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Von Tom Cappers Vortrag zu Googles Verteidigungskampf gegen AI-Content habe ich auf dieser SMX einiges mitgenommen. Es ging zwar weniger um AI, als ich beim Titel des Vortrags erwartet hatte, aber es hat mich trotzdem nicht enttäuscht.

Formal hat mir gefallen, dass seine Graphen nicht groß für Slides geschönt wurden, sondern fehlende Daten offen zugegeben wurden und er mit kurzen Statistik-Disclaimern an passender Stelle keine falschen Versprechungen über seine Daten gemacht hat.

Inhaltlich ging es um die Probleme der aktuellen AI-Entwicklungen für Google. Was sind die Probleme für verschiedene Search Intents, welche Möglichkeiten hat Google damit umzugehen und natürlich, was bedeutet das für uns SEOs?

Tom hat zwischendurch die Meinung anklingen lassen, dass Google generell versuchen wird, AI-Content aus den SERPs zu halten. Ich halte das für diskutabel, aber zumindest für YMYL Themen macht es für Google sicherlich Sinn, halluzinierende Algorithmen mit Vorsicht zu behandeln.

Ich möchte jetzt nicht seinen Vortrag mit Dir Nachtanzen, sondern die wichtigsten Gedanken daraus kurz umreißen:

Es gibt zwei Klassen von Google Updates 

Um die Möglichkeiten Googles erklären zu können, gab es einen Ausflug in das Thema Google Updates und was Google verfolgt. Für Tom gibt es 2 Arten von Google Updates.

1\. Spezifische Updates

Denk an die Einführung neuer Ranking Faktoren, wie Core Web Vitals oder Ähnliches. Google gibt bei diesen Updates konkrete Empfehlungen und versucht, Webseitenbetreiber dazu zu bringen, konkrete Guidelines zu erfüllen. Ziel von Google ist es hier nicht Google zu verbessern, sondern uns dazu zu bringen, es Google einfacher zu machen.

Der tatsächliche Rollout dieser Updates ist meistens sehr vorsichtig, die SERPs bewegen sich kaum und erst über Monate und Jahre entwickelt sich der Effekt, sodass mitunter gar nicht unterscheidbar ist, ob Seiten, die die Anforderungen nicht erfüllen, es tatsächlich schwerer haben, oder ob einfach jeder aus Angst vor negativen Konsequenzen sich bemüht, die Guidelines zu erfüllen.

Auch das Helpful Content Update ist so eines. Ziel von Google ist es hier, SEOs davon zu überzeugen, dass AI-Spam keine Zukunft hat.

2\. Vage Updates

Wenn Google die Ranking-Algorithmen optimiert, bleiben sie vage. Bei den klassischen Core Updates, aber auch bei ein paar anderen Updates, antworten John Mu und Co auf die Frage, was wir SEOs tun können, gebetsmühlenartig, dass wir guten Content machen sollen. Zu viel verraten, ermöglicht es, das System zu gamen, das Google gerade verbessern will. Und deshalb lassen sie es.

Wenn größere dieser Updates kurzfristig oder gar nicht angekündigt aufschlagen, geht es in den SERPs häufig hoch her. (Medic Update und Ähnliches). Über die Jahre sind diese Updates immer häufiger geworden und Google iteriert immer schneller, um den Algorithmus zu optimieren.

Die Möglichkeit, schnell und billig mäßig wertigen Inhalt zu produzieren, muss Google mit optimierten Algorithmen beantworten. Einer der wichtigsten Hebel wird es sein, die Qualität und Vertrauenswürdigkeit der Quellen zu erkennen. Darauf werden Core Updates in Zukunft stärker abzielen.

Google testet

Manche Suchintentionen sind für Google sowieso Loss Leader und lassen sich nur schwer monetarisieren, aber trotzdem sind Chatbots wie Bard nicht unbedingt die beste Lösung für jede Nutzerintention. Google wird weiter SERP-Integrationen und Ähnliches testen und das Nutzererlebnis optimieren. Wir konkurrieren für unsere Klicks nicht nur mit anderen Domains, sondern auch mit SERP-Integrationen. Das muss man im Blick behalten.

Was musst Du jetzt tun:

Tom hat es auf 3 Punkte reduziert:

  • Attribution wird wichtiger, also fokussiere Dich auf Brand and Authorship. Google möchte vertrauenswürdige, korrekte und hochwertige Inhalte anzeigen. Nichts Neues, aber es wird noch wichtiger.

  • Die SERPs sind im Fluss. Play the long game! Google optimiert und testet im Ranking und der SERP-Gestaltung. Lass Dich nicht von jeder Schwankung in Panik versetzen, sondern arbeite überlegt und plane voraus.

  • Die SERPs werden komplexer. Behalte sie im Auge und verlass Dich nicht darauf, dass sie so bleiben.

Einfach nur die Position in der GSC oder Sistrix checken, ist schnell irreführend, wenn man SERP-Integrationen nicht im Blick hat. Wetter-Webseiten haben schon vor Jahren schmerzhaft erfahren, dass eine Position 1 für "Wetter [Ort]" nur noch wenig bringt, wenn eine Google-Integration die Frage des Nutzers vor dem Klick schon beantwortet hat. Im besten Fall schaffst Du es, dass Nutzer nicht bei Google, sondern direkt bei Dir die Antwort suchen.

Alles in allem ein guter Slot auf der SMX!

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