Es gibt viele Faktoren, die Einfluss auf die Entwicklung von Impressionen und Klicks für Queries und Pages in der Google Search Console haben können.
Einer davon ist das Wetter. Sonnenschein oder Regenschauer? Gerade bei Suchen saisonaler Natur können wir beobachten, welchen Einfluss die Wetterlage auf das Suchverhalten hat.
Ein Beispiel: Erdbeeren!
Werfen wir zunächst einen Blick in Google Trends.

Google Trends zeigt uns das Suchinteresse im zeitlichen Verlauf – wie in diesem Fall zum Suchbegriff "erdbeeren pflücken".
Im Vergleich der letzten 5 Jahre ist gut erkennbar, dass Anfang/Mitte Juni die Nachfrage am höchsten ist. Interessant ist dabei, dass der Ausschlag im Juni 2023 den Maximalwert 100 erreicht – im Juni 2021 hingegen liegt der Wert bei 54 und im Juni 2024 gerade mal bei 39.
Insbesondere die Differenz zwischen diesem und letzten Jahr macht einen auf den ersten Blick stutzig: Woher das plötzliche Desinteresse? Mögen die Menschen etwa auf einmal keine selbstgepflückten Erdbeeren mehr? Das wirkt eher unplausibel.
Dass in diesem Fall das Wetter die entscheidende Rolle spielen könnte, haben wir ja schon eingangs angerissen. Aber können wir für diese These Belege finden? Yes, we can!
Alles, was wir dafür benötigen, sind historische Wetterdaten für die betroffenen Zeiträume.
Daten vom Deutschen Wetterdienst DWD stellt beispielsweise WetterKontor zur Verfügung, heruntergebrochen auf Bundesländer und Städte. Schauen wir uns doch mal die Daten für Hamburg an und legen die Juni-Daten von 2021, 2023 und 2024 nebeneinander (also die Jahre, die auch in Google Trends besonders auffallen).

2023 gab es im Juni...
...deutlich mehr Sonnenstunden
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nämlich 310,9
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2021 waren es etwa 20% weniger
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2024 sogar ein gutes Drittel
...die meisten Sommertage (mit Temperaturen von 25 bis 30 Grad)
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nämlich 18 Stück
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2021 waren es 13
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dieses Jahr sogar nur 4
...am wenigsten Niederschlag
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wobei über die Hälfte davon auf einen einzigen Tag entfiel und es insgesamt an nur 9 Tagen geregnet hat
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2021 war die Regenmenge zwar nur leicht höher, aber auf 11 Tage verteilt
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2024 gab es 58% mehr Niederschlag mit Regen an 19 Tagen
Wenn wir uns die Tageswerte, die ebenfalls bereitgestellt werden (findest Du hier: 2021 / 2023 / 2024) ziehen, können wir noch tiefer eintauchen und beispielsweise Durchschnittstemperaturen berechnen: 2021 und 2023 liegt diese zwischen 18-19 Grad, 2024 hingegen bei nur um die 16 Grad. Oder sogar noch weiter gehen und uns rein auf die Wochenenden fokussieren, denn am Wochenende – meist sonntags – peakt das Suchinteresse, wie Google Trends uns (hier für 2024) verrät:

Kannst Du Dir auch genauer bei Google Trends anschauen: 2024 / 2023 / 2021.
Aber bevor wir uns weiter in Details verlieren stellen wir fest: Die Tatsache, dass es 2023 im Juni an keinem Wochenend-Tag geregnet hat und es insgesamt im Schnitt wärmer und trockener war, erklärt das sich (im Vergleich mit den Wetterlagen 2021 und 2024) verändernde Suchinteresse – und die daraus folgenden Impressionen und Klicks in GSC-Properties – recht plausibel.
Tatsächlich hatte das Juni-Wetter dieses Jahr auch auf andere Themen einen sichtbaren Einfluss. So ist das Suchinteresse an "markise kaufen" oder "e bike" ebenfalls niedriger gewesen als in den Vorjahren. Hier ist ein weiterer Grund für das abnehmende Interesse – neben dem Wetter – auch die nun langsam abklingende Corona-Pandemie-bedingte zusätzliche Nachfrage.
"markise kaufen":

"e bike":

WetterKontor ist (gerade wenn man sich den Sachverhalt in einem regionalen Kontext anschauen möchte) eine durchaus nützliche Quelle – wenn auch sicher nicht die einzige. Hast Du weitere Tipps & Empfehlungen?