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So oder so ähnlich hab ich das ganz am Anfang meines SEO-Lebens vor 13 Jahren mal gelernt. Heute wissen nicht nur ich, sondern auch viele andere das besser. Trotzdem höre ich immer mal wieder die Mär von vielen Keywords in Alt-Texten, weil das für SEO halt viel besser sei.

Bevor ich jetzt darauf eingehe, was das für die Barrierefreiheit bedeutet, hier eine Aussage von Google dazu:

“Google verwendet den Alt-Text zusammen mit Algorithmen für Computer Vision und dem Inhalt der Seite, um das Thema des Bildes zu verstehen. Alt-Text in Bildern ist auch als Ankertext nützlich, wenn du ein Bild als Link verwendest.

Das wichtigste Ziel beim Verfassen deines Alt-Textes sind nützliche, informative Inhalte mit passenden Keywords, die sich auf den Seiteninhalt beziehen. Überlade alt-Attribute nicht mit Keywords (auch als überflüssige Keywords bezeichnet), da dies nicht nutzerfreundlich ist und schnell dazu führen kann, dass deine Website als Spam eingestuft wird.”

https://developers.google.com/search/docs/appearance/google-images

Du kannst also durchaus Keywords in Deine Alt-Texte schreiben. Achte aber darauf, dass das sinnvoll ist und Du dennoch den Bildinhalt vernünftig wiedergibst. Wie Du das machst, erkläre ich Dir später. Vorab aber ein kleiner Terminologie-Exkurs.

Alt-Text oder Alt-Attribut – was ist der Unterschied?

In HTML wird ein Bild mit dem sogenannten „alt“-Attribut versehen:

</img src="https://www.website.de/bild.jpg" alt="Bildbeschreibung">

Das Alt-Attribut ist der technische Rahmen. Alt-Text bezeichnet den Inhalt innerhalb dieses Attributs – also die eigentliche Beschreibung des Bildes. Wichtig ist: Ein Alt-Attribut muss immer vorhanden sein. Ist ein Bild rein dekorativ, bleibt es aber einfach leer (alt=""), damit Screenreader das Bild überspringen.

Wann sind Alt-Texte notwendig?

Die Web Content Accessibility Guidelines (WCAG), genauer gesagt Erfolgskriterium 1.1.1 „Non-Text Content“, fordern Alt-Texte für alle sinntragenden Bilder. Dazu gehören auch:

  • Bedienelemente, wie Icons oder Schaltflächen,
  • Informationsgrafiken, Logos oder Illustrationen mit inhaltlicher Bedeutung,
  • CAPTCHAs, die als Bilder dargestellt werden.

Je nach Funktion und Informationsgehalt lassen sich Bilder in verschiedene Kategorien einteilen:

  • Informative Bilder vermitteln Inhalte, z. B. ein Foto eines Produkts oder eine Grafik mit Zahlenwerten.
  • Funktionale Bilder sind klickbar und lösen eine Aktion aus (z. B. ein Druckersymbol).
  • Komplexe Bilder wie Infografiken oder Diagramme benötigen eine ausführlichere Beschreibung – oft ergänzt durch erklärenden Text auf der Seite.
  • Dekorative Bilder tragen keinen Informationswert und sollten Screenreader-Nutzern nicht vorgelesen werden.
  • Weitere Typen und dazu passende Tutorials gibt es auf der Seite der Web Accessibility Initiative

Gute und schlechte Alt-Texte – Beispiele aus der Praxis

Beispiel 1: Ein Button mit einem Druckersymbol

  • ❌ Schlecht: alt="Drucker"
  • ✅ Gut: alt="Seite drucken"(→ Der Alt-Text beschreibt hier nicht das Symbol selbst, sondern seine Funktion.)

Beispiel 2: Ein Produktfoto einer roten Winterjacke

  • ❌ Schlecht: alt="Bild123.jpg" oder alt="Jacke"
  • ✅ Gut: alt="Rote Winterjacke mit Kapuze für Damen" (→ Der Text ist präziser und beschreibt das Wesentliche.)

Beispiel 3: Eine rein dekorative Trennlinie

  • ❌ Schlecht: alt="graue Trennlinie"
  • ✅ Gut: alt=""(→ Kein Inhalt, kein Text – korrekt so.)

Fazit: Keywords in Alt-Texten – sinnvoll, aber mit Maß

Alt-Texte sind für SEO eine Gelegenheit, relevante Keywords unterzubringen – allerdings mit Fingerspitzengefühl. Keyword-Stuffing ist Spam. Gute Alt-Texte sind klar, aussagekräftig und dem Bildkontext angepasst. Wenn Du Dir Zeit nimmst, Alt-Texte sorgfältig zu erstellen, hilfst Du Menschen und Suchmaschinen dabei, Dein Bild besser zu verstehen.

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