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Diese Frage hat in den letzten Wochen auf LinkedIn zu hitzigen Diskussionen unter einem Post von Phoebe Sophia Russell gefĂźhrt.

Ich finde, das ist eine Frage der Definition. Wenn wir sagen, dass eine klassische Suchmaschine ausmacht, dass sie verschiedene Datenquellen durchsucht, dann ist TikTok keine klassische Suchmaschine. Geht es bei einer Suchmaschine nun aber grundsätzlich um ein Programm, das in einer Datenbank nach Einträgen sucht und ausspielt, die zum eingegebenen Query passen, dann ist alles mit einer Suchfunktion auch eine Art Suchmaschine.

Wenn ich ehrlich bin, finde ich diese Diskussion aber beinahe mßhselig, denn Fakt ist, dass das Suchverhalten von Menschen sich ändert. Eine Studie zum Medienkonsum von Kindern und Jugendlichen hat beispielsweise kßrzlich herausgestellt:

"A new study of children's online habits found that children ages 4 through 18 spent a global average of 112 minutes daily on TikTok's short video app in 2023, an increase from 107 minutes the year prior."

Und auch in meinem letzten Artikel habe ich Dir bereits berichtet, dass es Suchanfragen gibt, bei denen User weniger auf Google suchen. Dom Hawes hat es in der LinkedIn-Diskussion eigentlich sehr treffend gesagt:

"I love the thread below... such a fabulous example of marketers getting lost in their own language and echo chamber. Who cares whether it's a search engine or not? Users certainly don't."

Wir sollten uns also nicht nur mit dem "Was suchen User eigentlich wie", sondern auch mit dem "Wo suchen User" beschäftigen. Ich wßrde Andy Chadwicks Aussagen aus seinem Artikel "Search Experience Optimisation vs Search Engine Optimization" genau so unterschreiben:

"Going forward, you may want to view keywords with a "second layer of intent", so to speak. Rather than just saying "this keyword is informational" it may be useful to know "This keyword is informational, AND for THIS audience, it would probably do better on TikTok".

You'd then want to create content which aligns with this "second level" of intent. I call it "3D intent" because we're effectively trying to add a 3rd dimension of intent to a keyword."

Das heißt nicht, dass Du jetzt zwangsläufig einen TikTok Kanal brauchst, Du solltest bei einer Themenrecherche künftig aber nicht nur nach Suchvolumen und Search-Intent entscheiden, ob ein Keyword für Dich geeignet ist, sondern auch, ob Du die notwendige Plattform bedienen kannst. 

Aber wie kĂśnnen wir auf diese Entwicklung reagieren?

Erstmal ruhig bleiben – denn glücklicherweise ändert sich die Welt meistens nicht von heute auf morgen. An Deiner Stelle würde ich: Mit Deinen Kollegen und Kolleginnen aus dem Social Media Bereich sprechen, vielleicht ergeben sich hier spannende Synergien.

Dazu hat Carrie Rose von einem tollen Case zu einer Multi-Channel-Content-Marketing-Strategie fßr einen Reiseveranstalter in UK berichtet. Hier wurden aus 300 Videos verschiedene Content Pieces geschaffen, die auf Pinterest und als GIF gespielt wurden. Der Effekt war, dass sie User dadurch noch besser in den verschiedenen Stadien der Customer Journey abholen konnten. Als Nächstes soll eben dieser Content auch auf TikTok gespielt werden. Smart, denn die Kosten sind ßberschaubar.

Vielleicht kann man ähnliche Synergien auch fßr Deine Website schaffen, denn häufig mangelt es klassischen SEO-Teams an individuellem Bild und Videomaterial. Schau doch mal, was Du bei Deinen Social-Kollegen so in der Schublade findest, denn spannend wäre doch zu schauen, was passiert, wenn wir auf Websites noch mehr versuchen, dem User verschiedene Content-Formate zur Verfßgung zu stellen.

Natürlich führt diese Entwicklung dazu, dass klassische Suchmaschinen unter enormem Druck stehen, die Bedürfnisse von Usern noch zu erfüllen. Dazu erzählen Philipp und Johan Dir in der Reihe "Google under Pressure" aber mehr. 🙂

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