Eltern brauchen Schlaf. Babys auch. Was passiert, wenn fünf Babybrands um den besten Schlaf buhlen und um Platz 1 bei Google?
Ich habe mir angeschaut, wie die Top-Player im Federwiegen-Universum online auftreten. Das heißt: SEO-Performance, Seitenstruktur, Content-Strategie, UX und kleine Technik-Schmankerl der Seiten, die für das Keyword “federwiege” in den Top5 ranken. Inspiriert vom Vergleich PURELEI vs. ICRUSH geht es auch hier nicht um einen vollständigen SEO-Check, sondern um neugierige Einblicke mit Fokus auf dem, was die Shops einzigartig macht oder liegen lassen.
Runde 1: Im Sichtbarkeits-Schlafanzug – Wer träumt von Platz 1? 🛌
Quelle: Sistrix
- Moonboon legt für Brand und Brand + Keyword eine starke Performance ab.
- Swing2Sleep scheint als Federwiegen Brand sehr etabliert, sodass das Suchvolumen von Brand + Keyword geringer ausfällt.
- Wunderwiege hat das höchste Marken-Suchvolumen und scheint als DIE Federwiegen-Brand in den Köpfen etabliert zu sein.
- NONOMO steht vor einer strategischen Frage: Will man mit der Startseite für „Federwiege“ ranken? Oder doch mit einer Kategorie oder Produktseite?
- Membantu scheint aktuell am wenigsten bekannt am Markt zu sein.
Runde 2: Ordnung ist das halbe Nickerchen – Struktur im Check 💤
Die meisten Seiten setzen auf Produkt- oder Kategorieseiten als Ziel für das Keyword „Federwiege“ nur NONOMO tanzt etwas aus der Reihe und rankt mit der Startseite.
Swing2Sleep macht’s gut: Die Kategorieseite ist klar aufgebaut, mit sinnvoller H1, sauberer Hierarchie und gut gegliedertem Content. Wunderwiege zeigt viele Inhalte, hat aber doppelte H1-Tags und eine fast vollständig aus H6-Elementen bestehende Struktur. Bei Membantu fehlt die H1 ganz, und viele H2s stammen aus Cookie-Hinweisen. Das trifft auch auf Moonboon zu. Hier gibt es zwar eine H1 und die Struktur danach ist semantisch korrekt, allerdings hat sich auch hier das Cookie-Banner in die Überschriftenstruktur geschlichen und wichtige Alt-Texte bleiben ungenutzt.
Runde 3: Federleicht durchs Markup? Structured Data-Check ⭐
Bei den strukturierten Daten zeigen sich deutliche Unterschiede. Wunderwiege und Moonboon setzen sauber um mit gültigem Produkt-, FAQ- und Bewertungs-Markup. Besonders bei PDPs zahlt sich das aus: Rich Snippets mit Sternen erhöhen die Klickrate spürbar. Swing2Sleep hat zwar eine durchdachte Kategorieseite, nutzt aber bisher kein Produkt-Markup und verschenkt Potenzial für z. B. ein Produktkarussell in den SERPs (was mit itemList + Product leicht umzusetzen wäre). NONOMO und Membantu binden zwar ein Organization-Markup ein, aber ohne Adresse oder ContactPoint erkennt Google es nicht als gültig.
Runde 4: Content & Optik: Wer schaukelt am schönsten?
In Sachen Look & Feel zeigen sich deutliche Unterschiede:
- NONOMO überzeugt auf der Startseite mit sanften Farben, hochwertigen Bildern, einem erklärenden Video und einem gut sichtbaren USP-Bereich. Inhalte wie „Was macht NONOMO® so einzigartig?“ bringen emotionale Tiefe rein: Von ergonomischer Liegeposition bis zu praktischer Befestigung. Hier fühlt man, dass Eltern angesprochen werden sollen, nicht nur Käufer:innen.
