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Junior Consultant

Guten Morgen, hast Du schon gehört? Amazon hat sich in den USA aus den Google Shopping Ads zurückgezogen. Das heißt: aktuell gibt es keine Sponsored Product Listings mehr von Amazon bei transaktionalen Suchanfragen.

Seit Jahren war Amazon omnipräsent bei Google Shopping. Vor allem bei generischen, volumenstarken Suchbegriffen war Amazon fast schon Garant für eine Top-Position in den bezahlten Produktanzeigen.

In den USA hat Amazon derzeit sämtliche Shopping-Kampagnen pausiert. Offiziell schweigt Amazon. Aber der Beweggrund könnte sein, dass Amazon Kontrolle will. Kontrolle über Daten, Customer Journey und Margen ohne Abhängigkeit von Google.

Warum steigt Amazon aus?

Amazon nutzt den Ausstieg aus Google Shopping Ads möglicherweise, um die tatsächliche Wertigkeit dieser Werbeflächen zu testen. Was passiert, wenn man die Investitionen stoppt, sinken die Conversions signifikant oder kann man das Budget in profitablere, strategischere Kanäle umleiten? Denkbar sind Alternativen wie Disney Streaming, YouTube oder CTV-Werbung, wo sich Branding und Performance zunehmend verzahnen. Gleichzeitig entfällt ein paradoxer Effekt: Amazon zahlte über Google Shopping gewissermaßen Werbegeld an einen Rivalen, der in der Produktsuche mit Features wie Google Shopping, Merchant Center Next und AI-gestützten Empfehlungen selbst als Plattform agiert.

Amazon hat in den letzten Monaten selbst massiv aufgerüstet: Mit Tools wie Rufus, dem KI-Shoppingberater, werden Produktsuchen auf der eigenen Plattform effizienter und personalisierter. Neue Features, wie Hinweise zu häufig retournierten Produkten, geben Nutzern Vertrauen, ohne dass sie sich über Drittplattformen informieren müssen. Die Kontrolle über den gesamten Funnel bleibt bei Amazon.

Nicht zuletzt dürfte auch Verhandlungsdruck gegenüber Google eine Rolle spielen: Wenn die Shopping Ads weniger ROAS bringen als angenommen, wird die Ausstiegskarte zur stärksten Währung im Gespräch.

Was passiert, wenn Amazon keine Shopping Ads mehr schaltet

Fällt einer der aggressivsten Shopping-Anbieter weg, entsteht Raum. Raum, den andere Mitspieler füllen können. Shopping Ads verschwinden jetzt nicht völlig, nur weil Amazon sich dazu entschieden hat dort nicht mehr mitzuspielen, aber die Karten werden neu gemischt.

Was passieren könnte:

  • die CTR im oberen Sichtfeld könnte steigen, besonders bei starken Snippets.
  • Ohne die Dominanz von Amazon im gesponserten Bereich wandert der erste echte Klickimpuls möglicherweise wieder stärker zu den organischen Treffern.

Kleinere Shops haben im Paid-Bereich wieder eine Chance, was indirekt auch SEO beeinflusst. Ein geringerer Konkurrenzdruck in Google Shopping bedeutet: CPCs könnten sinken, Sichtbarkeitschancen für kleinere Advertiser steigen. Das wiederum verändert die gesamte Dynamik. SEO bekommt durch das veränderte Kräfteverhältnis mehr strategischen Stellenwert.

An dieser Stelle:

Nutze strukturierte Daten (Product, Offer, AggregateRating), um Rich Results zu bekommen. Wer Produkttreffer mit Sternchen, Preisangabe und Verfügbarkeit auszeichnet, spielt Google wichtige Informationen gut lesbar zu. Wandert der erste Klickimpuls zu den organischen Treffern, gewinnen genau jene Snippets an Relevanz, die visuell herausstechen und Vertrauen aufbauen.

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