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Ich analysiere Überschneidungen in Suchergebnissen heute anders als vor einem Jahr – weil ich dazu gelernt habe. Was das mit den großen und kleinen Veränderungen in unserer Branche zu tun hat, erfährst Du im Artikel.

Marktforschung ist unverzichtbar

Ich bekenne mich zur Themenrecherche, die in der Branche häufig zur Keyword-Recherche verkürzt wird. Natürlich kann kein Tool den direkten Austausch mit Kunden oder Nutzertests ersetzen. Aber als SEOs verfügen wir über wertvolle Daten, die bei der strategischen Unternehmensausrichtung oft übersehen werden.

Verliert SEO angesichts der Trends zu Social Media und KI-Sprachmodellen an Bedeutung?

Als SEO richte ich meinen Blick dorthin, wo Menschen Fragen an Suchsysteme stellen. Ob diese Maschinen KI-Chatbots, Social Media, Bing, Perplexity oder Google sind, ist mir erst mal egal. Nun, vielleicht nicht ganz egal, denn ich habe die Google-SERP schon besonders liebgewonnen.

  • Erstens wird nach wie vor nirgendwo so viel gesucht wie auf Google – schau dazu gerne bei Philipps Artikel zu Rand Fishkins Vortrag auf der SMX Munich 2025 vorbei).
  • Zweitens hatten die Tool-Anbieter hier schon ein, zwei Dekaden Zeit, um uns mit Daten für unsere Analysen zu versorgen. Aber sei Dir sicher, die Tool-Anbieter geben Vollgas, um die Datenlücke schnellstmöglich zu schließen und wir geben Vollgas, um unsere Workflows an die neue Realität anzupassen.

Schließlich müssen wir den Lichtkegel dorthin richten, wo die Antworten liegen, statt zu suchen, wo wir besser sehen.

Comic: Eine Figur sucht etwas unter einer Straßenlaterne. Jemand fragt "Wo haben Sie Ihren Schlüssel denn zuletzt gehabt?" - "Beim Baum" - "Warum suchen Sie dann hier?" "Na, weil hier viel besseres Licht ist."

SEO ist SEO war SEO ist SEO bleibt SEO

Viel wichtiger, als uns zu überlegen, ob SEO jetzt GAIO, LLMO, GEO oder AIO heißen sollte, ist doch das:

Wenn sich unser Verständnis darüber ändert, wie Menschen suchen oder wie Suchmaschinen funktionieren, müssen wir unsere Arbeitsweise überprüfen und bei Bedarf anpassen.

Dabei dürfen wir gerne auch die großen Sinnfragen stellen: “Welche Inhalte werden künftig noch erfolgreich sein?” wäre so eine (Grüße an Elena, Fabian und Benjamin drüben im Content Performance Podcast).

Mir fehlt hier oft die Mittelebene. Auf LinkedIn und den Konferenzbühnen funkelt die neue Welt. In der täglichen Arbeit schütten wir dagegen entweder das Kind mit dem Bade aus und verfallen in Schockstarre – oder machen weiter wie zuvor.

Was bedeuten Twiddler und SERP-Composition für SERP-Overlap?

Ich gebe Dir mal ein Beispiel für Anpassungen im Detail. Wir haben gelernt, dass Google bei bestimmten Suchanfragen nur wenige Plätze für bestimmte Antworttypen reserviert.

  • Hanns Kronenberg hat im letzten Sommer auf der Campixx sehr schön präsentiert, wie Twiddler funktionieren. In meinem Artikel zu seinem Vortrag mache ich das Beispiel zu wenigen Ratgebern unter vielen Shops in transaktionalen Suchen.
  • Und auch Mark Williams-Cook entdeckte in seinem Exploit Hinweise, dass Google bei bestimmten Suchanfragen bewusst unterschiedliche Perspektiven kombiniert (Link zur Passage in meinem Artikel).

Früher habe ich die Überschneidungen in Suchergebnissen (SERP-Overlap) analysiert, um die Suchabsicht zu verstehen. Genauer: Um festzustellen, ob verschiedene Suchanfragen so ähnlich sind, dass sie auf einer einzigen URL beantwortet werden können, habe ich verglichen, wie viele der Top-10-Ergebnisse übereinstimmen. Je mehr Übereinstimmungen, desto eher lassen sich die Themen zusammenfassen.

Das tue ich immer noch. Aber meine Schwellenwerte sind heute viel niedriger. Der Grund? Wenn Google für bestimmte Ergebnistypen nur wenige Plätze reserviert, kann ich keine hohe Übereinstimmungsrate von 80 Prozent oder mehr erwarten.

Ich will Dich natürlich nicht dazu verleiten, Dich im Kleinklein zu verlieren und Deine Ressourcen über lokale Optima zu verkleckern.

Graph mit einem lokalen Maximum der Kurve und daneben einem noch höheren globalen Maximum Aber ich will Dich einladen, Dein Wissen auch anzuwenden. Denn wenn Lernen nichts am Machen ändert, dann, ähm, brauchst Du auch den Newsletter nicht zu lesen… 😅😬

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