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Vielleicht hast Du schon letztes Mal meinen Artikel über Barrierefreiheit und das Prinzip der Wahrnehmbarkeit gelesen. Dass es hier und auch bei den anderen drei Prinzipien (bedienbar, verständlich und robust) noch viel Verbesserungsbedarf gibt, zeigt ein aktueller WebAIM-Report:

  • Von 1. Mio geprüften Home Pages hatten 81% einen zu geringen Kontrast.

  • Bei 54,5% fehlte bei Bildern der Alt-Text.

  • Form Input Labels fehlten bei 48,6%.

  • 44,6% hatten leere Linktexte und 28,2% leere Buttons.

  • Die Document Language fehlte bei 17,1% der getesteten Home Pages.

Das klingt nach viel Luft nach oben. Was Du in puncto barrierefreie Bedienbarkeit besser machen kannst, möchte ich Dir heute anhand einiger Beispiele zeigen. Doch von vorn:

Operable = Bedienbar

"User interface components and navigation must be operable."

(deutsch: Bestandteile der Benutzerschnittstelle und Navigation müssen bedienbar sein.)

§ 2 WCAG

Wie schon bei der Wahrnehmbarkeit, reicht es auch bei der Bedienbarkeit nicht aus, nur einen Weg zu ermöglichen. Das heißt, Deine Website darf sich zum Beispiel nicht nur mit der Maus bedienen lassen, sondern sollte auch per Tastatur zugänglich sein. Und wichtig: Es muss möglich sein, angesteuerte Komponenten auch wieder zu verlassen, ohne zusätzlich die Maus zu benutzen. Stell Dir vor, Du kannst zwar die Suchfunktion ansteuern, aber kommst dann mit der Tastatur nicht wieder aus dem Suchfeld raus. Doof, oder?

Falls Du die Tastaturbedienbarkeit bei Deiner Website selbst testen möchtest:

  • Mit der Tab-Taste geht es vorwärts. 

  • Mit Shift + Tab geht es wieder zurück.

Neben Maus und Tastatur sollte Deine Website aber auch noch weitere Eingabemöglichkeiten unterstützen, zum Beispiel über Gesten (Erfolgskriterium 2.5.1. WCAG) auf einem Touchscreen.

Neben der physischen Bedienbarkeit spielt aber auch die Zeit eine wichtige Rolle. Denn Menschen müssen ausreichend Zeit haben, um Deine Website zu lesen und zu benutzen (und dürfen zum Beispiel nicht einfach nach 5 Minuten automatisch ausgeloggt werden, weil sie nicht schnell genug eine Handlung durchführen können).

Außerdem darf Deine Webseite keine Elemente oder Inhalte aufweisen, die Anfälle auslösen können – wie zum Beispiel Animationen oder blinkendes Licht. Falls Du Dich damit detaillierter befassen möchtest, hier ein paar Lese- und Tool-Tipps:

Was kannst Du als SEO verbessern?

Auf die bis hierhin genannten Kriterien von "Bedienbar" hast Du als SEO vermutlich nicht viel Einfluss. Aus der Richtlinie "Navigierbar" fällt aber Einiges in Deinen Verantwortungsbereich. Folgende Kriterien führen zum Beispiel zu mehr Barrierefreiheit und entsprechen gleichzeitig SEO Best Practices:

  • Titles beschreiben den Inhalt oder Zweck der Webseite.

  • Überschriften beschreiben das Thema oder den Zweck des nachfolgenden Absatzes.

  • Linktexte sind nicht generisch, sondern beschreiben das Linkziel.

Falls Du direkt loslegen und zum Beispiel heute Deine Linktexte überprüfen möchtest: 

An dieser Stelle beschreibt Anita, worauf es bei Links und Linktexten aus SEO- und Design-Sicht ankommt.

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