In einer kürzlich erschienenen Podcast-Folge von Björn Darko war Kevin Indig zu Gast und sprach dabei über eine Vielzahl spannender Themen. Natürlich kam dabei auch das Thema KI auf und in dem Zusammenhang die derzeit allgegenwärtige Frage: Ist SEO tot?
Kevin hatte dazu eine spannende Beobachtung: Laut ihm ist SEO im Verlauf der Jahre bereits mehrfach “gestorben”. Immer wieder gab es Phasen, in denen sich die Rahmenbedingungen so grundlegend verändert haben, dass sich SEO auch fundamental ändern musste.
Was gestern noch ein Muss war, ist morgen überflüssig. Ein großartiges Beispiel für diese ständige Veränderung: Exact Match Domains, kurz EMDs.
Die goldenen Jahre der EMDs
Wer in den frühen 2010er Jahren eine Domain wie tolle-seo-beratung.de, finanzversicherungsvergleich24.net oder ähnliche besaß, hatte im Ranking fast schon gewonnen. Ganz unabhängig vom eigentlichen Inhalt der Seite. Der Grund: Google hat den Namen einer Domain für die Relevanzberechnung der Seite berücksichtigt.
Diese Domains waren/sind heiß begehrt und wurden oft für hohe Summen verkauft. Teilweise bis zu 30 Millionen USD, wie im Beispiel von Voice.com.
Das Ende kam 2012
Mit einem Update im Jahr 2012 änderte Google die Spielregeln: Domains allein, ohne hochwertigen Content, reichten nicht mehr aus. Exact Match Domains verloren massiv an Einfluss. Zwar wurde in den Jahren danach noch viel darüber spekuliert, ob eine EMD bei gutem Content eventuell indirekt helfen könne, aber der klare Ranking-Vorteil war verschwunden.
Eine auch heute noch gelegentlich genutzte Strategie ist das Weiterleiten einer Exact Match Domain auf die eigene Website oder deren Einsatz als Backlink-Quelle. Wie effektiv das seit dem Google-Update tatsächlich noch ist – oder wie effektiv Linkbuilding generell ist – bleibt jedoch fraglich.
Exact Match Domains heute
Heutzutage wissen wir sicher, dass EMDs keinen direkten Vorteil für (Google-)SEO mehr bringen. Content, interne Verlinkung und technisches Setup sind viel wichtiger. Doch während EMDs kein Cheatcode fürs Ranking mehr sind, können sie dennoch auf andere Weise helfen. Denn Exact Match Domains bieten folgende Vorteile:
- Vertrauen in der SERP: Eine Domain wie nette-seo-beratung-von-nebenan.de wirkt für viele Nutzer:innen auf den ersten Blick vertrauenswürdig.
- Wiedererkennbarkeit: EMDs sind leicht zu merken – und das stärkt den Marken-Eindruck.
- Brandbuilding: Auch wenn es sich nicht um eine klassische Marke handelt, kann eine prägnante EMD beim Aufbau einer Marke helfen.
- Ankertext-Synergie: Links zur Domain enthalten automatisch den passenden Keyword-Ankertext.
Speziell im Zeitalter von KI-Müll, in dem Brands immer wichtiger werden, können Exact Match Domains also helfen, ein gewisses Vertrauen und eine Kundenbindung aufzubauen.
Gleichzeitig ist es schwerer, Google und Usern beizubringen, dass es sich wirklich um eine Marke handelt. Dafür zu sorgen, dass kaffeebohnenvergleich247.info Vertrauen erzeugt und nicht nach Affiliate-Spam riecht, ist eine Herausforderung.
Selbst wenn aber eine EMD Vorteile haben sollte: Ein Rebranding für SEO ist sicher keine gute Idee. Und ein Rebranding ist auch immer eine SEO-Herausforderung. Die gleichen Vorteile erhältst Du auch, wenn Du unter Deiner bestehenden Domain kontinuierlich hochwertigen, hilfreichen Content lieferst. Sobald Deine Domain mit Qualität und Mehrwert verknüpft wird, entsteht ganz automatisch Vertrauen. Sowohl bei Google als auch bei Deinen Nutzer:innen.
Fazit: SEO bedeutet Wandel
Exact Match Domains sind ein Paradebeispiel dafür, wie ein ehemals zentraler SEO-Faktor innerhalb weniger Jahre an Bedeutung verlieren kann. Was einst nahezu garantiert zu Top-Rankings führte, bietet heute bestenfalls indirekte Vorteile.
Und doch: SEO lebt. Es verändert sich. Es wächst weiter. Und wer bereit ist, sich mitzuentwickeln, bleibt sichtbar.