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TL;DR; Zusammenfassung:
  • Historisch sahen wir keinen Mehrwert in einer LLMS.TXT, weil LLMs und Suchmaschinen nicht lesen.
  • Google Chrome Lighthouse führt eine neue Kategorie "Agentic Browsing Scoring" ein, die das Vorhandensein einer maschinenlesbaren LLMS.TXT als Kriterium prüft.
  • Mindestens Google Antigravity, Claude, Cursor und ChatGPT Codex scheinen LLMS.TXT aber vermehrt zu verarbeiten.
  • Für API-, MCP-, User- oder Developer-Dokumentationen Deiner Software oder Hardware kann eine LLMS.TXT sinnvoll werden.
  • Allen anderen empfehlen wir weiterhin, abzuwarten und ihre Energie in relevantere Themen zu investieren.

Inhalte KI-gestützt skalieren, ohne Qualität zu opfern – Sara Vordermeier

Im Mai sprach Sara Vordermeier beim SEO Meetup Hamburg im B.O.C.-Hauptquartier zum Thema “Your guide to scaling content ops – not AI slop”.

Sara Vordermeier vor ihrem Vortrag beim SEO Meetup Hamburg

Schon im Vortragstitel wird klar: Hier geht es nicht darum, wie Sara auf Knopfdruck hunderte Artikel ins Internet bläst. Oder wie sie ihren Job als Content Creator durch KI ersetzt. Es geht darum, wie sie als Ein-Personen-Content-Team im B2B-SaaS-Unternehmen Uberall mit KI:

  • mehr schafft als früher,
  • sich mühselige Klickarbeit wie das Einpflegen von Inhalten ins Webflow-CMS…
  • …oder das Heraussuchen von passenden URLs für die interne Verlinkung vom Halse schafft,
  • abteilungsübergreifend Allianzen schmiedet,
  • produktspezifische, faktenbasierte, qualitätsgesicherte Expertise in die Inhalte bringt,
  • Inhalte veröffentlicht, die gerne von Menschen gelesen werden,
  • diese Inhalte für Länder und Sprachen lokalisiert, in denen Uberall zuvor nicht präsent war,
  • und so mit Website-Content erstmals für organische Conversions auch in diesen Ländern sorgt.

SEOs und Qualitätssicherung werden häufig als Blockade wahrgenommen

Laut Sara haben SEOs ein Image-Problem. Und das abseits von Black-Hat-Taktiken und Keyword-Stuffing. Sondern im Gegenteil: Häufig sind es SEOs, die aktuell Nein zu kurzsichtigen GEO-Taktiken sagen. So werden SEOs als Blockierer wahrgenommen und der Content-Creation-Prozess läuft an SEO vorbei.

Nach dem Motto: “Wir brauchen Content, wir prompten Content – und Haken dran” schustern andere Teams selbst im DIY-Modus Inhalte mit AI-Tools zusammen. Interne Links und UX werden nicht berücksichtigt. Über EEAT und Information Gain nicht nachgedacht. Die Qualitätssicherung im Nachgang sorgt für Frust bei allen Beteiligten.

“Quality content is the hill I’m willing to die on.”

Sara Vordermeier in Anspielung auf Glenn Gabes “Mount AI”, der so die Performance-Kurve von AI-Slop beschreibt.

Saras Weg aus der Bredouille

  • Nutze die Dynamik des KI-Hypes, um neue Workflows zu etablieren.
  • Knüpfe mit Deinen Prozessen an den Bedarf anderer Teams an.
  • Sei bereit, auch gegen Deine Bedenken Experimente livezuschieben – und dann die Daten für sich sprechen zu lassen.

Saras Case Study: Kommunikative Begleitung von Product und Feature Releases

Mit Anthropics Claude hat Sara über die letzten Monate verschiedene Skills entwickelt, um zum Beispiel Inhalte in verschiedenen Sprachen zu erstellen, die neue Produkte oder Features von Uberall behandeln. Dieser Content soll das Produkt bewerben, Use Cases beschreiben, USPs in den Vordergrund stellen, engaging und nicht zu technisch sein, aber auch kein inhaltsleerer Marketing-Fluff.

