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TL:DR; Zusammenfassung
  • KI-generierter Content wirkt oft unauthentisch, weil LLMs keine Empathie besitzen.
  • Nutzerintentionen gehen über reine Informations-, Transaktions- oder Navigationsbedürfnisse hinaus und beinhalten stets tiefere emotionale Aspekte.
  • KI kann bei der Content-Strukturierung unterstützen, doch ein menschlicher Autor muss die Vorarbeit der KI aktiv mit Empathie veredeln, statt sie nur abzusegnen.
  • Optimiere Deinen Content strategisch, indem Du empathisch auf die emotionalen Bedürfnisse Deiner Zielgruppe eingehst, denn dies steigert maßgeblich den Erfolg.


KI kann keine Empathie.

So, SEO Campixx 2026 ist zu Ende. Mein Highlight dieses Jahr: Sandra Signores großartiger Vortrag zu Human SEO. Ich bin quasi versehentlich in den Vortrag geraten, aber es war für mich ein Glücksgriff. Ich habe noch einige andere sehr gute Vorträge auf der Campixx gesehen, aber dieser war für mich der interessanteste dieses Jahr.

Sandra hat das Thema Empathie einmal aus neurologischer Perspektive beleuchtet und von dort ausgehend beschrieben, wie Nutzer (bzw. ihre Gehirne) subjektive Kriterien, wie Authentizität, "Persönlichkeit" und "Echtheit" bewerten.

Ihre These war, dass LLM-generierter Content für Nutzer häufig unauthentisch wirkt, weil LLMs Empathie fehlt. LLMs basieren auf Stochastik und Stochastik hat nunmal keine Emotionen.

Algorithmen der Suchmaschinen fehlt diese Empathie genauso, und entsprechend können sie diese subjektiven Faktoren auch nicht bewerten. Aber Suchmaschinen können die Spuren der Empathie messen: In Nutzersignalen. Sandra ist hier nicht abgebogen, um Navboost, GLUE und Co zu erklären. (Das wäre auch unseriös gewesen, schließlich sind Details der Messung Googles Geschäftsgeheimnis und Burggraben. Google wurde zwar dazu verknackt, diese Daten offenzulegen, hat aber schon angekündigt, dass sie dazu in Revision gehen und ich glaube, ich lehne mich nicht zu weit aus dem Fenster, wenn ich sage, dass Googles Anwälte sich mit Klauen und Zähnen dagegen wehren werden, dass dieses Urteil rechtskräftig wird.)

Stattdessen hat Sandra Möglichkeiten aufgezeigt, wie wir Empathie in unsere SEO-Prozesse einfließen lassen und wie wir KI für SEO nutzen können, ohne das Menschliche in diesem Content zu verlieren.

Die Kernbotschaft habe ich so verstanden: Nutzer-Intentionen solltest Du auch auf emotionaler/empathischer Ebene betrachten.

Die Nutzerintention geht tiefer als "Informational", "Transactional" oder "Navigational". Ein Nutzer, der im Internet etwas sucht (oder einen Chatbot fragt), will nicht nur ein Problem lösen. Hinter dem Nutzerbedürfnis steckt auch eine Emotion (oder vielleicht auch mehrere Emotionen).

KI kann uns helfen, den Text zu strukturieren, aber es sollte nicht nur ein "Human in the Loop" alles abnicken, was die KI textet. Ein menschlicher Autor sollte die Vorarbeit der KI aktiv mit Empathie veredeln.

Ob und wie viel Dein Contenterstellungsprozess durch KI unterstützt wird und wie umfangreich die empathische Veredelung stattfindet, ist Deine strategische Entscheidung.

Je besser Dein Content zu den emotionalen Bedürfnissen der Nutzer passt, desto erfolgreicher wird er sein.

Zum Schluss noch zwei Fun Facts:

Fun Fact 1

Dass das Ganze sehr individuell ist und der gleiche Inhalt für verschiedene Nutzer völlig unterschiedlich wirkt, ist mir im Vortrag auch ganz subjektiv an Sandras Beispielen aufgefallen.

Sandra fragte anhand kurzer Textsnippets zu einer Query, welcher Text KI-generiert war und welcher nicht. Die KI-Variante war nüchtern und sachlich, der Text von menschlichen Autoren hat die Emotionen angesprochen.

Letzteres hat in mir sofort starke Assoziationen mit den anbiedernden Antworten von ChatGPT und Co. geweckt. Ich lag also voll falsch. Ein Glück hatte ich mich nicht für die Antwort gemeldet. Das wäre total peinlich gewesen, so in aller Öffentlichkeit daneben zu liegen.

Fun Fact 2

Das hat jetzt gar nix mit dem Thema zu tun, aber bei der Suche nach der Quelle zum DOJ-Trial habe ich nochmal durchgelesen, was Google zu den "Remedies" geschrieben hat und bin über diese Formulierung gestolpert:

DOJ’s proposal would force Google to share your most sensitive and private search queries with companies you may never have heard of, jeopardizing your privacy and security. Your private information would be exposed, without your permission, to companies that lack Google’s world-class security protections, where it could be exploited by bad actors.

Starke Aussage für einen Konzern, dessen Ads-Abteilung für jede einzelne Suche, die in Google durchgeführt wird, im Hintergrund einen Real-Time-Bidding-Prozess laufen lässt, in dem die exakte Query und jede Menge ergänzende Nutzerinformationen, wie Standortdaten, Altersgruppe, Geschlecht, Themen, für die sich ein Nutzer interessiert und so weiter und so fort in Echtzeit an unzählige Ad-Tech Firmen verteilt wird (und darüber dann an Data-Broker, Geheimdienste und alle, die sonst noch Lust haben für diese Daten Geld auszugeben)...

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