Es geht nicht um das Prinzip der umgekehrten Pyramide – auch wenn die wichtig ist und bei allen Menschen, die mit Content zu tun haben, zum Standard gehören sollte.
Aufbauen > Optimieren > Fehlerbehebung – das ist der Grundsatz, den wirklich alle SEOs verstehen müssen.
SEO größer zu denken, habe ich an unterschiedlichen Stellen bereits betont, unter anderem in folgenden Artikeln:
-
Wie Du den (wahrgenommenen) Wert Deiner SEO-Pläne richtig kommunizierst
-
How to get more of what you want in SEO (Englisch – Search Engine Land)
-
SEO grew up, a lot of SEOs didn't (Englisch – Search Engine Land)
Als mentales Modell dafür finde ich die Pyramide aus Fixing, Optimization und Building am besten geeignet, weil es für das eigene Verständnis hilft und auch um anderen zu erklären, wie SEO funktioniert, was SEO ist und was SEO nicht (mehr) ist.
Fixing < Optimization < Building
Wie sieht die Pyramide aus?
Folgende Grafik stammt aus dem dritten Artikel der Liste oben:
Das Problem ist: Viel zu viel SEO hängt im Bereich Fehlerbehebung und Optimierung fest und wird auch so kommuniziert. Optimierung klingt wie das Rauspressen von den letzten 5-10% Saft, nicht wie nahezu grenzenloses Wachstum.
Man kann es sich so vorstellen:
-
Fehlerbehebung = Du reparierst kaputte Fenster in Deiner 1-Zimmer Wohnung
-
Optimierung = Du kaufst neue, schönere Möbel für die gleiche Wohnung
-
Aufbauen = Du baust neue Zimmer für die Wohnung, damit sie zur Villa wird
Auch das kann man visualisieren, um es noch einprägsamer zu machen:
-
Fehlerbehebung ist kein Wachstumshebel, sondern Wachstums-Enablement.
-
Optimierung holt alles aus dem raus, was schon vorhanden ist.
-
Und Aufbauen bedeutet, wir machen den Kuchen größer.
Je nach Reife der SEO in einem Unternehmen oder der Domain hat man mit einem der Themen mehr oder weniger zu tun. Das gilt auch für die Domain-Größe. Technische Fehler haben bei großen Seiten in der Regel größere (positive oder negative Auswirkungen), wie diese grandiose Grafik von Mark Williams-Cook hervorragend einfängt:
Aber, gibt es bei Optimierung vs. Bauen ein aber?
"Ja, ABER" – es gibt Ausnahmen
Der Artikel bei Search Engine Land hat nicht bei allen ein "Nicken" ausgelöst, was vollkommen in Ordnung ist. Mein Ziel war es, zum Nachdenken anzuregen und Diskussionen anzustoßen.
Unter anderem hat Zawad (laut eigener Aussage SEO-Stratege und Growth Analyst) auf LinkedIn gepostet und einigen meiner Argumente widersprochen (z. B. Punkt 5). Hinsichtlich der Pyramide bemängelte er, dass es Geschäftsmodelle gäbe, bei denen das Wachstum schnell erschlossen sei und es dann viel mehr um die Optimierung ginge.
Beispiel: Ein lokaler Klempner.
Da hat er Recht. Wie bereits angemerkt: Die Reife der Domain, die Marktgröße, etc. bestimmen das Potenzial, ob wir mehr aufbauen können.
Aber in den meisten Fällen haben wir noch nicht alles abgedeckt, was für uns und unsere Zielgruppe relevant ist und dann ist ein Reframing notwendig.
Es geht mir primär auch nicht darum, dass wir jetzt alle nur noch neue Inhalte aufbauen und keine technischen Fehler ausmerzen oder versuchen, das Maximum rauszuholen.
Die Kernaussage ist: Wenn wir wirklich wachsen wollen, reichen Optimierung und Fehlerbehebung nicht aus – das heißt nicht, dass wir beides nicht brauchen.
Also nochmal: Aufbauen > Optimieren > Fehlerbehebung.
Content = notwendige Bedingung und Technik = hinreichende Bedingung. Auch hier kann man sich im Kreis drehen, aber das Fundament für Wachstum sind Inhalte, nicht technische Schrauben.