Themencluster und URL-Struktur. Ein spannendes Thema, dem sich kürzlich auch ein Artikel bei Search Engine Journal gewidmet hat. Speziell geht es darin um die Frage, wie wichtig es ist, dass sich die Themencluster auch in den URL-Pfaden widerspiegeln. Also im Kern:
domain.de/pillar-page/cluster-inhalt/
vs.
domain.de/pillar-page/ + domain.de/blog/cluster-inhalt
Grundsätzlich hat die URL-Struktur an sich natürlich erst einmal keinen nennenswerten Einfluss auf die SEO. Ob der Cluster-Inhalt in der URL-Struktur unterhalb der Pillar Page liegt, oder in einem anderen Verzeichnis, spielt somit auf den ersten Blick auch keine Rolle. Wichtig ist vielmehr die interne Verlinkung, die die Bestandteile des Clusters miteinander verknüpft.
Allerdings gibt es trotzdem ein paar nicht ganz so offensichtliche Punkte, die Du auch im Blick behalten solltest.
Welche das sind, dazu kommen wir jetzt.
Innerhalb einer URL-Struktur
Automatisierte Breadcrumb-Navigation
Ich bin ja ein großer Fan einer Breadcrumb-Navigation. Man weiß immer, wo man gerade auf der Website ist. Und wenn ich eine Hierarchiestufe weiter nach oben springen möchte, muss ich mich nicht erst noch einmal durch die Hauptnavigation wühlen oder meine Reise von der Startseite aus beginnen:
Wenn es uns gelingt, die Themencluster-Struktur auch in der URL-Struktur abzubilden, fällt das automatisierte Erstellen einer Breadcrumb-Navigation deutlich leichter als wenn wir dafür erst einen Code in die functions-php-Datei kritzeln oder zwei zusätzliche Plugins installieren müssen.
Einfacher zu analysieren
Klar. Wenn Pillar Pages und Cluster-Inhalte in einem URL-Verzeichnis untereinander liegen, macht das die Analyse der Performance natürlich schneller und leichter. Einfach beim Filter in der Google Search Console für die Page “URLs containing” auswählen und “/pillar-page/” einfügen:
Schon siehst Du auf einen Blick, wie das gesamte Thema performt. Das ist natürlich schon eine super Sache, die viel Zeit, vor allem aber Nerven spart.
Was fürs Auge
Keine Ahnung, wie das bei Dir ist, aber zumindest mir bluten hin und wieder die Augen, wenn ich mir das URL-Labyrinth mancher Websites oder deren URLs an sich so ansehe:
Für Google mag die URL in Ordnung sein. Für mich ist es eine Katastrophe.
Daher geht es mir gleich viel besser, wenn ich irgendwo unterwegs bin, wo ich auch direkt an der URL-Struktur die Hierarchie von Pillar Pages und Cluster-Inhalten ablesen kann. SEO-seitig völlig nebensächlich, aber für mein Wohlbefinden definitiv Gold wert.
Separate URL-Bereiche
Änderung der Verzeichnisstruktur
Im Idealfall legt man einmal eine gut durchdachte Struktur fest, die dann immer so bleibt. So zumindest die Wunschvorstellung.
In der Realität sieht das Ganze meist ein bisschen anders aus, denn eine Website ist meist wie ein eigener Organismus: Neue Themen kommen hinzu, Punkt A müsste damit eigentlich hier unter B einsortiert werden und irgendwie ist der Name dieser Pillar Page inzwischen auch schon total veraltet.
Es quietscht und knackt im Getriebe. Also einmal umstrukturieren. Allerdings ist das Thema URL-Wechsel ja immer so eine Sache: Wo sich eine URL ändert, lauert nämlich auch immer der Traffikoloss 👹 (Traffic und Ranking fressendes Monster aus der Antike), der nur darauf wartet, Deine jahrelange Arbeit über Nacht in den Boden zu rammen (John Mu hat sich zum Thema URL-Struktur vor Kurzem auch bei LinkedIn geäußert).
Wenn die Content-Inhalte aber ohnehin in einem separaten Bereich liegen, brauchst Du Dir zumindest über diese URLs keine Gedanken zu machen. Aus diesem Grund liegen die Produkte eines Shops übrigens (idealerweise) in einem eigenen, separaten Verzeichnis.
Never Ending Story
Je nachdem, wie tief Dein Cluster reicht, kann aus der übersichtlichen URL-Struktur auch schnell eine echt lange URL werden, die dann eher genau das Gegenteil von benutzerfreundlich ist (auch wenn es sicher Wichtigeres als eine ansehnliche URL gibt). Mit einer langen, unlesbaren URL und im schlimmsten Fall noch einer unendlichen langen Breadcrumb, die auf Mobilgeräten drei Zeilen braucht:
> Startseite > Produkte > Kleidung > Damenkleidung > Winterbekleidung > Jacken & Mäntel > Winterjacken > Gefütterte Winterjacken > Mit Kapuze > Wasserdicht > Extra warm > Bis -30°C geeignet > Winterjacken mit Daunenfüllung > Für den extremen Outdoor-Einsatz > Bestseller-Modelle > Winterjacke Modell X123
Ist jetzt natürlich etwas überspitzt dargestellt, aber kannst Du Dir vorstellen, wie die URL hierfür aussehen würde? Und die Breadcrumb auf Mobilgeräten? Dann vielleicht doch lieber in unterschiedliche Verzeichnisse aufsplitten (und eventuell auch die gesamte Cluster-Struktur noch einmal hinterfragen).
Faktor CMS
Zumindest in WordPress ist es ein ziemlicher Aufwand, Beiträge innerhalb der URL-Struktur irgendwie unter Seiten zu kriegen.
Den Stress kannst Du Dir direkt sparen, indem Du es gar nicht erst versuchst, sondern Dich vorab damit anfreundest, dass Pillar Pages und Cluster-Inhalte in verschiedenen Verzeichnissen untergebracht sind. Dann bleibt auch mehr Zeit, um relevante Inhalte für Deine Besucherinnen und Besucher zu produzieren.
Mein Favorit:
Natürlich kommt es immer auch auf das jeweilige Thema und den jeweiligen Fall an. Am liebsten hätte ich es natürlich, wenn alles schön strukturiert hierarchisch untereinander liegt. Da ich aber üblicherweise mit WordPress arbeite, handhabe ich das mit der URL-Struktur meist folgendermaßen:
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Seiten innerhalb einer URL-Struktur, Beiträge in einem separaten Ordner:
- Seiten: /ober-kategorie/unter-kategorie/
- Beiträge: /cluster-inhalt-abc/ oder /a/cluster-inhalt-abc/
-
Für Shops: Seiten innerhalb der URL-Struktur, Produkte separat
- Seiten: /ober-kategorie/unter-kategorie/
- Produkte: /p/produkt-xyz/
Das macht zwar die Auswertung etwas schwieriger und auch optisch ist es nicht komplett ideal. Mir ist aber die Flexibilität am Ende wichtiger, denn ab und an ändert sich trotzdem etwas am Aufbau der Website. Und fällt die Umstrukturierung deutlich leichter. Wie siehst Du das? Und vor allem: Wie handhabst Du das und bist Du damit bislang zufrieden?