Es gibt wohl kaum ein Thema, das in E-Commerce-SEO so regelmäßig diskutiert wird wie die Frage: Wie viel Content sollte eigentlich auf einer Kategorieseite stehen? Mehr = besser? Oder reicht ein kleiner Absatz?
James Brockbank (Digitaloft) hat das Ganze frisch untersucht: 300 Top-Kategorieseiten aus den Google-UK-SERPs (Stand 13.08.2025). Analysiert wurden ausschließlich Kategorie-URLs auf Platz 1 für transaktionale Keywords wie „gym leggings“, „earrings“ oder „kids bike“. Keine Produktseiten, keine Blogs, keine Startseiten.
Das Ergebnis:
- Im Schnitt hat eine Seite ohne H1 / Product Grid 310 Wörter
- 66 % der Seiten enthalten weniger als 400 Wörter
- 44 % sogar nur 1–200 Wörter
- Nur 13 % haben über 600 Wörter
- 10 % sind komplett ohne Content (außer H1) → Das sind aber fast ausschließlich Mega-Brands
Du brauchst also keine Romanlänge, um zu ranken. Aber je nischiger oder unbekannter Deine Marke, desto hilfreicher können zusätzliche Inhalte sein.
Weitere spannende Insights aus dem Test:
Es geht nicht um Word Count, sondern um Relevanz. Texte sollen den Kaufprozess unterstützen, also kurz erklären, was den Shop/die Produkte ausmacht, worauf man achten sollte und warum man genau hier kaufen sollte.
Was nicht funktioniert: Generische „Was ist [XY]“-Absätze, die bei jedem Konkurrenten stehen könnten. Was auch oft nach hinten losgehen kann, sind lange Buying Guides unter dem Produktgrid. James Brockbank empfiehlt ein kurzes Intro oben und spezifische FAQs unten. Das ist auch absolut sinnvoll, schließlich ist die Intention der Kund:innen der Kauf und nicht mehr die Suche nach Informationen. Zu viel informationaler Content verwässert den transaktionalen Fokus Deiner Seite.
Übrigens: Im SEOPRESSO PODCAST (F192) hat Björn Darko erzählt, dass sie bei Ladenzeile gute Erfahrungen mit längerem Content gemacht haben. Es gibt also keine One-Size-Fits-All-Lösung. Testen lohnt sich!
Was ich an Deiner Stelle tun würde:
- Herausfinden, welche Fragen es zu Deinen Keywords gibt, die Kund:innen beim Kauf unterstützen
- In Social oder Kundenservice nachhaken, welche Fragen dort immer wieder kommen
- Kundenfeedback aktiv einholen z.B. über Umfragen oder Social Media
- Falls Du Kaufratgeber oder Produktvergleiche hast: von der Kategorie verlinken und testen, ob der Hinweis weiter oben Sinn macht (Beispiel: Kinderwagen bei BabyOne)
Auch wenn wir Dir einen weniger generischen Linktext als “zum Ratgeber” empfehlen, als im BabyOne-Beispiel. Du schaffst damit einen echten Mehrwert abseits des SEO-Standards und genau das wird langfristig Wirkung zeigen.