Auf die Gefahr hin, dass ich die millionste Person bin, die Dir was über gute und schlechte Texte erzählt, aber: Mit guten Texten sparst Du Energie!
In meinem vorherigen Artikel habe ich Dir bereits den Draft der Web Sustainability Guidelines vorgestellt. Ein Fazit war: Je länger Menschen vor leuchtenden Bildschirmen sitzen, desto mehr Energie verbrauchen sie. Das gilt natürlich auch für Texte. Je mehr Zeit Menschen benötigen, um Deinen Text zu lesen, umso mehr Strom verbrauchen ihre Bildschirme dabei.
Eine nachhaltigere Website ist daher kein rein technischer Vorgang. Damit Du Dir das besser vorstellen kannst, habe ich hier ein paar Beispiele für energieintensive Sätze:
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Die Verwendung vieler Substantive, Substantivierungen und Passiv-Schreibweisen wird bei Deiner Leserschaft zu einer Erschwerung des Verständnisses für Dein Geschriebenes führen. ➡️ Schreib aktiv und bevorzuge Verben.
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Deine Sätze sind einfach ewig lang, zwar gut verschachtelt und die Kommasetzung ist auch richtig, aber am Ende könnte man aus Deinen Sätzen auch mehrere machen, dann wäre das Ganze viel leichter zu verstehen und wie ging dieser Satz hier eigentlich nochmal los? ➡️ Mach's kurz.
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In Deinem Text manifestiert sich eine profuse Koinzidenz von Fremdlexemen, welche Du in geradezu opaker Manier nicht exponierst: Individuen sehen sich ergo genötigt, konkomitant weitere Internetpräsenzen zu frequentieren, um die Klarifikation Deiner Expositionen zu erlangen. ➡️ Danke ChatGPT. Das hätte ich selbst nicht schwieriger hinbekommen.
Tipp: Auf der Seite wortliga.de/textanalyse kannst Du Deinen Text auf genau diese Fehler prüfen lassen.
Es ist zum einen ärgerlich, Sätze mehrfach zu lesen und jedes zweite Wort zu googlen, weil man einfach nichts versteht. Zum anderen kostet das Zeit, Energie und letztendlich Geld.
Ein gut geschriebener Text ist allerdings nur die halbe Miete. Eine vorteilhafte Formatierung und eine klare Dokumentenstruktur ist genauso wichtig. Damit hilfst Du Lesern zusätzlich, Deinen Text schnell zu verstehen. Achte also zum Beispiel auf die richtige Reihenfolge Deiner Überschriften und halte Deine Absätze kurz. User können Deinen Text dann besser überfliegen und in kurzer Zeit zu den für sie interessanten Inhalten gelangen.
Der WSG-Draft empfiehlt für Texte darüber hinaus:
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Kein Jargon
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Kein Gendern
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Keine Fachsprache ohne Erklärungen
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Einfache, verständliche Sprache
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Ausreichend Zeilenabstand
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SEO, um die Auffindbarkeit der Website-Inhalte zu verbessern
Die WSG sind aktuell nur ein Entwurf und nicht verpflichtend. Ob das in dieser Form irgendwann mal ein Standard wird, steht derzeit auch noch in den Sternen. Was meinst Du, kann das so bleiben oder fehlen Dir wichtige Kriterien?