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Geschäftsführender Gesellschafter

In einem aktuellen Video sagt John Müller zur Frage, ob die URL-Länge einen Einfluss auf die Suchmaschinenoptimierung hat:

I'm currently only aware of one part of our systems where the URL length plays a role— that part is canonicalization. [...] If we find a shorter and clearer URL, our systems tend to select that one."

Genug Anlass, sich mit der Situation auseinander zu setzen. Zuerst: Wozu sind wir verpflichtet?

Der Standard

HTTP-Spezifikation sagt: Server sollten keine URL-Längen-Begrenzung haben

Die Geschichte

Historisch haben viele Browser ein Limit von 2048 Zeichen in der URL gehabt. Wir wissen daher nicht, wie viele Systeme mit diesem Limit gebaut worden sind, die ebenfalls mit diesem Limit noch arbeiten, auch wenn es für Browser keine Rolle mehr spielen sollte.

Dixon Jones hat dazu einen zuletzt 2020 aktualisierten hervorragenden Kommentar auf Stack Overflow.

XML-Sitemaps

Möchtest Du XML-Sitemaps verwenden, dann sollten Deine URLs <2048 Zeichen haben. Dieses Limit ist im Sitemap-Protocol festgelegt. Längere URLs darfst Du nicht in Deine Sitemaps schreiben.

Wir sollten URLs also mit weniger als 2048 Zeichen bauen.

Aber welche Anforderungen sollten wir außerdem bei der Erstellung von URLs beachten?

  • Immer HTTPs verwenden

  • WWW-Subdomain kann entfallen. Bei manchen neueren Top-Level-Domains hilft aber vielleicht eine www.-Subdomain Usern zu erkennen, dass es sich um eine Domain handelt.

  • Anzahl der Ordner ist nicht entscheidend. Aber eine flache Struktur hilft häufig mit URLs zu arbeiten (sofern Slugs sich logisch erschließen)

  • Du musst keine sprechenden URLs haben. Wenn es für Dich einfacher ist mit logischen IDs (beispielsweise Produktnummern) zu arbeiten, dann kannst Du das tun. Wichtig ist aber, dass die URL sich Usern erschließt und nicht spammy wirkt. Beispielsweise bei Tag- oder Kategorieseiten raten wir regelmäßig von ID-Systemen ab.

  • Normalisierung von Sonderzeichen: Sonderzeichen (Alle Non-Ascii-Zeichen) kannst Du in URLs verwenden. Allerdings werden die Zeichen mit %-Zeichen Entity escaped. Nicht alle Systeme sind in der Lage die URLs vernünftig darzustellen (bspw. Whatsapp). Daher sind wir meist dafür URLs weiterhin auf die nicht zu escapenden Zeichen zu begrenzen: A-Z a-z 0-9 - . _ ~ ! $ & ' ( ) * + , ; = : @ / ?\ Wenn aber Emoji in Deinen URLs Dein Branding stärken: Go for it. Besonders interessant wird diese Fragestellung bei internationalen Domains. Du kannst entsprechend lokale Encodings (ö oder ø) verwenden. Oft ist das aber eine größere Fehlerquelle. Und langfristig gewinnt das robustere System immer gegen das schönere.

  • Slug-Prozess: Den Prozess aus der Headline eine sprechende URL zu machen nennt man Slug-Prozess. Traditionell werden hier:

  • Sonderzeichen in ASCII-Zeichen umgewandelt (ä → ae)

  • Großbuchstaben in Kleinbuchstaben transformiert

  • Stopwords („die", „über", ...) entfernt

Hier empfehlen wir ebenfalls auf einen einfachen Prozess zu setzen. Normalisierung und Umwandlung in Kleinbuchstaben sollten automatisch passieren. Die Entfernung von Stopwords stammt noch aus einer Zeit in der man davon ausgegangen ist, dass das Keyword in der URL ein Google-Rankingfaktor sei. Wir sind hier für Usability. Je einfacher Du die URL der Artikel baust, desto einfacher kannst Du URLs merken, Links setzen, etc. Deshalb wandeln wir im Wissensbereich unserer Seite die URLs um. Da hier mehrere Köche arbeiten funktioniert das mal mehr und mal weniger gut. Aber es ist hilfreich, wenn man sagen kann: "wngmn Punkt de" + "wissen" + "internationale minus seo" und Menschen das direkt eintippen können.

Das hat auch einen Kollateralnutzen: Du denkst in Evergreen-Content und hast weniger Probleme mit redaktionellen DC.

  • Notiz zu Großbuchstaben: Hast Du Dein System im Griff, dann kannst Du problemlos Großbuchstaben in URLs verwenden. Praktisch wird aber Dein Leben viel einfacher, wenn Du bei der Eingabe der URL nicht auf Groß- und Kleinschreibung achten musst.

  • Parameter sind nicht per se böse, wenn Du sie kontrollierst und nicht durch Parameter-Permutation unendlich neue URLs entstehen. Oft sind Parameter aber ein Indiz für eine nicht ganz saubere URL-Struktur

  • Sprungmarken (#) kannst Du nutzen, um innerhalb der Seite auf bestimmte Abschnitte zu springen. Du kannst sie aber auch nutzen, um — beispielsweise für Produktvarianten — Fake-URLs zu erzeugen. Auch hier gilt: Das kann sinnvoll sein, kann aber auch ein Indiz für eine nicht saubere Architektur sein und es kann immer zu Problemen kommen, weil Du nicht weißt, ob nicht bestimmte Systeme den Anchor rauskürzen und damit die Funktionalität der Seite dann beeinträchtigt sein könnte.

Faustregel ist also:

  • Theoretisch gibt es keine URL-Längenbegrenzung
  • Praktisch gilt eine Begrenzung auf 2048 Zeichen (inklusive escaped Sonderzeichen)
  • Schlanke und merkbare URLs haben Vorteile jenseits von SEO
  • Dadurch machen sie Dein SEO besser

Das Wichtigste: URLs müssen eindeutig sein (One Content one URL). Und cool URIs don't change.

Geschäftsführender Gesellschafter

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