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Wenn Du der AI sagst, dass sie Dich nicht zitieren darf: Der Impact von noarchive und nocache auf Microsoft CoPilot

Das Ding mit Bing ist: Manchmal machen die Microsoft-Menschen komische Sachen.

Letzteres hatte Saskia im März 2026 bereits thematisiert:

Bing verwendet für die Kontrolle im Training und Grounding von Microsoft CoPilot nocache bzw. noarchive.

Wir haben uns gefragt:

  1. “Was passiert, wenn man ein bestehendes noarchive (vollständig oder bei einem Teil der URLs) entfernt?” und
  2. “Wie groß ist der Unterschied zwischen noarchive und nocache?”

Falls Du gar keine Zeit hast, gibt es hier die Kurzform:

  1. noarchive auf allen URLs heißt wirklich keine Citations in CoPilot.
  2. nocache macht (zumindest in einem Beispiel) wenig Unterschied zu noarchive.
  3. Bing und Google liefern Dir nur eingeschränkte Kontrollmöglichkeiten für die Trainings- und Grounding-Erlaubnis.
  4. Die Bing Webmaster Tools sind “Freund & Helfer” für schnelle Erkenntnisse zum Einsatz von noarchive und nocache.

Exkurs: So behandeln Google und Bing noarchive und nocache

Google nutzt kein noarchive (und nocache) mehr – die Cache-Links in den SERPs sind adé.

Bing nutzt beide Attribute seit 2023 für andere Use Cases, als den Cache-Link.

In der Dokumentation steht:

NOARCHIVE prevents content from being used in Copilot responses and grounding results.

NOCACHE limits Copilot to using only the URL, title, and snippet, reducing citation depth and answer quality.

To allow richer citations and answers, avoid using NOCACHE on content intended for Copilot or grounding experiences.”

Wie Du herausfindest, ob Du (aus Versehen) noarchive oder nocache einsetzt

Du hast verschiedene Möglichkeiten:

  1. Du hast keine Citations laut AI Insights in den Webmaster Tools (kurz BWT), obwohl Du das erwartest (Indikator).
  2. Bing sagt Dir in den Webmaster Tools, wenn Du noarchive/nocache verwendest.
  3. Screaming Frog hat noarchive im Standardgepäck.
  4. Screaming Frog hat nocache nicht im Standardgepäck – dafür braucht es eine Custom Extraction.
  5. Unsere Chrome Extension RoboX zeigt Dir bei aufgerufenen URLs noarchive (und bald auch nocache) an.

So sieht das in den BWT aus, wenn Du noarchive einsetzt:

Eine "Empfehlung" in den Bing Webmaster Tools, noarchive zu entfernen, um bei über 54.000 URLs im Grounding in CoPilot auftauchen zu können.

Und so bei nocache:

Eine "Empfehlung" in den Bing Webmaster Tools, nocacne zu entfernen, um bei über 315.000 URLs im Grounding in CoPilot besser in Antworten berücksichtigt zu werden.

Wenn Du bisher keine BWT eingerichtet hast: Tu es jetzt. Die Einrichtung geht bequem über einen GSC Import, d.h. der Aufwand ist verschwindend gering.

Case Studies: Das passiert, wenn Du noarchive und/oder nocache einsetzt

Bing sagt klar, was der Einsatz bewirkt, ohne Überraschungen.

Möchtest Du im Grounding teilweise stattfinden, musst Du dem Training für einen Teil des Contents (URL, Titel und Snippet – letzteres ist nicht genauer definiert) zustimmen.

Möchtest Du das Training komplett ausschließen, schließt Du auch das Grounding aus.

Eigentlich würde man denken, dass das einen Unterschied in den Citations machen muss – oder nicht?

Im ersten Beispiel hatten wir folgende Situation:

  • Auf vielen URLs (nicht allen) ist noarchive im Einsatz – ein Artefakt aus der Zeit, wo Google das Attribut noch eingesetzt hat.
  • Das Entfernen von noarchive führt schnell zu einer Verbesserung im Grounding (siehe den folgenden Graphen) von über 500%.
  • Zum Ende des Graphen wird ein nocache eingeführt.

Ein Graph einer Domain, bei der man die Citations und Cited Pages in den AI Insights der Bing Webmaster Tools sehen kann. Im März steigen beide Metriken rapide an und sinken im Mai deutlich ab.

Der Graph sinkt etwa auf das vorherige Niveau ab. Das zeigt: nocache bringt’s vermutlich nicht so richtig, zumindest nicht bei dieser Domain.

Die zweite Domain hatte auf allen Inhalten ein noarchive und findet daher im Grounding bei CoPilot gar nicht statt. Das Entfernen des Attributs im März 2026 legt dann die Rakete für Citations an.

Ein Graph einer Domain, bei der man die Citations und Cited Pages in den AI Insights der Bing Webmaster Tools sehen kann. Im März steigen beide Metriken rapide an.

Also: noarchive oder nocache macht möglicherweise zum jetzigen Zeitpunkt einen geringen Unterschied. Das würde bedeuten, dass man bei Bing eher im “ganz oder gar nicht” Modus unterwegs ist.

Wichtige Abwägungen, bevor Du fragst “wer würde denn bitte das eine oder das andere einsetzen?”

Bei Bing kannst Du

  • den Bingbot hart aussperren (per robots.txt und/oder per WAF).
  • verbieten, Deine Inhalte für das Training zu nutzen und Dich damit vom Grounding ausschließen (noarchive).
  • teilweise das Training erlauben und Dich damit größtenteils vom Grounding ausschließen (nocache).

Bei Google kannst Du

  • den Googlebot und/oder Google-Extended aussperren (vor allem Fall 1 wäre im Ergebnis verheerend).
  • data-nosnippet um die Inhalte drum bauen, die Du nicht in AI angezeigt haben willst, was aber kein Crawling-Schutz ist und auch nicht vor dem Training mit Deinen Inhalten schützt.

100% Kontrollmöglichkeit für Training oder Grounding gibt es (vermutlich absichtlich) nicht.

Zumindest bei Bing und Google gehe ich davon aus, dass sie sich an die definierten Regeln in der robots.txt halten – andere machen das nicht.

Bessere Performance im Grounding (durch mehr Citations) und dadurch mehr Traffic helfen Dir nur, wenn diese Sichtbarkeit und Traffic monetäre Auswirkungen haben.

Aber um Traffic ging es nie. Deswegen kann es am Ende trotzdem sinnvoll sein, noarchive oder nocache einzusetzen und die eigenen Inhalte zu schützen, wenn diese schützenswert sind. Ganz egal, ob es mehr Citations/Traffic gibt.

Kein binäres “schwarz oder weiß”, sondern ein “graues” Thema, bei dem man sich je nach Geschäftsmodell Gedanken machen muss.

Erstmal die (manchmal weniger offensichtlichen) Basics richtig machen

Wichtig: Technische Fixes (wie das Entfernen eines alten irrtümlichen noarchives) sind eigentlich kein Wachstumshebel, sondern schalten lediglich das vorhandene Potenzial frei.

Aus Erfahrung können wir Dir aber sagen: Bei großen Domains fühlt sich eine technische Verbesserung oft so an, als wenn das der eigentliche Wachstumshebel war. Und es geht dabei oft um die Basics.

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