- Moonboon schafft es ähnlich gut, Vertrauen aufzubauen. Die Federwiege wird als durchdachtes Produkt mit Mehrwert inszeniert: Schlafexperten, ökologische Materialien, hypoallergene Füllung und das Ganze in einem sehr cleanen, skandinavisch anmutenden Design. Die Bilder sind hochwertig, die Videos angenehm ruhig, die Kundenbewertungen unter „Was andere Eltern sagen“ charmant formuliert.
- Wunderwiege vereint beides: emotionale Ansprache und funktionale Stärke. Videos, Bilder, klare USPs (z. B. „7-mal sicherer“, „auch für Zwillinge“ oder „automatischer Sicherheitsstopp“) sind liebevoll eingebunden. Das Feedback von Eltern wird nicht nur dargestellt, sondern auch beantwortet, ein Detail, das Vertrauen schafft. Instagram ist ebenfalls eingebunden und verstärkt das Gefühl, Teil einer echten Eltern-Community zu sein.
- Swing2Sleep und Membantu setzen dagegen auf reduzierte Kategorieseiten. Bilder sind vorhanden, aber weniger emotional. Swing2Sleep versteckt viele USPs im Fließtext, statt sie klar herauszustellen. Membantu zeigt kurze Vorteile, z. B. GOTS-Zertifizierung, aber ohne wirkliche Tiefe oder Story – es wirkt eher technisch als empathisch.
Moonboon, Wunderwiege und NONOMO holen mich emotional und gestalterisch am meisten ab. Swing2Sleep und Membantu funktionieren zwar in der reinen Produktpräsentation, wirken aber sachlicher und weniger einladend. In einem Markt, in dem Vertrauen, Sicherheit und Emotionalität entscheidend sind, kann genau das den Unterschied machen.
SEO-Siegerehrung: Wer wiegt sich an die Spitze?
Nach mehreren Runden steht fest: Alle fünf Marken haben ihre Stärken, aber sie setzen sie sehr unterschiedlich ein.
🥇 Moonboon
Gesamtsieger in der Disziplin Effizienz trifft Vertrauen. Sichtbarkeit, saubere strukturierte Daten, hochwertiger Content und starke visuelle Gestaltung ergeben ein rundes Gesamtbild. Kleine Schwächen bei der technischen Struktur (Alt-Texte, H-Tags) lassen sich schnell beheben.
🥈 Wunderwiege
Emotional stark, ästhetisch ansprechend und mit einer extrem bekannten Marke im Rücken. Die Seite lebt von Bildern, Video, Social Proof und einer charmanten Tonalität. Doch in Sachen SEO-Grundlagen (z. B. Headline-Struktur) ist noch etwas Luft nach oben.
🥉 Swing2Sleep
Strukturell solide und klar auf Conversion ausgelegt – die Kategorieseite funktioniert. Doch im Vergleich fehlt ein bisschen Wärme. Content, USPs und Emotionen könnten sichtbarer werden. SEO-technisch wäre z. B. ein Product-Karussell per Structured Data ein schneller Gewinn.
🏁 NONOMO
Starke Markenführung, durchdachte USPs und ein ansprechendes, ruhiges Design prägen die Seite. Das Problem: Aktuell rankt nicht die passende Kategorie- oder Produktseite für das Keyword „Federwiege“, sondern die Startseite, obwohl relevante Zielseiten existieren, scheinen sie nicht gut genug zu sein, um für das Hauptkeyword in die Top 5 zu kommen. Hier würde ich in die Optimierung gehen.
😴 Membantu
Optisch zurückhaltend, inhaltlich reduziert, technisch ausbaufähig. Die Basis ist da, aber es fehlt fast überall an Tiefe, besonders im Vergleich mit den anderen.
Besonders Moonboon und Wunderwiege zeigen, wie wichtig Markenidentität, Emotion und Vertrauen in einem sensiblen Markt wie dem für Babyprodukte sind. SEO-technisch gewinnt am Ende nicht nur die Seite mit den meisten Keywords, sondern die, die Nutzer:innen wirklich abholt. Ich bin gespannt, wie sich diese Marken weiterentwickeln.
Und jetzt noch eine Frage an die Eltern unter euch: Bist Du Team Federwiege?