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Consultant

Was hat sich in den letzten Tagen und Wochen in Sachen Search Generative Experience getan? Ich habe hier einige der aktuellen SGE-Entwicklungen für Dich zusammengestellt, damit Du auf dem Laufen bist!

SGE für alle? Leider nein, leider gar nicht.

Auch wenn es die letzten Tage die Runde gemacht hat: Die SGE gibt es nicht für alle. Tatsächlich ist es so, dass Google die SGE zwar außerhalb des Labs testet (wir erinnern uns – dazu muss man sich anmelden und den richtigen Standort haben). Aber nur für *eine kleine Menge von Suchanfragen und einen geringen Anteil der Nutzer\innen. Zudem erstmal nur in den USA.

Search Engine Land liefert im Artikel "Google starts testing AI overviews from SGE in main Google search interface" weitere Details. Zum Beispiel, dass man nicht via Search Lab für SGE angemeldet sein muss, um AI Overviews zu erhalten. Tatsächlich ist Google insbesondere daran interessiert, Rückmeldungen von Menschen einzusammeln, die sich dazu nicht bewusst angemeldet haben.

"Google told us they are they want to get feedback from searchers who have not opted into SGE specifically.

This way they can get feedback and learn how a more general population will find this technology helpful, Google explained."

Das klingt absolut logisch. Wir hatten uns in der Vergangenheit ja auch schon darüber Gedanken gemacht: Über das Search Lab beschäftigen sich nur bestimmte Gruppen intensiv mit der SGE. Sie probieren Dinge aus, untersuchen Sachverhalte im Detail – unwahrscheinlich, dass *reguläre Nutzer\innen sich ebenso verhalten. Daher konsequent und notwendig, auch außerhalb dieser Gruppe Tests "in freier Wildbahn" zu fahren.

Spammy Links in der SGE

Lily Ray scheint im Angesicht der SGE-Tests alarmiert zu sein. Denn sie befürchtet, dass auch für die Nutzer\*innen der Testgruppe Spam Links ausgespielt werden, auch wenn Google die Suchanfragen kuratiert hat. Bisher ist mir allerdings kein Beispiel bekannt, in dem jemand, der ohne Search Lab Anmeldung mit Spam Links konfrontiert war. Auszuschließen ist es allerdings nicht.

"These pages redirect to porn videos and malware.

Hopefully the public doesn't encounter this kind of thing in their first experience with SGE."

Lily und andere SEOs haben die Qualität der AI Overviews und die dort referenzierten Quellen schon eine Weile im Blick und entdecken immer wieder spammy Links.

The Register hat das in diesem Beitrag aufgegriffen und ein Statement von Google erhalten. Demnach ist man seitens Google drauf und dran, problematische Links aus allem herauszuhalten, sowohl der regulären Suche als auch der SGE. Klar – was sollen sie sonst auch anderes sagen und machen? Es ist auf jeden Fall Vorsicht geboten.

Wenn Du Dich noch tiefer mit den Spam-Links in der SGE befassen möchtest: Auch Heise hat das Thema in einem brandneuen Artikel aufgegriffen und verweist dabei auch auf eine Untersuchung von BleepingComputer.

SGE-Studie zu Brands

Natürlich gibt es auch mal wieder eine neue Studie bezüglich der Search Generative Experience. Für Authoritas hat Laurence O'Toole geschaut, welchen Impact die SGE auf Suchbegriffe aus den Bereichen Brand und Produkt hat.

Philipp hat dazu beim internen Austausch festgestellt, dass die Zahlen aus den verschiedenen Studien immer wieder sehr unterschiedlich sind. In der Untersuchung von Authoritas zum Beispiel haben Finanz-Keywords einen extrem hohen Anteil an SGE-Ergebnissen im Vergleich zu anderen: Während es in dem einen Fall fast 75% sind, liegt der Wert bei anderen weit unter 50%

Daher ist hier wohl nach wie vor Vorsicht geboten und Du solltest nicht zu viel auf die Erkenntnisse aus derartigen Studien geben.

SGE Tracking Bemühungen

Du merkst, wie tricky es ist, die aus der SGE resultierenden AI Overviews ordentlich zu tracken und zu untersuchen. Aber vielleicht gibt es ja bald Unterstützung durch Tools, die uns das etwas erleichtern.

Semrush zum Beispiel ist schon drauf und dran: Im SERP Features Occurance Bereich des SEMrush Sensors gibt es den – wohl neuen – Typ "AI-generated answer", den Nicholas McDonough entdeckt und geteilt hat.

