Es war zweifellos das Tech-Thema des letzten Jahres: ChatGPT als das Aushängeschild für den Einzug der künstlichen Intelligenz in die Online-Welt.
Nach schrillenden Alarmglocken bei Google selbst und SEOs, die mit "Google's end is near"-Schildern durch die Straßen zogen, kühlten die Gemüter bald wieder ab: Ja... Na ja, doch kein schlagartiges Ende von Google. Zumindest nicht so schnell, wie so mancher Artikel oder manches Video schon prophezeit hatte.
Nach ein wenig Probieren und Experimentieren war der Kaugummi ChatGPT rasch durchgekaut und ausgespuckt – jedenfalls vorerst. Und auch die Implementierung bei Bing war zwar eine nette Spielerei, konnte sich bislang aber auch (noch) nicht durchsetzen.
Wohl auch, weil wir Menschen Gewohnheitstiere sind und uns erst einmal mit dieser neuen Form der Suche anfreunden müss(t)en. ChatGPT? Was soll das sein? Ein Chatboot? Ach so, Bot! Na, ich weiß nicht... Klingt irgendwie gruselig. Mit zu vielen Terminator-Vibes, um nicht zumindest ein wenig misstrauisch zu machen.
Dann halt auf direktem Wege
Was also tun an OpenAI's Stelle? Richtig, einfach eine eigene Suchmaschine auf die Beine stellen! Worüber schon eine Weile spekuliert wurde, könnte bald schon Realität werden. Sehr bald sogar!
Denn nun hat OpenAI eine neue Subdomain erstellt: search.chatgpt.com. Mit SSL-Zertifikat sogar! Oh, snap! Guuhgl.
Schaut man sich die Website an, sieht man... Im Grunde nichts. Außer den Text "Not found" in Verbindung mit einem Statuscode 404. Aber es gibt sie, und das gewiss nicht nur zum Spaß:
Die Uhr tickt
Stellt sich noch die Frage nach einem Datum, wann es losgehen soll. Eine (mögliche) Antwort gibt Jimmy Apples auf X:
Der 09. Mai also. Okay... Das ist näher, als erwartet. Bleibt abzuwarten, ob und was dann tatsächlich an besagtem Datum passiert. Und wie eine mögliche Suche von ChatGPT aussehen könnte.
So oder so: Der Druck auf Google und die Konkurrenz im Umfeld des Unternehmens steigt damit nur noch weiter. Für einen nennenswerten Umbruch hat es bislang zwar noch nicht gereicht, aber der Vulkan brodelt. Zumal auch der Tech-Gigant selbst zuletzt immer kritischer unter die Lupe genommen wird (mehr Einblicke zu dem Thema gibt übrigens Philipp in seinem Artikel in dieser Newsletter-Ausgabe).
Und wer weiß: Vielleicht werden wir schon bald nicht mehr kurz das Smartphone rausholen, um das Wetter der kommenden Tage zu "googeln", sondern um es zu "chatgpt'en" (Gut, der Ausdruck wird sich vermutlich nicht durchsetzen...) oder einfach wieder zu "suchen".
Was ist mit Dir? Schwörst Du nach wie vor auf Google und seine Suchergebnisse oder schaust Du inzwischen schon deutlich häufiger bei Alternativen wie Perplexity, ChatGPT oder all den anderen neuen Tools auf dem Markt vorbei? Wir haben uns den 09. Mai zumindest schon einmal im Kalender notiert. Ob umsonst oder nicht – wir werden sehen!