Du möchtest als Publisher für ein bestimmtes Thema eine Autorität aufbauen, um es in Discover und News einfacher zu haben und dadurch konstanteren Erfolg zu feiern?
Klingt erstmal total nach "einfacher gesagt als getan"? Ist es auch. Trotzdem gibt es ein paar klare Faktoren, die Dir dabei sehr helfen und die ich auch von Olaf Seydel in seinem Vortrag auf der NESS gehört habe:
- Deine Brand ist generell bekannt für dieses Thema (auch über Social Media Präsenz, Paid Marketing, etc.)
- Deine Inhalte werden in anderen Publikationen zitiert und Du wirst als vertrauenswürdige Quelle genannt
- Deine Brand hat bedeutende Preise und Auszeichnungen zu diesem Thema erhalten
- Deine Domain wird von thematisch passenden, hochwertigen Seiten verlinkt.
- Deine Rankings decken einen möglichst hohen Anteil von diesem Thema ab (relevante Unterthemen oder auch verschiedene Blickwinkel, welche Dir nebenbei auch bessere Chancen auf Top Stories bringen)
Und:
- Du verdeutlichst mit Deiner internen Verlinkung die thematischen Zusammenhänge Deiner Themen-Cluster (hier solltest Du übrigens schauen, dass Du nicht mit zu vielen Themencluster für Tag-Seiten arbeitest und über längere Zeit immer mal wieder aufräumen solltest – Olaf gab auch den Tipp, sich eher auf Entitäten als auf Themen zu fokussieren)
- Du kannst Autorinnen und Autoren mit Expertise in diesem Thema vorweisen und diese Expertise ist transparent kommuniziert (siehe auch Hannahs Artikel in der letzten Ausgabe)
Diese Punkte kannst Du auch als Indikatoren nutzen, um zu schauen, ob Du auf einem guten Weg bist. Wie Du daraufhin Autoritäten für ein Thema mit verschiedenen Analyseschritten prüfen kannst, hat Hannah Dir neulich in diesem Artikel aufgezeigt.
Was hat Qualität mit Topical Authority zu tun?
Ganz einfach: Du wirst nur von anderen als Quelle genutzt, wenn Dein Inhalt von höchster Qualität ist.
Deine Autorenschaft, Deine internen Verlinkung, Deine Themenabdeckung sind Dinge, an denen Du ganz konkret selber arbeiten kannst. Auszeichnungen zu erhalten, von anderen zitiert und als Quelle verwendet oder auch verlinkt zu werden, ist hingegen nicht direkt umsetzbar.
Dafür musst Du konstant guten Inhalt liefern, bis es ausreicht, als sichere Quelle wahrgenommen zu werden.
Dafür sollten die Informationen absolut vertrauenswürdig sein. Das wiederum funktioniert nur, indem Du für gut recherchierte und detaillierte Informationen sorgst.
Lily Ray wurde nach ihrem Vortrag über Google Algorithmen und Updates gefragt, worauf man sich fokussieren solle und Ihre Antwort war, seine Autorität(en) verstehen, mehr für diese Themen recherchieren und Autorenschaften dazu aufbauen.
Das hat mir nochmal gezeigt, dass Dir all das nicht nur hilft, Reichweite und Discover Traffic aufzubauen, sondern vor allem auch sicherer vor Google Updates zu sein (oder sich damit von solchen wieder zu erholen).
Gute Qualität für den User oder für Google?
Barry Adams stellte beim Panel auf der NESS klar, dass Google die Qualität Deiner Inhalte nicht direkt bewerten, sondern nur die entsprechenden Entität(en) extrahieren kann.
Qualität benötigst Du natürlich weiterhin (für den User, die Wahrnehmung von außen, Auszeichnungen und natürliche Backlinks), allerdings wissen wir ja mittlerweile, dass Google auf Nutzersignale schaut.
Das geht natürlich mit guter Qualität einher – dass Deine User besser und länger mit Deiner Seite interagieren, hängt aber auch von Deiner Übersichtlichkeit, Bedienbarkeit und verschiedenen Interaktionsmöglichkeiten ab.
Mit wertvollen Features wie beispielsweise hilfreichen Dashboards zu einem bestimmten Ereignis sorgst Du gleichzeitig für hohe Übersichtlichkeit, aber auch längere Interaktion Deiner User.
