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Junior Consultant

Wir lieben es, wenn Zahlen in die Höhe schießen. Wenn Dinge messbar sind. Kein Wunder, dass der Sichtbarkeitsindex eine beliebte Metrik ist. Er zeigt uns nicht nur, wie sichtbar wir in der organischen Suche sind, sondern erlaubt uns auch einen Blick auf die Konkurrenz.

Das ist nichts Neues fßr Dich. Aber wie häufig beschäftigst Du Dich mit dieser Metrik? Vermutlich (fast) täglich. Dann ist dieses Recap zum Vortrag von Darius Erdt genau richtig fßr Dich.

Der Vortrag kurz zusammengefasst

Neben dem Konkurrenzvergleich hilft der Sichtbarkeitsindex dabei, die Entwicklung einer Domain nachzuverfolgen. Anders als die Daten der Google Search Console ist der Sichtbarkeitsindex unabhängig von saisonalen Schwankungen.

Darius hat angeregt, Fragen zu stellen und Ăźber die Metrik "Sichtbarkeit" nachzudenken. Sichtbarkeit = Sistrix Sichtbarkeitsindex? Reicht das? Die Fragen hat Darius mit 3 Thesen untermauert.

Darius hat 3 Thesen aufgestellt:

1\. Der Sichtbarkeitsindex bildet nicht ausreichend ab, was man in den SERPs findet.

2\. Die Berechnung der Sichtbarkeit auf Basis einer Domain ist unzureichend.

3\. Sichtbarkeit und SEO sind mehr als nur Google.

Der Sichtbarkeitsindex bildet nicht ausreichend ab, was man in den SERPs findet

Was Darius hiermit meinte, sind beispielsweise Google Ads. Der geschätzte Traffic und die Klickwahrscheinlichkeit in Sistrix berßcksichtigen keine Suchanzeigen. Wir wissen aber, dass diese geklickt werden. Ansonsten hätten unsere SEA-Kolleg*innen keine Arbeit.

Außerdem: Der Sichtbarkeitsindex (SI) kann fallen, obwohl sich das Ranking nicht verschlechtert hat. Wie das geht? Das durchschnittliche Suchvolumen für Suchbegriffe lässt nach, oder die Keywords fallen aus der Sichtbarkeitsbetrachtung raus, denn Sistrix betrachtet nicht ALLE Keywords.

Bei beiden Argumenten denke ich, dass das selten zu großen Veränderungen in der Sichtbarkeit führt. Trotzdem ist es richtig, sich über die Schwächen unserer Metriken Gedanken zu machen.

Kommen wir nochmal zu den Anzeigen zurßck: Wäre der Pixelrank dann besser geeignet als der SI? Darius sagt nein, da die Metrik kontraintuitiv und eher fßr individuelle SERP-Betrachtungen sinnvoll ist. Da stimme ich zu. Ich finde den Pixelrank interessant, in der Benutzung aber häufig noch relativ sperrig.

Wenn Du das mal ausprobieren magst, kannst Du Dir den SERP Snippet Extractor von Stephan Czysch als Chrome Plugin herunterladen. Damit kannst Du nicht nur die Top-Ergebnisse extrahieren, sondern beispielsweise auch die Pixelposition in dem von Dir eingestellten Viewport.

Darius hat auch die Probleme von Traffic-Schätzungen diverser Tools hervorgehoben, die vom realen Traffic deutlich abweichen können. Das ist bei Third Party Tools immer eine große Gefahr. Um Forecasts machen zu können, sind derartige Zahlen also nur bedingt geeignet.

Was ich für Forecasts grundlegend verinnerlicht habe: Sie müssen und können nicht perfekt sein. Vor allem wenn man neu in einem Unternehmen arbeitet oder einen neuen Kunden betreut, fehlt die Erfahrung mit der Domain. Oder der Umsetzungsgeschwindigkeit, dem Durchsatz an Maßnahmen, etc.

Die Berechnung der Sichtbarkeit auf Basis einer Domain ist unzureichend

In der SEO sagt man oft folgendes:

"Die Konkurrenz in den SERPs ist die SEO-Konkurrenz."

Darius stellte das in Frage, denn oft ist es so, dass große Unternehmen eine Vielzahl von Domains steuern, die für die gleichen Keywords konkurrieren. Ist das dann wirklich Konkurrenz? Laut Darius eher nicht. Es gibt eindeutige Mehrmarkenstrategien, wie z. B. von Mediamarkt und Saturn.

Auch Glen Allsopp hat dazu vor kurzem eine fantastische Studie veröffentlicht. Die musst Du Dir anschauen! Er hat über 250.000 Keywords analysiert und geprüft, wie stark die SERPs von großen Unternehmen mit vielen Domains dominiert werden.

Ganz wichtig: Es hĂśrt aber nicht bei Mehrmarkenstrategien auf. Darius hat Beispiele gezeigt und deutlich gemacht, dass Sichtbarkeit auch auf anderen Domains entstehen kann. Bei Software-Angeboten wie VPNs beispielsweise ist die Konkurrenz in den SERPs zwischen den Tool-Anbietern. Wenn in einem Vergleichsportal aber das eigene VPN beworben wird, dann ist das ebenfalls ein kleiner Sieg.

