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Junior Consultant

Lebendig und (un)tot? Ich habe mich nicht im Monat vertan -- dieser Artikel ist nicht fĂĽr Halloween gedacht.

Denken und Kommunizieren sind zwei der wertvollsten und mächtigsten Instrumente, die Du in Deinem Orchester hast, um besser in der SEO zu sein und andere zu überzeugen. Heute erzähle ich Dir, wie Du an lebendige Ideen kommst, um besser zu denken und besseren Content zu erstellen.

Was sind "tote Ideen"? 

Manchmal ist der beste Weg, etwas zu verstehen, sich mit dem Gegenteil zu beschäftigen. Gerade lese ich 48 Laws of Power von Robert Greene. Abseits dessen, dass das Buch sehr gut ist, beschäftige ich mich auch mit seiner Person.

Auf YouTube hat er dieses Video zu "Alive Ideas Versus Dead Ideas" hochgeladen und ich musste, seitdem ich es vor einigen Wochen gesehen habe, immer wieder darĂĽber nachdenken.

Was ist eine tote Idee?

  • Sie ist statisch,

  • ein Klischee, 

  • etwas, das man einfach so sagt.

Das Gegenteil davon sind lebendige Ideen. Sie sind dynamisch, multidimensional und komplex. Um lebendige Ideen zu haben, muss man sie aus mehreren Blickwinkeln betrachten. So kannst Du sie zum Leben erwecken:

Eine GegenĂĽberstellung toter und lebendiger Ideen. Tote Ideen sind statisch, ein Klischee, eindimensional und "Kopieren". Lebendige Ideen sind dynamisch, originell, multidimensional und "Kapieren".

Statt einer flachen 2D-Zeichnung geht es also um holografische Bilder.

Bei toten Ideen denken wir nicht viel nach, lesen & konsumieren vor uns hin, "plappern nach" oder vergessen sie direkt. Lebendige Ideen erfordern, dass wir uns mit einem Thema intensiv beschäftigen, unterschiedliche Blickwinkel einnehmen und "um die Ecke denken".

"We need to think about those things -- what we can't see, what we are not thinking about.

Try and imagine this metaphor of thinking around the corner. Of thinking about what you cannot see, about what you are not imagining, but what might happen in three months or a year."

-- Robert Greene

Dinge, die wir nicht kommen sehen, sind die Black Swans, von denen ich Dir an dieser Stelle%20auf%20das%20Gl%C3%BCck%20der%20Vergangenheit%2C%20sondern%20auf%20die%20Wiederholbarkeit%20in%20der%20Gegenwart) berichtet habe.

So denkst Du besser

Eine Sache, die ich tief verinnerlicht habe, ist, Aussagen und Behauptungen kritisch zu hinterfragen.

  • Stimmt das wirklich? 

  • Gibt es andere GrĂĽnde, die einen zu dieser Annahme fĂĽhren könnten? 

  • Ist das heute immer noch so? 

  • Warum wĂĽrde diese Person das sagen?

Nimm' etwas nicht immer fĂĽr bare MĂĽnze. In vergangenen Artikeln habe ich das immer mal wieder versucht durchklingen zu lassen. Zum Beispiel in:

  1. Dieses Modell kann den Traffic aus der SGE (nicht) vorhersagen

  2. Leiden wir an Realitätsverlust oder ist Google gerade wirklich so schlecht?

  3. Dieses Mindset hilft Dir weiter, wenn Du denkst, dass Google oder andere Dich ungerecht behandeln

In der SEO wirst Du bessere Ideen haben und zu besseren Ableitungen kommen, wenn Du stets um die Ecke denkst.

Beispiel: Die Core Web Vitals sind fĂĽr das Ranking weniger wichtig, aber warum hat Google diese Daten so sehr angepriesen?

Vielleicht haben sie zwar auch im Sinn, dass ein zufriedenes Web durch schnelle Websites sich positiv auf das eigene Produkt auswirkt, wenn man aus der Google-Suche kommt.

Andererseits sparen sie dadurch natürlich Kosten. Denn weniger Datenübertragung = weniger Crawling-Aufwände. Aber vielleicht ist das auch nicht die (einzige) Wahrheit.

