“Aber was suchen denn unsere Kunden?”
“Welche Keywords gibt es zu unserem Thema?”
“Und welche Nebenkeywords dürfen wir nicht vergessen?”
Was, wenn wir uns mal von diesen Fragen lösen und tatsächlich dem Kern auf die Spur gehen?
Neben den Themen Brand, AI und EEAT hab ich mich auf der Campixx vorletzte Woche von dem Gedankenspiel mitreißen lassen, in Problemen statt in Themen zu denken. Auch wenn die Bedeutung von Brand Mentions, Chatbots und AIOs in aller Munde ist, mochte ich das Gedankenspiel einer Problemrecherche statt einer Themenrecherche.
Menschen kaufen doch, um ein Bedürfnis zu befriedigen. Hinter jedem Bedürfnis steckt ja quasi ein Problem, etwas, das gerade nicht gelöst ist, denn sonst gäbe es kein Bedürfnis, etwas zu ändern.
Prinzipiell wäre damit auch schon schlicht das Fehlen von etwas ein Problem.
Frag nicht, wie ich auf dieses Beispiel gekommen bin, aber mal angenommen: Du fährst am Wochenende an den See, hast aber gerade gar keine Badekleidung im Schrank, weil Du ausgemistet hast. Also musst Du etwas kaufen. Das ist der gängigste Kaufprozess: Ich weiß, mir fehlt noch was. Ich gehe auf die Suche und gucke bei unterschiedlichen Anbietern, die ich beim Googlen finde, was mir gefällt. Bis ich mich irgendwann für ein oder zwei Bestellungen entscheide. Das Spannende bei diesem Szenario mit dem “Mal-eben-schnell-bestellen” ist, dass ich hier noch gar nicht daran denke, welche Probleme ich mit meiner Badekleidung haben könnte. Wer seine neue Badekleidung schon letztes Wochenende ausprobiert hat, musste wahrscheinlich feststellen, dass er total blöde Bräunungsstreifen bekommen hat, die sich nun im Abendkleid auf der Hochzeit des besten Freundes abzeichnen werden. Diese Person ärgert sich nicht nur, sondern hatte weder beim Googlen daran gedacht, dass das überhaupt ein Problem werden könne, noch, dass es sogar Bademode gibt, die die UV-Strahlen durch den Stoff lässt, wodurch man auch unter dem Badeanzug braun wird.
Wenn Du nun für Deinen Shop eine Recherche machst, die sich auf Probleme fokussiert, wäre Dir dieses Problem auf jeden Fall über den Weg gelaufen und Du könntest zumindest die tausend Leute, die im Monat nach einer solchen Lösung suchen, abfangen und vielleicht sogar auch Unwissende auf Deine Problemlösung aufmerksam machen.
Wo Du Probleme finden kannst:
- Gespräche mit Deiner Zielgruppe (Sprich mal mit dem Customer Service und lass Dir erzählen, welche Probleme die Menschen kommunizieren)
- Amazon-Bewertungen (Schau auf die schlechten, aber auch auf die guten Rezensionen, um Probleme in Form von Beschwerden und in Form von erfolgreicher Problemlösungen zu finden)
- Social, je nach Zielgruppe eher LinkedIn oder eher Facebookgruppen (Beiträge und Kommentare)
- Foren
Wenn Du einen Haufen Probleme (in Deiner Recherche) beisammen hast, geh die Liste durch und überlege mal, ob links und rechts eines Problems noch mehr steckt: Weitere Gefahren? Andere Probleme, die direkt mitgelöst werden, woran der User aber noch gar nicht denkt? Vielleicht auch weitere Chancen?
Wenn Du Mehrwert schaffst, wofür die Menschen am Ende wirklich dankbar sind, kommen sie bestimmt wieder. Vielleicht kannst Du dann auch noch Deine Brand Mentions steigern.
Großes oder kleines Problem – Ich finde es total wichtig, sich damit zu beschäftigen, was Menschen wirklich bewegt und worin Du wirklich Mehrwert schaffen kannst. Nicht nur Mehrwert im zugeklatschten Google Index, sondern für echte Probleme, die Du lösen kannst.