Als Metrik schlägt Darius daher den Brand SERP Domination Score vor. Kurz erklärt: Neben dem eigenen Ranking prßfst Du, ob Deine Domain/Deine Marke anderweitig erwähnt/verlinkt wird und vergibst dafßr Punkte. Ein Foto aus dem Vortrag von Darius. Das Konzept der Bewertung fßr den Brand SERP Domination Score wird durch Beispiele verdeutlicht. Eine Erwähnung in den Inhalten anderer bringt eine ProzenterhÜhung neben dem eigenen Ranking.

Rankst Du also z. B. auf der Position 1, bekommst Du 100%. Wenn Du dann noch erwähnt wirst, gibt es +10%, falls die Marke im Page Title dieses Ergebnisses aufkommt, usw. In Tabellenform sieht das dann am Ende so aus:Ein Foto aus dem Vortrag von Darius. Zu sehen ist eine Tabelle mit den Spalten Ranking, CTR-Kurve, Brandmention/Link, Bewertung der Brandmention/Link und dem Ergebnis.

Spannender Ansatz. Erster Gedanke: Wie soll man das skaliert messen? Bisher gibt es kein Tool, was so etwas misst. Darius hat einen kleinen Tool MVP in Excel-Form gezeigt und um Feedback gebeten. Als Graph kann die Entwicklung folgendermaßen aussehen:

Ein Foto aus dem Vortrag von Darius. Zu sehen ist eine Graphendarstellung, bei der auf der Y-Achse der Brand SERP Domination Score von 0 bis 100% dargestellt wird. Auf der rechten Seite der Y-Achse folgt noch die Anzahl der Top-20 Domaination. Die X-Achse zeigt einen Zeitraum, z. B. von einem Jahr.

Brand Erwähnungen werden wichtiger, der Meinung bin ich auch. Daher kommt diese Idee fßr eine neue Metrik wie gerufen. Vielleicht findet ein Tool-Anbieter die Idee ja interessant?

Sichtbarkeit und SEO sind mehr als nur Google.

Das hat nicht nur Darius befürwortet. Auch Bastian Grimm verwies darauf, dass die klassische Suche nicht ALLES ist, wo Menschen suchen. Es gibt das berühmte Google Zitat, was leider oft falsch wiedergegeben wird. "Ein großer Teil der Gen Z sucht lieber auf TikTok und Instagram".

Was eigentlich gesagt wurde:

"In our studies, something like almost 40% of young people, when they're looking for a place for lunch, they don't go to Google Maps or Search, they go to TikTok or Instagram."

40% sind nicht wenig. Aber das gilt nicht für ALLES, sondern nur für bestimmte Themen. Trotzdem ist der Anteil nicht zu verachten. Der Meinung bin ich auch. Die Zeiten, in denen auf TikTok ausschließlich in kurzen Videos zu Musik getanzt wurde, sind vorbei. Neben der Google Aussage gibt es eine aktuelle Studie von Rise at Seven zu dem Thema.

Bei den Suchmaschinen gilt ebenfalls, dass Google nicht alles ist. Bing wird oft unterschätzt. Ich erinnere gerne an Johans weise Worte, in denen er das Umsatzpotenzial fßr eine Verbesserung der Bing Indexierung aufgezeigt hat.

Der Appell: Lege nicht alle Eier in einen Korb und erweitere Deinen Horizont.Ein Foto aus dem Vortrag von Darius. Zu sehen ist ein Bild von Karl Kratz und dem Zitat "Lege nicht alle Eier in einen Korb".

Meine Gedanken zur extremen Sichtbarkeit

Der Sichtbarkeitsindex ist nicht ohne Grund eine DER Metriken in der SEO. Was mir am Vortrag wirklich gut gefallen hat, ist das kritische Denken. Anstatt die Metrik einfach hinzunehmen, wurde Ăźber den Tellerrand hinaus geschaut und nicht nur kritisiert, sondern ein konkreter Vorschlag gemacht, wie die Sichtbarkeit weiter gedacht werden kann.

Daher mĂśchte ich einen meiner Gedanken einstreuen: Sichtbarkeit ist eine Output Metrik. Es wird gemessen, was am Ende rauskommt. Ein Blick in die Zukunft fehlt. DafĂźr braucht es Input Metriken. Diese helfen uns zu verstehen, ob wir die Dinge tun, die auf unseren SEO-Erfolg einzahlen.

Der Sichtbarkeitsindex sagt uns dann als Output Metrik, ob wir unsere Arbeit richtig gemacht haben. Aber um die Sichtbarkeit zu steigern, kĂśnnen wir Sistrix nicht nett fragen, sondern mĂźssen ranklotzen (Input Metrik z. B. in Form # von verĂśffentlichten relevanten Inhalten).

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