Durch den Google Leak wissen wir eindeutig, wie wichtig Nutzersignale sind. Möglicherweise sind die Core Web Vitals nur ein Abfallprodukt des Trackings dieser Signale. Also kluges Recycling, das auf andere Sachen (Kosten, Umwelt & Co.) positiven Einfluss hat.

Eventuell ist auch das falsch oder nicht die eigentliche Wahrheit, aber genau das meine ich. Denke um die Ecke.

So erstellst Du besseren Content 

Wie anfangs angemerkt: Manchmal ist es einfacher, Dinge zu erklären, wenn man sich das Gegenteil anschaut. HubSpot hat es uns einfach gemacht und in einem Artikel beides -- lebendigen und toten Content -- referenziert.

HubSpot ist eins der Beispiele, an dem sich viele orientieren. Um Dinge gut zu machen (Erfolg mit Content Marketing), oder Fails zu vermeiden (trivialen Content zu schreiben, der selbst aufgekratzte Flummis auf Energy Drinks einschläfert).

Aber jetzt gab es ein Erwachen. Sie kamen zur Einsicht, dass die Ideen (und Inhalte) tot sind. Es gab einen Umschwung und der Blog hat einige Upgrades bekommen, um die nachlassende SEO-Performance aufzufangen.

Was hat es dafĂĽr gebraucht?

  • Nachweise, fĂĽr echte Erfahrung

  • Zusätzliche Medienformate wie Bilder, Grafiken, Screenshots und Videos

  • Einzigartige Anekdoten, die den Inhalt durch Persönlichkeit und GlaubwĂĽrdigkeit aufwerten

Echte Erfahrung fĂĽhrt dazu, dass Du nicht nur "nachplapperst", sondern Dir ein eigenes Bild machen kannst und das in Deinem Content auch so rĂĽberbringst. Kapieren > Kopieren.

Beispiel: Was ist die Aufgabe eines Listicles? Nicht bei Google damit zu ranken. Dann machen wir Inhalte nur für Google -- das mag und möchte Google nicht.

Ein Listicle soll der lesenden Person z. B. eine Entscheidungshilfe geben. Wenn es eine Rangfolge ist, dann ist die Aufgabe, Lesende zu ĂĽberzeugen, warum das beste Produkt wirklich das Beste ist.

Ein paar konkrete, taktische Ideen dafĂĽr:

  • Wenn Du ein Listicle schreibst, solltest  Du die Produkte WIRKLICH ausprobiert haben.

  • Mehr = weniger und weniger = mehr. Es bringt nichts, wenn Du die größte Liste hast, weil Menschen sich dann nicht entscheiden können und Du ohne Erfahrung auch nicht begrĂĽnden kannst, warum DAS eine Produkt besser ist als die anderen auf der Liste.

  • In der ersten Person schreiben, wenn es die Brand Guidelines erlauben.

  • Persönliche Meinungen in den Content integrieren, um ihn nahbarer und einzigartig zu machen.

In "Good (Unique) Content, Bad (Copycat) Content -- das können wir besser" habe ich Dir noch weitere Beispiele für besseren Content an die Hand gegeben, wie z. B. Content-Meetings zu halten oder Interviews zu führen, wenn eigene Erfahrungen fehlen oder unmöglich sind.

Wieso kann eine eigene Erfahrung unmöglich sein? Wir können vieles lernen, aber die meisten werden z. B. keine Herzchirurgin sein, also müssen wir andere Menschen mit konkreten Erfahrungen befragen, um darüber schreiben zu können.

Ansonsten ist alles, was am anderen Ende rauskommt, zum Scheitern und Sterben verurteilt.

Warm und lebendig > kalt und tot

Besseres Denken und besserer Content brauchen also lebendige Ideen. Damit eine Idee wirklich lebendig wird, musst Du sie einverleiben. Gelingt das nicht, kommt am Ende toter, kalter Content heraus. So überzeugst Du Deine Zielgruppe nicht und lässt selbst einen Kühlraum wie eine Sauna aussehen.

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