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Geschäftsführender Gesellschafter

Auf der Campixx schön zu sehen:

Ganz SEO Deutschland diskutiert darüber, wie denn das neue Ding heißt, das wir alle gerade entwickeln (müssen). Und auch, ob das noch SEO ist.

Ich habe neulich schon darüber geschrieben, dass die Panik, die aktuell verbreitet wird unredlich ist. Gleichzeitig ist allen klar, dass sich einiges verändert.

Für mich ist dabei für die Zukunft von SEO weniger entscheidend, ob es noch eine Aufgabe für uns gibt und wie die aussieht. Da bin ich sehr zuversichtlich. Solange Menschen suchen, werden wir einen Weg finden, das Ergebnis zu beeinflussen, damit User die beste unsere Lösung finden. Für die Zukunft von SEO ist aber viel entscheidender: Welche Geschäftsmodelle werden noch existieren und wie bringen wir diese mit suchenden Usern zusammen.

Aber zurück zum Namen.

Auch ich habe auf der Campixx mit vielen SEOs diskutiert, in kleinen und großen Runden.

Ich halte weiter nicht viel von einer Umbenennung. Aber ich möchte trotzdem gern einmal die aktuellen Vorschläge einmal bewerten.

Spannend fand ich, dass fast alle gesagt haben, dass ihnen egal ist, wie wir es nennen. Nur halt nicht SEO. Eine andere Branche, die ihren Markenkern so gerne kaputt macht wie die SEOs, muss man erstmal finden. Auch das macht diese Branche so sympathisch.

Für mich ist Chatbot SEO der klare Favorit.

Wir sind sehr gut darin uns Subdisziplinen auszudenken:

  • Offpage SEO
  • JavaScript SEO
  • TikTok SEO
  • Amazon SEO
  • YouTube SEO

Da ergibt es für mich Sinn, dass wir Chatbots als weiteres Vertical betrachten.

SEO ist mit dem Neuen tief integriert

Vor allem bei der Verknüpfung mit dem, was wir bisher schon als SEOs gemacht haben.

Im Gespräch auf der Campixx hatten wir dieses unrealistische Szenario entwickelt:

Kunde: 1x GEO bitte.

Dienstleister: 1x GEO. Gerne. Das wichtigste für Gemini, AI Overviews und AI Mode ist die Indexierung bei Google. Bei ChatGPT DeepResearch das Ranking bei Bing. Leider kann ich als GEO-Spezialist nichts dazu sagen. Aber ich frag’ mal meine Kollegen aus dem SEO. Die haben zwar jetzt Kellerbüros, damit man sie nicht mehr sieht, aber die Arbeit machen sie weiter gern.

Kunde: 🤷

Das Neue unterscheidet sich vom SEO durch Fokus auf Sichtbarkeit statt Traffic (nicht)

Jetzt kommen häufig Menschen an und sagen: Ja: Aber es geht in dem neuen SEO der Disziplin, deren Name noch nicht benannt ist, ja nicht primär um Reichweite, sondern um Sichtbarkeit.

Ehrlicherweise komme ich da aus dem Schmunzeln kaum heraus. Schließlich sind SEOs die Könige der Sichtbarkeit und wir haben es immer noch nicht geschafft, Sichtbarkeit als KPI aus den Köpfen zu bekommen. SEO ist also bestens vorbereitet.

Ernsthafter würde ich argumentieren: Das gilt für TikTok SEO, Amazon SEO und Youtube SEO auch. Auch hier geht es nicht um die Maximierung der Reichweite meiner Webseite, sondern um die Maximierung der Sichtbarkeit meiner Produkte und meiner Marke. Und von Barnacle SEO wollen wir noch gar nicht sprechen. Hier geht es ja explizit um die Sichtbarkeit der Marke und weniger um den Traffic. Als SEO-Strategie.

Neuer Name, neues Budget. (oder nicht)

Aber natürlich gibt es dann noch die taktische Argumentation: Wenn wir den Namen jetzt ändern, dann kommen wir endlich an die großen Budgets heran.

An die großen Marketingtöpfe und dann können wir endlich SEO und PR und HR und Product und Brand und und und miteinander verheiraten. Als ob.

Als ob das Problem wäre, dass wir das nicht hinbekommen, weil unser Name falsch ist.

