Neues Jahr, neues Glück und natürlich gute Vorsätze, einer von mir: mehr Zeit für mich - dementsprechend saß ich in den freien Tagen auf dem Sofa und klickte mich durch ein paar Websites von verschiedenen Thermen und Saunen. Und was soll ich Dir sagen, meine Sehnsucht nach Entspannung wurde von Klick zu Klick größer, denn die Seitenarchitektur wurde von Klick zu Klick schlechter. Ich kam von den Aussensaunen nicht weiter zu den Innensaunen und wo zur Hölle war jetzt nochmal das Solebad und wo finde ich überhaupt die Preise? Ich war wie Du wohl schon gemerkt hast ziemlich genervt, was mich dazu veranlasst hat, diesen Beitrag zu schreiben - damit Du Deine Website Architektur besser gestaltest und ich nicht frustriert von Deiner Seite wieder abhaue...
Im letzten Women in Tech SEO Newsletter wurde der Artikel "Site Architecture: How To Build A Website That Ranks And Converts" von Aleks Zarzycka empfohlen, den ich nun einmal für Dich zusammengefasst habe.
Aleks startet mit den zwei wichtigsten Grundlagen zur Seitenarchitektur:
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Eine gute Website Architektur dient sowohl dem Nutzer als auch Maschinen - und somit auch unserem SEO Ziel ;)
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Eine gute Website Architektur macht das Navigieren intuitiv - es übernimmt das Denken für ihre Nutzer.
Aleks betont, dass es wichtig ist, auch die Seiten Deiner Wettbewerber anzuschauen und Dir zu notieren, was Du dort gut und nicht so gut findest. Der Vorschlag hierbei: das 5 W Prinzip, ach nee, eins ist ein H, nagut:
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What - welche Informationen werden bereitgestellt (+ in welcher Sprache?)
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Why - warum haben Deine Mitbewerber diese zusammengetragen und inwiefern sind sie für den Nutzer hilfreich/sinnvoll?
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Where - wo werden die Informationen angegeben und sind sie dort wirklich gut platziert oder fällt Dir ein besserer Ort ein?
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How - (ha! auf deutsch übersetzt ein Wie, also doch 5 W :) ) wie werden die Informationen dargestellt (Bilder, Text, Videos, ein Mix...) und wie hilft das dem Nutzer?
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When - wann erreichen Nutzer bestimmte Elemente auf dem Weg durch die Customer Journey auf der Webseite?
Nachdem Du die Konkurrenz abgecheckt hast und weißt, was Du besser machen kannst fokussiere Dich auf Dein Produkt, Deine Mission, Deine Seite - was ist Dein Unique Selling Point, bzw. der Deines Produktes und wie sollte dieser auf Deiner Seite präsentiert werden?
Aleks stellt heraus, dass es egal ist, wie viele Seiten Deine Website hat, solange Du diese sinnvoll anordnest und verbindest, sodass sich alle gut zurechtfinden und für alle klar ist, welches die wirklich wichtigen Seiten sind. Weißt Du, welches Deine wirklich wichtigen Seiten sind? Welche bringen am meisten Umsatz und/oder Traffic? Mach Dir am Besten eine Liste davon um anhand dieser sicher zu gehen, dass die Seitenarchitektur die Relevanz widerspiegelt.
Aber wie wird Deine Seite nun SEO-mäßig top? Hierzu solltest Du die folgenden Dinge beachten:
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Führe eine gründliche Keyword Recherche durch oder bitte unseren Spezialisten Lars dies für Dich zu übernehmen, denn das ist das Fundament einer guten Website.
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Erstelle Themensilos und entscheide, welche Informationen zu einem Thema gehören.
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Sortiere Deine Themen und Seiten entsprechend der Nutzerintention.
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Achte vor Allem bei den wertvollsten Seiten darauf, dass diese auf Nutzerintentionen abgestimmt sind und von den anderen Seiten im Themensilo verlinkt werden.
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Definiere unterschiedliche Call to Actions für die Seiten entsprechend der Nutzerintention und im Zusammenhang auch die Ziele der Seiten - welche Seiten zielen auf einen Kauf ab, welche dienen der Informationsbeschaffung seitens des Nutzers und welche dienen dem Branding Deiner Marke? Wenn Du Ziele setzt fällt es leichter, diese auch zu erreichen und glaube mir, das ist nicht so einfach wie es klingt, ich sehe häufig Seiten, die weder ein klares Ziel noch einen wirklichen Zweck haben und dementsprechend performen die dann auch. Trau Dich, auch mal Seiten zu löschen, die nicht gebraucht werden.
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Nutze die richtigen Keywords an richtiger Stelle - denk dran, Title, H1 Überschrift und auch die Navigationselemente, die zu den Seiten führen entsprechend mit dem Keyword zu versehen.
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Optimiere Deine Seitenstruktur mit Überschrift und Unterüberschriften - idealerweise sollte ein Nutzer bereits anhand der Überschrift wissen, ob die Seite für ihn und sein Suchbedürfnis relevant ist oder nicht.
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Entscheide Dich für eine flache Hierarchie - so erhältst Du eine klare SEO-freundliche Struktur, bei der die wichtigsten Seiten nicht weit weg von der Homepage sind und der Pagerank effektiv verteilt wird. Als Best Practise gibt Aleks hier an, keine Seite mehr als 4 Klicks von der Homepage entfernt zu haben - sowohl Nutzer als auch Bots springen sonst ggf. ab.
