Ich hoffe nicht, denn auch wenn in der letzten Ausgabe des Newsletters schon vieles darüber erzählt wurde, möchte ich gerne eine Ergänzung machen. Wie dem vollen Saal nach zu urteilen viele andere auch, war ich bei Olaf Kopp mit seinem Vortrag “E-E-A-T: Was du garantiert noch nicht weißt!". Wenn mir jemand sagt, dass ich etwas unter Garantie noch nicht weiß, hat er mich natürlich direkt getriggert. E-E-A-T ist außerdem ein Konzept, das oft schwer greifbar scheint, wenn es um konkrete Maßnahmen dafür geht. Also fiel die Wahl in diesem Zeitslot ausnahmsweise mal leicht.
Ich wurde nicht enttäuscht. Vermutlich hast Du Dir schon an anderer Stelle etliche Campixx-Recaps zu Gemüte geführt, daher will ich nicht den ganzen Vortrag zusammenfassen. Falls nicht: Für eine knappe Zusammenfassung empfehle ich Jolles Recap. Olaf hat viele spannende Gedanken geteilt und mich darin motiviert, nochmal in Patente oder WhitePaper von Google reinzuschauen, auch wenn sie schon älter sind.
Der Grund für diesen Artikel geht aber noch weiter. Wenn mich jemand auf oder nach der Veranstaltung nach meinem Lieblingsvortrag gefragt hat, gab es immer denselben Satz von mir: “Mein emotionales Highlight war der Vortrag von Olaf Kopp.” Dabei hat es mir insbesondere eine Folie und das damit einhergehende Statement angetan.
“Du musst eine Marke werden – ich kann es nicht mehr hören.”
Alle, die auch in dem Vortrag waren, haben hier eine einzelne Person laut klatschen hören. Falls Du Dich gefragt hast, wer das war: Du hast ihn gefunden! Ich hätte erwartet, dass andere das ähnlich feiern würden, aber möglicherweise war ich etwas überschwänglich. Denn ich finde schon seit geraumer Zeit, dass “Marke werden” mit Blick auf E-E-A-T ein sehr esoterischer Ratschlag ist und viel zu selten mit konkreten Maßnahmen verbunden wird.
Insbesondere im Aufgabenbereich SEO, der historisch weniger mit Brand Building zu tun hat. Was können wir als SEOs dafür tun, unsere Marke zu prägen? Auf diese Frage gibt es eine Gegenfrage und zwei Antworten. Gegenüber wem soll die Marke geprägt werden? Nutzer:innen oder Suchmaschinen? Im Idealfall erreichen wir beides, doch ehrlicherweise sind das nicht selten zwei unterschiedliche Paar Schuhe.
Passend dazu hielt Maximilian Muhr ebenfalls einen Vortrag auf der Campixx. Das Thema war Marken- und Entitäten-Optimierung. Unter anderem wies er darauf hin, erstmals auch Marken als Entitäten im Knowledge Graph gesehen zu haben, neben Organisationen und Personen. Im technischen Sinne ist es also möglich, eine sprichwörtliche Marke zu sein. Eine Frage, die sich hierbei stellt: Was, wenn meine Organisation gleichzeitig meine Marke ist? Einen doppelten Eintrag habe ich zumindest noch nicht entdecken können.
Aber optimieren wollen wir trotzdem alle, bleibt nur die Frage wie. Einige in der Vergangenheit und aktuell “für E-E-A-T gedachte” SEO-Maßnahmen:
- Autorenprofile
- Strukturierte Daten
- Hochwertige Backlinks
Ob ein Nutzer diese Maßnahmen jemals zu Gesicht bekommt? Die Autorenprofile vielleicht noch. Auf der anderen Seite sollen
- Topical Authority
- Quellenangaben
- Transparenz
wichtig für E-E-A-T sein. Gerade von den letzten beiden Punkten profitieren insbesondere die User. Topical Authority ist so ein Thema, das auf den ersten Blick sehr buzzwordig klingt, bei genauerem Hinschauen aber viel Sinn ergibt. Wenn wir Themen derart besetzen, dass man sich nicht damit auseinandersetzen kann, ohne auf unsere Marke zu stoßen, ist das nicht nur ein Zeichen für einen Algorithmus.
Es wird immer wieder betont, dass es keine einzelne E-E-A-T-Metrik gibt, sondern es sich dabei mehr um ein Konzept handelt, welches Qualitäten Google versucht systematisch zu bewerten. Dann können wir “Marke werden” mehr als das Konzept eines Plans verstehen, für Maßnahmen, die wir im Detail selbst finden müssen. Dabei empfehle ich auch den Vortrag des geschätzten Kollegen Olaf Seydel. Dessen Kernfrage war: Optimierst Du eigentlich mit oder für Google?
Darin erinnert er daran, dass etwas, nur weil es in den Guidelines von Google steht, nicht die zielführendste Einstellung für Deine Website sein muss. Diesen sehr schlauen Reminder möchte ich noch etwas weiter fassen. Was hilft Dir, Deinem Unternehmen, dabei Dich zu etablieren? Hier kommt klassische SEO ins Spiel, aber es könnte auch der Blick über den Tellerrand sein, um eine Community auf Social Media zu etablieren.
Aktuell ist es wieder sehr laut in der Branche und es kursieren viele Themen, die natürlich alle jetzt angegangen werden müssen. Bei alledem darfst Du nicht vergessen, Deinen Case zu fokussieren.