Es liegt vielmehr daran, dass wir nicht in der Lage sind, das zu kommunizieren. Dass wir immer noch kurzsichtige Taktiken einer vernünftigen Strategie vorziehen. Und lieber den einfachen Hack in Anspruch nehmen, statt groß zu denken. Es liegt daran, dass wir uns klein machen. Dass wir versuchen, die Daten besonders genau zu haben, bevor wir etwas prognostizieren. Und parallel andere mit völlig unrealistischen Zahlen an uns vorbei rennen und sich das Budget sichern. Solange wir das nicht ablegen und die Spammer in unserer Mitte dulden, wird ein anderes Label an der Situation nichts ändern.

Aber die Nachfrage ändert sich doch (noch nicht)

Aber, aber, aber – wird dann eingewandt: „Der Markt möchte das. Menschen suchen danach und Du – Johan – sagst doch selbst immer, dass unsere Stärke und Aufgabe ist Nachfrage frühzeitig zu erkennen und zu befriedigen.“

Das stimmt. Aber (alles vor einem “Aber” ist immer gelogen): Wenn ich auf Google Trends schaue, dann sehe ich für SEO einen deutlichen Anstieg. Alles andere stagniert oder hat andere Bedeutungen, die mit erfasst werden. Unter den Breakout Suchbegriffen auf Trends sehen wir “ChatGPT SEO”. Wenn wir also die Sprache des Marktes sprechen wollen, dann sollten wir Chatbot SEO oder ChatGPT SEO anbieten.

Und was nehme ich, wenn ich mich entscheiden muss

Aber jetzt nehmen wir mal an:

Jemand steht vor mir und sagt, ich müsste mich für einen Namen ohne SEO entscheiden oder 1 Jahr Linkbuilding machen.

Natürlich würde ich mir dann einen Begriff aussuchen.

  • AIO: Ich mag, dass es klingt wie ASO (App Store Optimization, die Älteren erinnern sich. Apple hat einen eigenen Guide dazu). Der Name ist schön generisch, sodass auch zukünftige Entwicklungen von AI hineinpassen. Außerdem steht er in den Gelben Seiten weit vorn.
  • GEO: Generative Engine Optimization. Ich denke, dass uns das überhaupt nicht weiterbringt. Es hat eine geringe Levenshtein-Distanz zu SEO, das bedeutet, wir kriegen unser Ziel, uns von uns selbst zu distanzieren, nicht hin. Abgesehen davon ist mir das zu einengend. Generative Systeme zu bespielen ist gut. Aber wer sagt uns, dass nicht doch wieder eine andere Technik um die Ecke kommt.
  • LLMO: Hier gilt das gleiche wie für GEO: Was, wenn die Ergebnisse nicht auf Large Language Models beruhen, sondern die nächste Evolution etwas anderes für uns bereit hält?
  • Relevance Engineering: Schöne Idee von Mike King. Und es hat auch was: Wir arbeiten daran, Relevanz zu steigern und das Engineering klingt fast nach einer Wissenschaft. Aber: Es klingt für mich auch nach Selbstzweck und nicht nach einer Marketingdisziplin.
  • Autoritäts-Management: Für Autoritäts-Management gilt das Gleiche. Wer will nicht seine Autorität managen? Aber Autorität ist ja kein Selbstzweck, sondern muss betriebswirtschaftlichen Zielen folgen. Gleichzeitig bringt der Begriff aber weniger Hybris mit als Relevance Engineering. Da kann ich eher andocken.

Also was mache ich, damit ich nicht Links bauen muss?

Ich entscheide mich für GEO. Trotz Wegen der Nähe zu SEO. Trotzdem bleibe ich bei Chatbot SEO oder AI SEO. Ich bleibe so lange dabei, bis der Markt etwas anderes verlangt. Danach setze ich ganz optimistisch opportunistisch auf den Begriff, der sich durchsetzt als Ergänzung zu SEO.

Bis dahin bleibe ich stolz bei SEO.

Ich werde mich weigern, eine Branche schlecht zu reden, die wie keine andere für die Zukunft aufgestellt ist, weil sie:

  • Interdisziplinär ist, wie keine andere
  • Nachfrage (Menschen) und Angebot (Content, Technik) gelernt hat zusammenzubringen
  • Historisch darauf getrimmt ist, Möglichkeiten und Chancen in den Lücken technischer Systeme zu erkennen.

Ich werde dafür werben, dass wir die Dinge, über die wir seit Jahren reden, auch wirklich nach vorn treiben: Aufbrechen der Silos, Verknüpfung von SEO und Produkt und Brand und und und.

Geschäftsführender Gesellschafter

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