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Junior Consultant

Neulich stand ich wieder einmal vor der Frage aller Fragen: Packe ich die beiden Themen "Hauskauf Tipps" und "Hausfinanzierung Tipps" nun zusammen auf eine URL oder erstelle ich dafĂĽr zwei separate Seiten? Die Antwort: Wie immer gar nicht so leicht (und Nein).

Damit Du Dir darüber dann künftig keine Gedanken mehr machen musst, bekommst Du jetzt die heiß ersehnte Antwort auf diese Frage. Für alle, die es gar nicht erwarten können, gibt es hier vorab einmal die Kurzfassung, bevor anschließend alle Details folgen.

Worauf muss ich achten?

  • Suchintention: Verschiedene Suchintentionen → Verschiedene URLs

  • SERP-Overlap: Mehr als 50% Ăśberschneidung der Ergebnisse auf der SERP oder Top 3 identisch → Eine URL reicht

  • Inhaltstiefe: Behandelst Du die Themen nur oberflächlich → Eine URL reicht

  • Inhaltslänge: Inhalte mit mehr als 2.500 Wörtern prĂĽfen → Zu viel und zu unstrukturiert: Zwei (oder mehr) URLs

Entscheidungsbaum darüber, ob man eine gemeinsame URL oder zwei separate URLs braucht. Beantwortet man folgende Fragen mit "Ja", dann ist eher eine URL empfehlenswert: identischer Suchintention, SERP Overlap größer als 50%,, inhaltlich eher oberflächlich, weniger als 2.500 Wörter. Beantwortet man die Punkte vorwiegend mit "Nein", geht es eher Richtung zwei separate URLs.

Eine URL vs. zwei URLs

1 - Search Intent

Was Du als erstes fĂĽr die jeweiligen Keywords zu einem Thema prĂĽfen solltest: Die Suchintentionen. Blinken beim einen Keyword Product Grids mit den neuesten und tollsten Produkten auf der Suchergebnisseite und beim anderen erscheint ein Featured Snippet? Dann solltest Du die Themen lieber trennen.

In der Praxis ist die Trennung natĂĽrlich weder immer so eindeutig noch gibt es immer ein klares "richtig" oder "falsch". Aber mit der Zeit bekommst Du ohnehin ein GefĂĽhl dafĂĽr, wann die Suchintentionen zu weit auseinander liegen und eher fĂĽr zwei URLs sprechen. Jemand, der "wie macht man eine lasagne" sucht, wird vermutlich nicht erst noch etwas zu "herkunft lasagne" wissen wollen. Falls doch, freut er oder sie sich bestimmt ĂĽber eine clevere interne Verlinkung.

Definitiv besser als die beiden Themen in eine URL zu quetschen und Nutzerinnen und Nutzer erst noch etwas darüber zu servieren, wie der Spanier Rodrigo La Sagne die Lasagne im 16. Jahrhundert heimlich auf seinem Karren gen Westeuropa brachte (historisch nicht korrekt), während die Gäste schon seit einer halben Stunde sehnsüchtig darauf warten, endlich etwas zu Essen serviert zu bekommen.

2 - SERP-Overlap

Was Du Dir außerdem anschauen musst, ist die Überschneidung an URLs in den Suchergebnissen: Wie viele Seiten ranken sowohl für das eine als auch das andere Keyword? Das kannst Du entweder händisch tun. Oder Du nutzt ein kostenloses Tool: SERP Overlap Tool.

Sind die Top 3 Ergebnisse identisch oder gibt es eine Übereinstimmung von 50% oder mehr, reicht üblicherweise eine URL. Ausnahmen bestätigen auch hier wieder die Regel, aber es ist zumindest ein super Richtwert.

Nehmen wir beispielsweise einmal die beiden Keywords "gartengestaltung" und "gartenideen". Klingt für mich erst einmal recht ähnlich, allerdings gibt es nur eine Überschneidung von 10%. Dann also doch lieber zwei URLs:\ SERP Vergleich der Keywords "gartengestaltung" und "gartenideen". Nur eines der Ergebnisse taucht in beiden Top 10 auf.

3 - Inhaltstiefe

Wenn die betroffenen Themen nur oberflächlich behandelt werden, ergibt es häufig Sinn, sie auf einer Seite zu bündeln (wie bei Pillar Pages). Gehen die Themen stark in die Tiefe (wie bei Cluster-Inhalten), solltest Du sie lieber auf zwei URLs aufteilen. Über Themen-Cluster rund um Pillar Pages und Cluster-Inhalte hab ich übrigens auch ein paar Artikel geschrieben. Einmal darüber, was denn der Unterschied zwischen Themen-Cluster und Siloing ist. Und darüber, wie Du Themen-Cluster entlang der Customer Journey aufziehst. Aber zurück zum eigentlichen Thema:

Wichtig ist beim BĂĽndeln natĂĽrlich, dass die Themen trotzdem eng miteinander in Verbindung stehen mĂĽssen, wenn Du sie auf einer URL vereinst. Das Keyword "waschmaschine reparieren" gemeinsam mit "content marketing strategie" zusammenzupacken, ergibt demnach logischerweise keinen Sinn.

Oberflächlich bedeutet übrigens nicht, dass die Inhalte qualitativ schlecht sein sollten. Sollte das der Fall sein, lautet die Lösung: Rechtsklick auf das Dokument auf Deinem PC → "Löschen" anklicken → Rechtsklick auf den Papierkorb → "Papierkorb leeren" anklicken.

4 - Inhaltslänge

Auch wenn Du auf Deine Seite die Themen nur oberflächlich behandelst, ist irgendwann der Punkt gekommen, an dem es einfach zu viel des Guten ist. Zumal sich die Zeiten von Skyscraper-Inhalten (das Thema hat Philipp vor einer Weile schon einmal angeschnitten) und der Frage "Wer hat den längsten (Inhalt) und die meisten Wörter auf seiner Seite?" allmählich dem Ende zuneigen.

Nutzerinnen und Nutzer wollen Antworten. Und das möglichst schnell und einfach. Da ist so ein 14.815 Wörter langer Artikel mit der gesuchten Antwort in Schriftgröße 8 irgendwo im letzten Drittel der Seite die denkbar unerfreulichste (und damit schlechteste) Lösung.

Da diese Erkenntnis inzwischen auch in der SEO-Welt angekommen ist, geht der Trend bei Inhalten zunehmend vom Skyscraper zum sogenannten Ranch-Style SEO (in puncto Namensgebung macht den SEOs wirklich niemand etwas vor). Hier liegt der Schwerpunkt auf der Erstellung einzelner granularer und stärker zielgerichteter Inhalte (Mehr zu Ranch-Style SEO). Oder einfacher formuliert: Unterteile Deinen 14.815 Wörter Artikel mit den vier Zwischenüberschriften doch lieber in vier separate Artikel.

Eine klare und eindeutige Grenze à la "Alles, was mehr als 3.000 Wörter hat, musst Du definitiv aufteilen" gibt es leider nicht. Als Faustformel empfehle ich aber, Seiten mit mehr als 2.500 Wörtern zumindest einmal auf die Probe zu stellen. Muss das wirklich alles gebündelt hier auftauchen? Ist das für Nutzerinnen und Nutzer noch gut strukturiert -- mit klaren Abschnitten und nachvollziehbaren roten Faden -- oder ist es (zu) unübersichtlich und überfordert Besucher und Besucherinnen eher? Dafür hilft auch stets ein Blick ins Tracking oder zur Konkurrenz mit dem Top-Ranking.

Junior Consultant

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