Nach viel Konzeptions- und Entwicklungsarbeit, Trial & Error sehen die verschiedenen Prozessschritte aktuell so (oder so ähnlich) aus:

Saras Prozessschritte im Flowchart

Wie ist Sara vorgegangen, um bei diesem Prozess anzukommen? Tipps aus der Praxis:

  • Um Buy-in zu bekommen, hat sich Sara auf den Kontra-Case eingelassen: Zwischen August und Dezember 2025 hat sie puren AI-Content veröffentlicht: "AI citations were fine, but organic performance was horrible."

  • Nach einem unternehmensweiten Kickoff-Workshop im März hat Sara mit ihren eigenen Workflows begonnen und sich in der Regel den Freitag für die Arbeit daran geblockt.

  • Um das eigene Toolstack zu finden, hat Sara viel ausprobiert und Dokumentationen gelesen. Zum Beispiel Anthropics "Claude for you"-Kurs ‘AI Fluency: Framework & Foundations’" und "The Complete Guide to Building Skill for Claude".

  • Hör auf Deinen persönlichen Geschmack: “I got better results with Opus 4.6 with Extended Thinking than with 4.7.” Oder: “n8n is not for me”. (Hat Claude Code n8n aktuell einfach überholt? So sieht es jedenfalls Artur Kosch im Gespräch mit Björn Darko im SEOPRESSO-Podcast.)

  • Starte beim größten Schmerz: Bei Sara war das die Lokalisierung. Bislang gab es hauptsächlich englischen und deutschen Content, aber wenig spanische, französische oder italienische Präsenz.

  • Versuche nicht, alle Teilschritte in einem einzigen Workflow zu automatisieren. Das Pareto-Prinzip wird gnadenlos zuschlagen.

  • Behandle die Briefings als nützliches Gerüst, aber weiche davon ab, wenn Du den redaktionellen Impuls dazu verspürst.

  • Überlege bei jedem Artikel, wie Du Einzigartigkeit und Information Gain beitragen kannst.

  • Orientiere Dich nicht zu stark am Wettbewerb.

  • Führe ein Fehlerlog und füttere Deine Learnings-MD-Datei als Feedback-Loop in Deine Skills hinein.

  • Als Content-Mensch schmerzt es Sara, automatisiert zu lokalisieren. Aber die Conversions geben dem Prozess recht. Umso mehr bemüht sie sich, Feedback zum Inhalt wie zum Beispiel falsche Interpunktion im Französischen anzunehmen und skaliert zu korrigieren.

  • Die Skills und Workflows sind nicht final. Alle Beteiligten iterieren und lernen weiter.

Was hat Sara erreicht?

Organisch, Year-to-Date hat der Content (gefiltert auf den /blogs-Pfad) diese Zahlen eingefahren:

  • +651% Unique Visitors
  • +648% Total Visits
  • +38% Visit Duration
  • 457 Conversions

Nicht schlecht für eine einzelne Content-Person, oder? Entscheidend für den Erfolg ist dabei, dass Sara die Inputs anderer Teams skaliert einbezieht und ihnen so aufzeigt, wo sie die Outputs beeinflussen können. Zudem liegt der Fokus der Automatisierung auf der Entlastung bei sinnfreien, repetitiven Aufgaben und bei der Verlängerung in Märkte, die Sara allein nicht hätte bedienen können. Den Teil, der ihr selbst am meisten Freude bereitet und bei dem sie ihre Content-Expertise einbringen kann – nämlich den englischen Originalinhalt zu schreiben – macht sie dagegen weiterhin selbst.

Bei Wingmen blocken wir uns ebenfalls Zeit – oder ganze Offsites – frei, um an Workflows und Tools zu tüfteln und so die Beratung für unsere Kunden auf das nächste Level zu heben. Und sei es nur, um die Informationsarchitektur oder interne Verlinkung dynamischer darstellen zu können als in einer riesigen Datentabelle.

Was sind Deine Erfahrungen? Wo lässt Du Dir Deine Arbeit durch KI erleichtern?

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