Natürlich kam diese Meldung sneaky letzten Montag kurz nach Redaktionsschluss rein: Auf dem Google Search Central Blog wurde ein neues GSC-Feature angekündigt – die Search Console Recommendations.
Dabei handelt es sich um ein Experiment, welches in den kommenden Monaten nach und nach ausgerollt werden soll. Detaillierte Informationen gibt es vorerst keine, beispielsweise:
- Gibt es das für alle Properties oder besteht eine Beschränkung auf Domain- oder URL Prefix-Properties?
- Erfolgt der Rollout erstmal nur in bestimmten Regionen?
- Oder ist er zunächst auf bestimmte Sprachen begrenzt?
Auch ohne Antworten bin ich direkt auf die Suche gegangen und habe mich in unserem GSC-Account durch diverse Properties geklickt. Leider ohne Erfolg. Dabei hätte ich die Search Console Recommendation zu gerne einmal live gesehen und darin herum geklickt.
Denn die aktuell verfügbaren Informationen sind ziemlich dünn. Neben dem eingangs erwähnten Blogpost gibt es noch eine – eher überschaubare – Seite in der Search Console Help.
An sich klingen die Recommendations durchaus interessant:
- Sie basieren auf unterschiedlichen Daten aus dem Google Search Systems, beispielsweise bezüglich Indexierung, Crawling und Serving
- Diese Daten standen bisher im Rahmen der Google Search Console bereits zur Verfügung, sollen durch die Recommendations aber besser zugänglich und hilfreicher werden
Ob die Recommendations tatsächlich hilfreicher und zugänglicher sind, oder ob deren Bearbeitung sinnlos wertvolle Ressourcen frisst, können wir noch nicht sagen.
Das Ganze soll in verschiedene Segmente einsortiert sein:
- “Issues”, also Fehler, die man beheben sollte
- “Opportunities”, also bislang ungenutzte Potenziale, die erschlossen werden können
- “Configuration”, also Anpassungen, die die Arbeit vereinfachen sollen
Ihr Zuhause sollen die Recommendations auf der Übersichtsseite in der GSC haben.
So weit, so gut. Der Screenshot aus der Ankündigung wird fleißig geteilt, aber so richtig viel damit anfangen kann man damit nicht.
Immerhin: Nicht nur ich bin neugierig, auch andere SEOs haben Fragen – unter dem zugehörigen LinkedIn-Post gibt es verschiedene Gedanken und Rückmeldungen dazu. Stephan Czysch fragt zum Beispiel, ob die Recommendations die Mail-Alerts ersetzen oder ergänzen. Auch Kristine Schachinger scheint besorgt zu sein, ob hier ein Mehrwert entsteht oder nur eine weitere Quelle für Unsicherheit und Rückfragen.
Ich kann diese Sorgen durchaus verstehen. Ein wenig erinnern die Recommendations mich an die automatisierten Auswertungen, die man beispielsweise im Screaming Frog unter “Issues” findet oder in einem SISTRIX-Projekt im “Onpage”-Bereich: Einerseits bekommt man eine umfassende Übersicht an Punkten, die gerade gewisse formell gut prüfbare Anforderungen nicht erfüllen.
Andererseits muss man das jedoch auch lesen und bewerten können, denn erfahrungsgemäß schlagen hier immer wieder Dinge auf, die im individuellen Kontext der Website weniger oder nicht relevant sind. Das zu durchdringen und bestimmte Themen oder Teile der betroffenen URLs bewusst auszuklammern ist eine Sache. Es nervösen Vorgesetzten oder aufgeregten Kund\*innen zu erklären, die nicht so tief im Thema stecken, eine andere.
Dennoch sind viele SEOs von dem neuen Feature begeistert, wenn man sich die Posts zu “search console recommendations” und einige Kommentare anschaut. Auch beim Search Engine Journal ist man positiv gestimmt und spekuliert, inwieweit die Recommendations einem das SEO-Leben leichter machen werden:
- Vereinfachung der Optimierung durch klare und direkte Hinweise
- Zeitersparnis durch effizientere Priorisierung
- Erkenntnisse hinsichtlich der Vorlieben/Schwerpunkte von Google
- Hilfe bei der Identifikation von Trends und bessere/schnellere Reaktion darauf
- Lernmöglichkeiten für neue SEOs, um zu verstehen, wie die Optimierung der Google Suche funktioniert
Auf Basis der aktuell verfügbaren Informationen ist es aktuell jedenfalls schwer, sich ein genaueres Bild von den Search Console Recommendations zu machen.
Ich hoffe, ich kann das Feature bald in freier Wildbahn entdecken und es mir live ansehen! Alternativ freu ich mich auch darüber, wenn andere ihre Entdeckungen und Erfahrungen damit dokumentieren und teilen 😊