Im Vortrag "Suchintention verstehen und für SEO nutzen -- Eine Erklärung anhand anschaulicher Beispiele" brachte Sophie Baumbach auf der SEOkomm in Salzburg für mich ein paar fundamentale Wahrheiten nochmal klipp und klar auf den Punkt:

Alt-Text: Sophie Baumbach vor ihrer Folie "Suchintention entlang der Customer Journey betrachten" auf der SEOkomm 2022
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An der Suchintention vorbei macht die Optimierung von Seiten überhaupt keinen Sinn. Wenn die Suchergebnisseite für "buch übersetzung" lauter Wörterbuch-Inhalte anzeigt, die Dir für den Begriff "Buch" die passende Vokabel einer anderen Sprache ausgeben, dann sollte Dein Verlag, der die Übersetzung ganzer Bücher als Dienstleistung anbietet, nicht auf dieses Keyword optimieren, sondern ein passenderes finden.
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Und das Passende ("bücher übersetzen") hat womöglich ein viel kleineres Suchvolumen, ist aber trotzdem das Richtige! Denn es spricht die richtige Zielgruppe an, die das Potenzial mitbringt, auf Deiner Website zu konvertieren.
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SERP-Features (PAA → Know, Local Pack/Google Maps → Visit in Person etc.) sind eine riesige Hilfe, um die Suchintention korrekt zu interpretieren, aber sie sind nicht eindeutig.
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Ganz grobschlächtig lassen sich Suchintentionen entlang der Customer Journey abbilden, aber auch hier haben wir keine Eindeutigkeit.
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Die Punkte oben zeigen: Es gibt viel mehr als "Know", "Know Simple", "Do", "Website" und "Visit in Person", so wie Sistrix die gängigen Suchintentionen beispielsweise gut erklärt. Hier kommt es wirklich auf den konkreten Blick in die SERPs am Einzelbeispiel an, wenn man verstehen möchte, welche Suchintention Google hinter einer Suchanfrage bei den Suchenden vermutet.
Daraus folgt auch: Noch skaliert das Mapping von Keywords auf die passende Suchintention für große Keyword-Sets nicht und ist für die meisten SEOs Handarbeit. Tools können diesen Prozess unterstützen. Sistrix gibt selbst anhand der SERP-Features eine Einschätzung ab; Keyword Insights zählt die Anzahl von Wissensartikeln vs. Ecommerce-Seiten der Top-Ergebnisse und leitet daraus die Intention ab.
Doch spätestens, wenn es ans Briefing bzw. an das Schreiben der Texte geht, musst Du Dir die einzelnen Keywords plus deren SERPs nochmal genauer ansehen. Sonst geht beim Datendengeln im Spreadsheet leicht unter, dass der "headhunter bremen" im Gegensatz zum "headhunter münchen" oder dem "headhunter köln" keine Recruiting-Services in der genannten Stadt anbietet, sondern ein weiteres Exemplar für schier atemberaubend großartige Wortspiele in der Welt der Friseure abgibt.
Der gesunde Menschenverstand, mit dem wir alle versuchen, an die Sache ranzugehen, führt uns eben hin und wieder gehörig in die Irre.