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Junior Consultant

Es ist bekannt, dass OpenAI Bing für die Suchanfragen in SearchGPT benutzt. Inzwischen ist allerdings fraglich, ob Bing überhaupt noch die Hauptquelle ist.

Der SEO-Experte Alexis Rylko hat das vor kurzem in seinem Newsletter „SEO, Data & Growth“ untersucht. Dafür analysierte er die Query Fanouts, die SearchGPT bei einer Suchanfrage sendet und legte diese gegenüber mit den SERPs aus der direkten Suche. Die Daten zeichnen ein klares Bild:

  • Treffer-Übereinstimmung: Über 90 % der von ChatGPT zitierten URLs stammen aus Googles Top-Ergebnissen. Bei Bing lag die Übereinstimmung bei nur 30 %.
  • Snippets: Die Snippets in den Antworten stimmen exakt mit denen aus Googles Ergebnisdarstellung überein, nicht mit Bings.
  • Datumsformat: Das Veröffentlichungsdatum erscheint mit dem selben Unix-Zeitstempel wie bei Google.
  • JS-Inhalte: Auch Inhalte, die per JavaScript geladen werden, tauchen in Antworten auf. Das funktioniert über eine von ChatGPT gesendete “site:”-Abfrage. Da Bing historisch gesehen öfter Schwierigkeiten mit JavaScript hat, legt auch das die Verwendung von Google nahe.
  • Tracking-Parameter: Viele Links enthalten Googles typischen ?srsltid-Parameter.
  • Bevorzugte Quellen: Plattformen wie Reddit werden auffällig oft zitiert. Etwas, das wir auch sehr gut von Google kennen.

Wenn Du mehr darüber lesen möchtest, wie Alexis das untersucht hat, empfehle ich Dir sehr, seinen Artikel dazu zu lesen.

Warum wechselt ChatGPT von Bing zu Google?

Ein möglicher Grund ist, dass Microsoft die Bing Search API abstellt. Das heißt, Partner können diese nicht weiter nutzen oder müssen über Azure zugreifen. Möglicherweise hat OpenAI Sonderrechte, doch dazu hat sich keine der beiden Firmen bisher geäußert. Andere News deuten auch nicht darauf hin:

Eine Neustrukturierung des Vertrags zwischen OpenAI und Microsoft ist seit längerem im Gespräch und hat in der Vergangenheit wohl schon für einigen Streit zwischen den Parteien gesorgt. Die Gründe dafür sind vielfältig. Microsoft ist als Investor mittlerweile tiefer in OpenAI verankert, als die Firma es wünscht. Dadurch, dass OpenAI eine Umstrukturierung zu einem For-Profit Unternehmen anstrebt, wird es zwangsläufig zu einer Umverteilung kommen, was die Debatte anheizt.

Zusätzlich dazu plant OpenAI laut The Verge ein Open-Weight-Sprachmodell, das nicht nur auf Azure, sondern auch über Drittplattformen wie Hugging Face verfügbar sein soll. Damit öffnet sich OpenAI bewusst für Alternativen und wendet sich von Microsoft ab.

OpenAI will in Kürze auch selbst einen Browser launchen. Laut eigenen Angaben, um mit Chrome in Konkurrenz zu treten. Doch für Microsofts Bing wird das auch keine erfreuliche Wendung sein.

Neben den vertraglichen Fragen gibt es natürlich noch eine weitere Möglichkeit: Google liefert schlicht die besseren Ergebnisse. Schnellere Indexierung, präzisere Snippets, besseres Verständnis von JavaScript. Wenn OpenAI Nutzererfahrung am Herzen liegt, könnte sie das überzeugt haben.

Was bedeutet das für Dich als SEO?

Ob OpenAI komplett auf Google gewechselt hat und was die Gründe sind, ist zwar nicht ganz klar, aber als SEOs können wir trotzdem etwas daraus mitnehmen:

  • JS-Inhalte müssen für Google verständlich sein, dann landen sie auch in ChatGPT
  • Klar strukturierte und ansprechende Snippets lohnen sich, denn ChatGPT übernimmt sie direkt aus den Suchanfragen
  • GEO ist SEO: Gute Platzierungen bei Google bedeuten gute Chancen auf Sichtbarkeit in generativen AI-Antworten.

Fazit: Konzentriere Dich weiter auf Google und Du bist auch in den generativen Anfragen von ChatGPT vorne dabei.

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