Das kann zum Beispiel die Übersicht zur US-Wahl wie von der Frankfurter Rundschau sein:
Gute Qualität ist also natürlich für den User. Aber Google muss es eben auch mitbekommen.
Eine gute User Experience bedeutet, dass Dir nicht
- 100.000 Anzeigen ins Gesicht springen,
- dass sich nicht ständig Inhalte und Elemente verschieben und
- dass Du Dich auf der Seite zurecht findest ohne stundenlang nach der einen Information zu suchen, betonte auch Glenn Gabe auf der NESS.
Wenn Du Dir Sorgen machst, ob Du auf Deiner Seite zu viele Anzeigen schaltest, empfiehlt Dir Glenn übrigens, es einfach mal zu testen und zu schauen, ob und wie sich Deine User bei wie viel weniger Werbung anders verhalten und besser zurechtfinden.
Zu diesem Thema ist es hilfreich, einen Blick auf die Quality Rater Guidelines zu werfen. Dort kannst Du Dir anschauen, welche Seiten als highest oder lowest quality eingestuft werden. Weitere Gedanken zu "Wie viele Ads sind noch ok?” hat Philipp für Dich in diesem Artikel.
Tatsächlich gibt es keinen bestimmten Anteil an Ads, der generell zu viel ist. Es verhält sich je nach Domain, Zielgruppe und Branche vermutlich ganz unterschiedlich. Am Ende ist die Frage, ob Deine User damit zurechtkommen oder nicht. Deshalb musst Du einfach testen.
Solltest Du das mal machen, dann nimm Dir nicht nur 2-3 Wochen, sondern teste unbedingt über einen längeren Zeitraum.
Bedeuten alte Inhalte automatisch schlechte Qualität?
Nein.
Und bitte lösche nicht alte News nur, weil sie alt sind.
Alt muss nicht zwingend auch schlechte Qualität bedeuten. Das war auch Glenns Reaktion auf diese Frage im Panel auf der NESS: Ja, du solltest Content Pruning für qualitativ schlechte Inhalte machen, aber nein, nicht weil die Inhalte alt sind.
Als qualitativ schlechte Inhalte meine ich an dieser Stelle vor allem nicht hilfreiche Inhalte, die die Suchintention nicht befriedigen.
Dass die Wahrscheinlichkeit, schlechte Inhalte unter den ältesten News-Beiträgen zu finden, ist irgendwo logisch. Du und Deine Redaktion entwickeln sich von Jahr zu Jahr weiter und werden besser. Prüfe die Qualität alter Beiträge trotzdem unbedingt vor einer Löschung.
Dass auch Google davor warnt, kannst Du vor allem im Artikel vom Search Engine Land nachlesen.
Dazu erinnerte John Shehata, dass Du durchaus auf alte Inhalte schauen darfst, um zu prüfen, ob es Inhalte gibt, die sich für eine Konsolidierung von Evergreen Content eignen.
Was Du auf jeden Fall machen solltest, ist eine niedrigere Priorisierung von alten Inhalten, wenn es zur internen Verlinkung kommt.
Bedeutet AI Content automatisch schlechte Qualität?
Lily sagte auf der NESS ganz deutlich, dass Google okay mit AI Content ist, Du es aber unbedingt auch als AI Content Deinen Usern kommunizieren solltest. Transparent sei hier extrem wichtig. Nicht zuletzt, weil Du tatsächlich auch Manual Actions für Intransparenz erhalten kannst.
Die Transparenz finde ich sinnvoll und richtig. Möchtest Du wissen, ob Mensch oder Maschine das, was Du hier liest, geschrieben hat? Ich schon.
Wie AI Content neben dem Offensichtlichen noch zu schlechter Qualität führt, ist, dass unzählige Mengen an Copycat Content erstellt und in den Index gedrückt werden. Inhalte, die auf Basis der Top-3 Rankings erstellt werden und keinerlei Informationen aus erster Hand enthalten.
Also ganz wichtig: Du benötigst eigene Ideen und neue Informationen. AI kann Dir keine einzigartigen, neuen Informationen liefern.
AI kann Dir aber bei Ideen dafür helfen. ;-)
- Hast Du schon einen Workflow, um die Qualität Deiner Publikationen sicherzustellen?
- Nutzt Du dafür AI? Und wie gehst Du mit alten Inhalten um?
- Lieferst Du Deinen Usern eigene, neue Informationen?