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Achte darauf, dass alle Seiten verlinkt sind und Deine Website keine Orphaned Pages hat - diese können ansonsten nicht gefunden werden.
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Die Linkstruktur sollte einfach und vorhersehbar sein - bei der Interaktion mit der Website sollte die Beziehung zwischen verwandten Seiten klar und intuitiv sein.
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Erstelle eine sinnvolle Navigation und achte darauf, dass Du nicht unendlich viele Filterseiten indexieren lässt um Dein Crawl Budget nicht zu sehr zu beanspruchen und nur relevante Seiten im Index landen. Ausgewählte Filterseiten kannst Du indexierbar machen und aufwerten wenn die angesprochenen Filter ein hohes Suchvolumen aufweisen zum Beispiel.
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Verlinke zu verwandten Seiten um den Nutzer zu führen und auch Google die Verbindungen deutlich zu machen - aber mein Tipp: achte hierbei darauf, was wirklich Sinn ergibt bzw. wo Du den Nutzer hinschicken möchtest.\ Mir als Nutzer ist es beispielsweise absolut egal, was sich andere Leute angeguckt haben - zeig mir doch viel lieber Produkte, die zu dem was ich mir gerade anschaue passen oder schick mich wieder zur Kategorieseite, damit ich filtern kann, wenn mir die angezeigte Bluse vielleicht nicht gefällt, anstatt mir lauter andere Blusen oder völlig irrelevante Artikel zu zeigen die mir evtl. auch nicht gefallen.
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Halte Dich bei der Seitenarchitektur an Best Practices und erfinde das Rad nicht neu - denn die Nutzer sind bestimmte Navigationen gewohnt und finden sich auf alt bewährten Pfaden gut zurecht.
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Bleib beim Layout konsequent auf der ganzen Website - achte darauf, dass Links und Buttons immer gleich aussehen um Nutzer klar zu führen. Lies hierzu gern auch noch einmal Anitas Artikel zum Thema Content Framework.
Kommen wir nun zum technischen Setup. Die technischen Aspekte der Website Struktur sind wichtig, weil sie den Inhalt für Crawler lesbar und verständlich machen und die Crawler den Inhalt ja bekanntlich verstehen müssen um den Nutzern dann das bestmögliche Ergebnis zeigen zu können!
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Nutze HTML und stelle sicher, dass alle wichtigen Elemente auch wirklich korrekt ausgezeichnet sind - die Hauptüberschrift als H1 zum Beispiel oder den Footer als footer aber auch, dass Tabellen oder Listen wirklich auch so im HTML definiert sind und nicht nur im Layout entsprechend gestylt wurden. Google liebt Struktur und Ordnung genauso sehr wie ich - also mach uns bitte happy und vielleicht beschert Dir Google ja dafür ein hübsches Snippet mit einer kleinen Tabelle oder Aufzählung - it's worth a try!
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Stelle sicher, dass alle wichtigen Elemente auch im Quellcode vorhanden sind und nicht erst später über JavaScript geladen werden - Google rendert Deine Seite nicht immer und eine leere Kategorieseite will Google den Nutzern auch nicht zeigen, also zeig Google Deine Inhalte!
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Achte auf Deine URL Struktur und darauf, das bestimmte Muster sich immer wiederholen - bei vielen Shopsystemen ist das beispielsweise schon vorgegeben, indem Produkte automatisch im Ordner /p oder /products liegen.
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Vermeide Duplicate Content!
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Denk an mobile - das klingt so einfach und scheint jedem klar, dennoch sehe ich immer wieder Websites, bei denen die Hälfte plötzlich auf der mobilen Version fehlt oder nicht erreichbar ist, das Menü beispielsweise ist manchmal einfach weg.
Zu guter Letzt erinnert Aleks daran, sich auf keinen Fall an Bad Practises zu orientieren - na sowas! Also:
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Gehe auf keinen Fall davon aus, dass Dein Nutzer auf der Homepage anfängt sich durchzuklicken - dafür machen wir ja SEO, damit die Nutzer eben nicht auf der Homepage starten müssen sondern direkt auf der Seite landen, wo sie auch hinwollen.
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Gehe nicht davon aus, dass alle Seiten und der gesamte Content gleichwertig sind - stelle sicher, dass die am meisten sichtbaren Inhalte auch wirklich die sind, die für den Nutzer relevant sind.
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Benutze keine Slider, die sich ohne Nutzerinteraktion ändern, das sieht zwar (je nach Geschmack) toll aus, hilft dem Nutzer und Deinen SEO-Zielen aber meistens wenig.
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Gestalte den sichtbaren Bereich so, dass der Inhalt der Seite klar wird und pack ihn nicht mit Links zu - Du möchtest schließlich, dass der Nutzer auf der Seite bleibt, ansonsten kann die Seite weg ;)
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Achte darauf, nur Seiten wie Kontakt, About, Impressum oder Deine Social Media Accounts im Footer zu haben und dort nicht noch auf alle Deine wichtigen Produktseiten zu verweisen.
Und zum Schluss: Denk immer daran, Deine Seite auf dem neuesten Stand zu halten. Produkte ändern sich. Nutzerintentionen ändern sich. Google ändert sich. Bleib am Ball!