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Indizien, dass ChatGPT die Google-Suchergebnisse verwendet, hat Florian Dir vor ein paar Wochen bereits aus den Untersuchungen von Alexis zusammengetragen. Diese Annahme hatte Aleyda nun nochmal mit einem eigenen Test festgenagelt.

Was waren Aleydas Testergebnisse?

Sie hat eine neue URL veröffentlicht, ohne sie bei Google oder Bing zu submitten. Die URL war nicht indexiert und für ChatGPT mit aktiviertem Search-Feature “nicht öffentlich zugänglich”. Auf der Suche nach der Seite hat ChatGPT eine “site:URL”-Abfrage durchgeführt.

Im Gegensatz dazu konnte Gemini den Seiteninhalt problemlos aufrufen und lieferte eine korrekte Zusammenfassung des Inhalts. Das alles noch bevor Google indexiert hatte.

Erst nach der Einreichung der Seite bei der Google Search Console wurde sie von Google indexiert, während Bing weiterhin Probleme hatte.

Obwohl die Seite laut GSC bereits indexiert war, konnte ChatGPT sie zunächst nicht finden. Erst als die URL in den Google-SERPs (via „site:URL“-Abfrage) erschien, begann ChatGPT, eine unvollständige Antwort zu liefern. Spannend: Die Antwort entsprach genau dem Google-Snippet. ChatGPT bestätigte auf Nachfrage, dass es den Inhalt aus einem cached Snippet aus der Websuche gezogen hatte. Selbst nachdem die Seite später von Bing indexiert wurde, verwendete ChatGPT weiterhin ausschließlich das Google-Snippet – nicht aber die Bing-Quelle.

In einer Ausgabe von “Crawling Mondays” lieferte Aleyda noch einen spannenden Zusatz: Das Snippet entsprach nicht den gepflegten Title- und Description-Angaben, sondern war von Google selbst gesetzt. Ein noch deutlicherer Hinweis darauf, dass ChatGPT einfach den Inhalt aus der Google-Suche übernommen hat.

Welche Erkenntnisse ziehen wir daraus?

ChatGPT vertraut den Google-SERP-Snippets als sekundäre Quelle – insbesondere dann, wenn Bing keine liefert. Womöglich werden die Google-Suchergebnisse nicht nur als Fallback-Lösung genutzt, sondern auch initial.

Gemini hingegen sucht direkt live auf Seiten und liefert somit vollständige Antworten.

Wir können nicht davon ausgehen, dass ChatGPT die Seiten besucht und verarbeitet hat, die es für die generierte Antwort heranzieht. Selbst bei Quellennennung gibt es dafür keine Garantie. Auch dann nicht, wenn das Search-Feature aktiviert ist.

Für die alltägliche SEO-Arbeit folgt daraus: SERP-Snippets bleiben relevant. Auch wenn Google sich häufig Keyword-spezifische Snippets aus dem Seiteninhalt generiert, lohnt es sich, hier selbst möglichst viel Kontext mitzugeben – insbesondere in den Meta Descriptions. Überraschung: SEO ist also nicht überflüssig geworden. Indexierung und gute Snippets bleiben relevant.

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