Wusstest Du, dass es Kokosnüsse mit buttriger Konsistenz gibt? Granadillas und Mangostan sind aktuell mein absolutes Lieblingsobst. Jurassic Fruit begeistert mich persönlich bereits seit Monaten mit einer großen Auswahl an exotischen Früchten und spannenden Frucht-Boxen, bei denen ich direkt Lust aufs Naschen bekomme.
Weil ich regelmäßig auf der Website scrolle und von Urlaub in den Tropen träume und mir vorstelle, wie ich eine Kokosnuss am Strand schlürfe, entdecke ich einige spannende Möglichkeiten, wie das Einkaufserlebnis und damit auch die Sichtbarkeit, noch weiter verbessert werden kann. Also hab ich mich gefragt: Was würde ich tun, wenn ich bei Jurassic Fruit SEO-Consultant wäre?
Das Conversion-Ziel von Jurassic Fruit ist klar definiert: Der Verkauf von frischen Früchten und sorgfältig zusammengestellten Fruchtboxen über die Website. Ein Blick auf die Site-Abfrage zeigt beachtliche 95.000 indexierte URLs. Darunter finden sich sowohl Verkaufsseiten als auch ein Blog. Allerdings wirkt der Blog aktuell etwas verwaist, denn der letzte Beitrag stammt aus dem Jahr 2022. Interessant dabei: Zum damaligen Zeitpunkt sorgte der Blog (der als Subdomain angelegt ist) fast für die gleiche Sichtbarkeit wie die eigentliche Shopdomain. Seitdem hat sich die Gewichtung stark zur Hauptdomain verlagert, während die Subdomain sichtbar in den Hintergrund geraten ist.
Ranking: Wer hat die Kokosnuss geklaut?
Ein Blick in die Sistrix-Daten zeigt: Es gibt einen regen Wechsel im Ranking. Der entsteht vor allem durch saisonbedingte unterschiedliche Liefermöglichkeiten einzelner Früchte und verschiedene URL-Varianten. Bei Jurassic Fruit sind zahlreiche Produktdetailseiten mit zusätzlichen Parametern versehen, wie
- https://www.jurassicfruit.com/de/p1061/melone-charentais,
- https://www.jurassicfruit.com/de/p1061/melone-charentais?p=1395,
- https://www.jurassicfruit.com/de/p1061/melone-charentais?p=2575
bei der Melone Charentais. Diese Parameter repräsentieren einzelne Produktvarianten, zum Beispiel verschiedene Gewichte. Formal verweisen sie zwar per Canonical auf die parameterlose Haupt-URL, faktisch aber werden die Parameter-URLs intern verlinkt und von Google entsprechend bevorzugt indexiert.
Das Ergebnis: Die Sichtbarkeit verteilt sich auf unterschiedliche URLs und Google ignoriert die Canonicals teils komplett.
Technisch ist es eine gute Idee, Produktvarianten ähnlich wie im Fashion-Bereich zu behandeln: Größen oder Gewichtsausprägungen erscheinen als auswählbare Optionen innerhalb einer einzigen URL, ohne dass für jede Variante eine eigene indexierte Adresse entsteht. Im Hintergrund können die unterschiedlichen Varianten selbstverständlich weiterhin individuelle Produktnummern behalten; diese werden dann entsprechend im Structured Data Markup ProductGroup angegeben.
Entscheidend ist, dass die Sichtbarkeit auf einer URL gebündelt wird.
Gerade bei transaktionalen Suchintentionen (“[...frucht] kaufen“) sind sauber aufgebaute Kategorie-Cluster sinnvoll und für die Stabilität von Rankings entscheidend. Denn wo Produkte schwanken oder temporär nicht verfügbar sind, kann eine übergeordnete Kategorie als dauerhafter, verlässlicher Anker dienen.
Das bestätigt auch ein Blick auf die aktuellen Rankings: Für zentrale Keywords ranken sowohl Produktdetailseiten als auch Kategorieseiten. Das ist ein deutlicher Hinweis darauf, dass Kategorien eine Chance sind, die einzelnen Angebote einer Frucht zu einer klaren Landingpage zu bündeln und hier eine tolle Alternative sind, um diese Lücke zu schließen.
Die gute Nachricht: Dass bereits Produktseiten im Ranking sichtbar sind, zeigt, dass Google die Website für die relevanten Themen grundsätzlich positiv bewertet. Mit der richtigen Struktur und passenden Kategorieseiten lässt sich dieses Potenzial deutlich gezielter ausschöpfen.
An dieser Stelle lohnt sich auch ein Blick zurück auf den Blog: Sinnvoll wäre es, genau zu differenzieren, welche Inhalte rein informativ sind und im Blog gut aufgehoben bleiben, und welche als transaktionale Stütze besser direkt im Shop integriert werden sollten (siehe Noras Artikel). Inhalte wie der Beitrag zur Drachenfrucht bieten eine tolle Basis für den Shop. Integriert in eine Drachenfrucht-Kategorie dienen sie dort als informativer Unterbau, der die Seite stärkt und dauerhaft Rankings absichert, sogar in den AIOs.
Ein positives Beispiel liefert die bereits bestehende Mango-Kategorie: Sie deckt Suchanfragen umfassend ab, vermeidet unnötige Fragmentierung, fängt Rankingverluste einzelner Produktseiten ab und sichert langfristig die Sichtbarkeit für transaktionale Keywords rund um Mangos. Zusätzlich bietet sich eine Keywordgap-Analyse an, um systematisch weitere Kategorieseiten auszubauen und damit Suchvolumen gezielt abzudecken.
Soll man Früchte außerhalb der Saison ausblenden oder nicht?
