die SERP kannst Du die Suchintention erkennen.
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Regelmäßige Schulungen (mindestens alle drei Monate) fördern das Bewusstsein im Unternehmen.
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Search-Intent-Schulungen mit der Produktabteilung können Falschbezeichnungen in der Produktentwicklung vorbeugen.
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Plakative Beispiele wecken auf! Vor allem auf C-Level sind einfache und banale Beispiele augenöffnend.
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Schau auch mal in Deine URL-Änderungen rein, ob sich die Suchintention verändert hat! Egal, ob sie sich tatsächlich geändert hat oder Google sie nur anders bewertet. Das ist relevant für Dich und den Fokus, den Du Deiner Zielseite geben solltest.
Prüfst Du regelmäßig die Suchintention Deiner wichtigsten Keywords? Wie läuft die Vergabe von Produktbezeichnungen in Deinem Shop ab?