Screenshot aus Semrush, ein Ausschnitt mit Überschrift "SERP Features Occurence". Darunter steht: "Percentage of SERPS where this feature appears in top 20 results." Gefolgt von einer Liste mit Elementen, jeweils mit Prozentangabe und Veränderungsindikator. An dritter Stelle steht "AI-generated answer" mit 0% und ohne Veränderung. Es ist ein Hinweis aufgeklappt, der besagt "An AI-generated answer to a query displayed at the top of the oranic results." Weitere Elemente sind z. B. "Reviews" mit etwa 53% und "Images" mit etwa 67%.

Bildquelle: Tweet von Nicholas McDonough

Das SERP Feature zu tracken ist die eine Sache, alle darin vorhandenen URLs eine andere.

Patrick Stox von Ahrefs hat in einem Podcast davon erzählt, dass das "Rank Tracking" in der SGE eine teure Angelegenheit wäre.

Anstatt nur das HTML zu crawlen, müsste es eine Interaktion mit der Integration geben, da zumindest in 2/3 aller getesteten Suchanfragen keine Antwort automatisch generiert wird.

Es bräuchte also JavaScript Rendering und eine Interaktion – logisch, dass das viel aufwendiger wäre und mehr kosten würde.

Zum Abschluss noch ein paar freshe SGE Screenshots

Hier noch ein paar Anpassungen, die uns im Monitoring der AI Overviews aufgefallen sind:

Bei den Sources werden nun Favicons der referenzierten Seiten eingebunden.

Screenshot eines AI Overviews, an verschiedenen Absätzen ist am Ende ein kleines Label, das ausklappbar die Quellen enthält. Dieses kleine Label enthält die Favicons der referenzierten Seiten, so ist in einem Fall das Google Logo erkennbar.

Ich kann mir gut vorstellen, dass man da direkt ein bisschen mehr Vertrauen fasst, wenn einem bekannte Marken begegnen, die im jeweiligen Kontext relevant sind. Was mal wieder zeigt, wie gut und wichtig es ist, sich als Brand zu etablieren. Zudem solltest Du dafür sorgen, dass Dein Favicon auch wirklich angezeigt wird.

Wer AI-generierte Ergebnisse haben möchte, muss klicken. Mindestens einmal. Manchmal mehr.

Initialer "Show more"-Button:

Screenshot eines AI Overviews, der erste Absatz ist vollständig zu sehen. Danach kommt eine Tabelle mit Produkten, es ist allerdings nur das erste leicht angedeutet. Man muss auf den "Show More" Button klicken, um dieses erste angerissene Produkt und weitere zu sehen.

Zweiter "Show more"-Button:

Screenshot eines AI Overviews, bei dem offenbar der "Show More"-Button geklickt wurde, nun sind drei Zeilen der Tabelle vollständig zu sehen. Darunter ist ein weiterer "Show More"-Button.

Finales Ergebnis:

Screenshot eines AI Overviews, bei dem offenbar auch der zweite "Show More"-Button geklickt wurde, nun sind fünf Zeilen der Tabelle zu sehen. Die letzte ist angeschnitten, da man scrollen muss, um mehr Inhalte zu sehen.

Egal, ob der AI Overview direkt generiert wird oder nicht – eine Interaktion ist erforderlich. Interessant ist vor allem, dass in einigen Fällen mehr als 1 Klick notwendig ist, um alles zu erschließen. Ob hier wohl eine Idee dahinter war, Nutzer\*innen mehr Kontrolle zu geben? Google kann so zumindest vieles messen:

  • Wie weit/tief gehen Nutzer*innen?

  • Welche Suchanfragen profitieren besonders vom AI Overview (= automatisch generiert)?

  • Was ist "zu kurz, zu lang, zu viel auf einmal"? Vor allem bei "too much" spielt kognitive Last eine große Rolle, wie zufrieden man mit der Erfahrung ist.

Die Reise geht weiter

Wie Du siehst, feilt Google weiter an der SGE und die SEO-Welt versucht, am Ball zu bleiben. Gleichzeitig wird es spannend sein zu sehen, welche Erkenntnisse und Effekte die Tests in freier Wildbahn an durchschnittlichen User\*innen mit sich bringen.

Nach wie vor gibt es immer noch skeptische Stimmen, sei es wegen des Spams oder der Monetarisierung durch Ad-Einbindung. Wir sind gespannt, wohin die Reise noch führt!

Consultant

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