Ein weiterer spannender Aspekt ist die Frage, ob Produkte “außerhalb der Saison“ komplett aus der internen Suche der Website ausgeblendet werden, wie es bei Jurassic Fruit aktuell der Fall ist, oder weiterhin sichtbar sein sollen.
Meine Einschätzung: Gerade im Kontext von Rankings und Nutzerführung ist es sinnvoll, sie bestehen zu lassen. Die Produktseite erfüllt dann weiterhin Suchintentionen wie “Cherimoya kaufen” oder “Melone Charentais online bestellen”. In den strukturierten Daten wird die Angabe “ItemAvailability” → “PreOrder” oder “OutOfStock” entsprechend ausgezeichnet und gegenüber Google somit klar kommuniziert. Auch wenn ein Artikel nicht verfügbar ist, sollte die Seite den Kunden weiterführen, zum Beispiel mit Links zu vergleichbaren Produkten, die direkt bestellt werden können. Auf diese Weise bleibt die Seite ein relevanter Touchpoint, auch wenn das eigentliche Produkt gerade nicht bestellt werden kann.
Zudem finden sich in manchen Kategorien (z.B. Honig) Links, die nicht auf die endgültige, selbst-kanonische Produkt-URL zeigen, sondern auf alternative Varianten, die per rel="canonical" weiterverweisen. Verlinkt ist in der Honigkategorie zum Beispiel https://www.jurassicfruit.com/de/p634/orange-honig?p=729 diese URL verweist auf https://www.jurassicfruit.com/de/p634/orange-honig. Diese internen Umwege brauchen wir nicht unbedingt.
Rankingverluste trotz verfügbarer Jackfruits
Dass SEO-Hygienemaßnahmen nötig sind, zeigen auch konkrete Ranking-Beispiele: Für Keywords wie „Aloe Vera Blatt kaufen“ oder „Jackfruit kaufen“ hat Jurassic Fruit Positionen verloren, obwohl die Produkte tatsächlich aktuell verfügbar sind.
Wettbewerber konnten in diesen Fällen Rankinggewinne erzielen. Unter anderem deshalb, weil ihre Seiten auf spezifische Fokuskeywords getargeted sind und dafür passende HTML-Titles, H-Überschriften und Meta Descriptions enthalten. Auch weitere SEO-Basics wie gepflegte Alt-Texte sind hier bei der Konkurrenz zu finden. Dieser Feinschliff fehlt bei Jurassic Fruit aktuell. Gerade, weil wir im Hinblick auf die Barrierefreiheit schon erste Abmahnungen beobachtet haben (siehe Sandras Artikel), sind das Punkte, die sich vergleichsweise schnell beheben lassen. Ebenso bietet die H-Struktur Potenzial. Jede Überschrift sollte das relevante Keyword mit einer transaktionalen Botschaft transportieren.
Und wenn wir schon bei den Basics sind, gehört auch der Datenschutz mit ins Bild. Aktuell werden auf der Seite Preconnects zu Diensten wie Facebook oder Google bereits vor der Einwilligung der Nutzer aufgebaut. Das ist nicht nur rechtlich problematisch, sondern kann auch Vertrauen kosten.
Dem Nutzer eine Mango reichen
Kommen wir thematisch zurück zum Lieferstatus. Mir und Dir ist natürlich bewusst: Frische Früchte sind naturgemäß saisonabhängig, auch wenn es sich um tropische Früchte handelt. Aktuell finden sich jedoch widersprüchliche Hinweise auf Produktdetailseiten von Jurassic Fruits. Hier steht einerseits “Zur Zeit nicht verfügbar”, gleichzeitig aber ein konkretes Lieferdatum für nächste Woche, “wenn Du jetzt bestellst”. Was ja aber nicht geht, weil das Produkt nicht verfügbar ist und zum angegebenen Lieferzeitpunkt auch nicht verfügbar sein wird. Solche gegensätzlichen Botschaften wirken auf Kunden irritierend, steigern die Absprungrate und mindern das Vertrauen. Ein Beispiel ist die Seite der Melone Charentais.
Ich empfehle eine transparente, konsistente Kommunikation: Ein klarer Hinweis, dass es sich um ein saisonales Produkt handelt, verbunden mit der Information, ab wann es realistisch wieder verfügbar ist. Eine zusätzliche “Back-in-Stock”-Funktion, bei der Nutzer ihre E-Mail-Adresse hinterlassen können, um benachrichtigt zu werden, sobald die Früchte wieder eintreffen, verwandelt Enttäuschung in Vorfreude. So bleibt der Kaufimpuls erhalten, statt verloren zu gehen und Nutzer interagieren, anstatt zu bouncen.
Zusätzlich spannend für die UX sind aktuell auch die Filteroptionen: Aus Nutzersicht wirken die Filter nicht zu 100% nutzerfreundlich, da Kombinationen möglich sind, die am Ende keine Ergebnisse liefern. Zum Beispiel bei der Auswahl bestimmter Herkunftsländer.
Fazit: Kleine Stellschrauben mit großer Wirkung
Jurassic Fruit verfügt bereits über eine leckere Basis: ein attraktives Sortiment, eine gut strukturierte Website und klare Themen, die von Google erkannt werden. Der erste Blick zeigt jedoch, dass sich durch gezielte Optimierungen noch viel Potenzial ausschöpfen lässt. Mit diesen Schritten wird nicht nur die Sichtbarkeit in Suchmaschinen gestärkt, sondern auch das Einkaufserlebnis für Nutzer spürbar verbessert. Am Ende entsteht eine Win-Win-Situation: mehr Orientierung und Vertrauen für Kunden, mehr stabile Rankings und Conversions für den Shop. Ich bekomme bei Jurassic Fruit Hunger auf mehr… also Team Jurassic Fruit: Wenn Ihr das lest, lasst uns sprechen!