**Das Wichtigste in Kürze:**
* Deine User Journey beginnt selten auf Deiner Website, sondern auf Google, wo oft auch Deine Social Media Posts statt Deiner Landingpages ranken, ohne dass Du den Google-Traffic in der GSC sehen kannst.
* Google führt neue Social Media Properties in der GSC ein, um Dir zu zeigen, wie viel Traffic Deine Social Posts direkt über Googles Algorithmen erhalten.
* Google erhält durch diese Zuordnung außerdem ein klares Signal, welche Social Media Accounts Deiner Domain/Marke gehören, was für die Markenbekanntheit und damit das Vertrauen relevant sein kann.
* Du kannst Deine Social Accounts für Instagram, TikTok, X und YouTube künftig als Search Console Properties einrichten und so den Leistungsbericht für diese Inhalte nutzen.
* Nutze diese Daten, um konstruktiv mit Deinem Social-Team zusammenzuarbeiten und gemeinsame Strategien zu entwickeln, anstatt über potenzielle SEO-Kannibalisierung zu streiten.
Google präsentiert Probelauf progressiver Platform Properties
Wir schreiben das Jahr 2026; es ist fast 8 Jahre her, dass Tom Eastman sagte, das Internet sei: “a group of five websites, each consisting of screenshots of text from the other four.”.
Ob es jetzt immer noch fünf sind und ob in Zeiten von AI noch Screenshots sind oder in vielen Fällen auch LLM-Derivate des Contents, kann man sich bestimmt prima drüber streiten; das können wir aber bitte wann anders tun.
Fakt ist: Die User Journey beginnt nur noch in den seltensten Fällen auf Deiner Website. In der Regel beginnt sie (auch heute noch) bei Google.
Früher (dieses sagenumwobene Früher, wo alles besser war) ging der nächste Schritt dann auf Deine Website und von da aus dann in Deinen Conversion-Funnel (also im Idealfall).
Die anderen 4 Webseiten, von denen Tom Eastman sprach, ranken aber auch bei Google. Je nachdem, was Dein Social-Media-Team so treibt, ranken Eure Social-Posts manchmal sogar besser als Deine Landingpage.
In der GSC sieht man davon natürlich nix, weil die URL nicht aus Deiner Property stammt, sondern aus der GSC-Property der jeweiligen Plattform.
Die anderen Plattformen verraten Dir in ihren Reportings natürlich auch nicht, dass Dein Insta-/Tiktok-/Wasauchimmer-Post eigentlich über Google kam, statt über den großartigen plattformeigenen Algorithmus.
Google hat beschlossen, daran jetzt etwas zu ändern und verkündete neue Social Media Properties in der GSC.
Mit den neuen Properties kann Google den Content Creators nun zeigen, wie viel Traffic ihrer Social-Posts von Googles Algorithmen stammt.
Google erhält nebenbei außerdem eine recht eindeutige Zuordnung, welche Social-Media-Accounts zu Deiner Domain/Marke gehören.
Ich habe keine Ahnung, inwiefern Google plant, diese Information zu verwerten. Aber Google sucht stetig nach neuen Signalen, um die Spreu vom Weizen zu trennen oder, konkret: den Spam vom hochwertigen Content.
Die Menge an Followern, die eine Marke auf Social Media hat, ist da kein allzu schlechtes Signal für die Markenbekanntheit und damit mittelbar für den “Trust” (das T in EEAT), den sie bei Nutzern hat.
Und was bringt es Dir so ein Property einzurichten?
Das Feature wird nun nach und nach ausgerollt. Ich habe es noch nicht ausprobieren können, aber wenn es irgendwann verfügbar ist, kannst Du damit Deine Social Accounts auf den anderen 4 Plattformen (siehe oben für die Analogie ;)) als Search Console Properties anlegen.
Aktuell für Instagram, TikTok, X, YouTube. (Ich glaube, Tom Eastman hatte damals wohl eher Facebook im Sinn als TikTok, aber die Zeiten ändern sich…)
Laut Google wird es primär den Leistungsbericht der GSC geben.
Im Worst Case ist es vielleicht frustrierend für das Social-Team, wenn die Zahlen zeigen, dass einzelne Social-Maßnahmen eigentlich nur SEO kannibalisieren.
Aber das solltest Du nicht zu einem Blame-Game eskalieren lassen. Ich bin sicher, SEOs und Social-Experten können in konstruktiver Zusammenarbeit viel Spannendes aus diesen Daten lernen und damit Strategien entwickeln, wie sich SEO und Social gegenseitig unterstützen.
Ich bin gespannt auf diese Properties und was es da zu lernen gibt.