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Das Wichtigste in Kürze
  • Viele Menschen nutzen AI für viele Themen – der Einfluss ist groß und lässt sich nicht durch Klicks und Traffic messen.
  • Neue Modelle = viel Veränderung. Es lohnt sich, tiefer in die Zahlen abzutauchen, da ein neues Modell große Implikationen für den eigenen Einfluss in AI-Systemen haben kann.
  • Bei guten Prompts kommt es vor allem auf die Intention und weniger auf das exakte Wording an.
  • GEO ist der Tür- und Gesprächsöffner, weil AI uns ALLE verbindet.
  • Empfehlung > Nennung > Zitierung.


5 gute positive GE(O)danken

Nach 2 Wochen Urlaub und einigen Tagen mit brutaler Hitze, funktioniert mein Kopf nach der Abkühlung wieder – daher heute eine Prise Denkstoff zum Thema GEO.

5 Denkanstöße, die ich aus unterschiedlichen Gründen wichtig finde und bei denen ich glaube, dass sie für Dich und Deine Arbeit verboten (😱) hilfreich sind. Bisschen Hype muss sein, wenn es um AI geht.

1. Wirklich viele Menschen nutzen AI-Systeme

OpenAI und Google werden nicht müde zu erzählen, dass viele Menschen AI verwenden.

WAU und MAU sind nicht direkt vergleichbar. Wenn wir annehmen, dass ChatGPT sehr sticky ist (also viele User wöchentlich zurückkehren), dann ist die MAU-Zahl kleiner. Ich finde es nicht unwahrscheinlich, dass wir bei 70-80% liegen.

Wenn wir das dann als Chart aufbereiten, sähe das vielleicht so aus:

Eine Auswertung von AI-Reichweite von ChatGPT, Gemini und AIOs basierend auf MAU. ChatGPT kommt auf 1,1-1,3 Mrd., Gemini auf 900 Mio. und AI Overviews auf 2,5 Mrd. User pro Monat. Die Werte zu ChatGPT sind aus den WAU mit einer angenommenen Stickiness von ca. 70-80% abgeleitet.

Bei AIOs liegt es in der Natur der Sache, dass die Usage steigt. Google spielt sie immer mehr aus, da ist es einfach zu sagen, dass mehr Menschen sie nutzen. :D Fakt ist, viele Menschen sehen jeden Tag AIOs.

In der EU muss OpenAI Zahlen für ChatGPT offenlegen. Die letzte Aktualisierung hat mich überrascht. Monatlich soll ChatGPT ca. 160 Mio. MAU haben.

Bei 450 Mio. Menschen insgesamt in der EU, von denen 94% Zugriff auf das Internet haben und wir einen Anteil jüngerer Menschen herausstreichen müssen, finde ich ca. 90% potenziell erreichbare Zielgruppe nicht unrealistisch.

Das wären 405  Mio. von denen 40% mindestens 1x im Monat ChatGPT nutzen.

Die Reichweite von ChatGPT beträgt in der EU 160 Mio. User aus 450 Mio. Menschen, die hier leben. Wenn man von rund 90% erreichbarer Zielgruppe ausgeht, kommt man so auf eine Durchdringung von rund 40%.

Die Zahl könnte in der nächsten Reporting-Runde kleiner ausfallen, weil ChatGPT stagniert und Wachstumsschwierigkeiten hat. Claude und Gemini hingegen sind fleißig am wachsen.

In den USA gibt es (frische) allgemeine Zahlen: Rund 50% verwenden AI Chatbots, laut eigenen Aussagen.

Auch spannend:

OpenAI sagt nicht, was das konkret heißt. Gesundheitsthemen erfordern in der Regel aber viel Vertrauen. Wie kann es dann sein, dass viele da zu AI greifen?

  • Vielleicht sind die Zahlen für die westlichen Länder deutlich unter 25%?
  • Vielleicht ist es der Bruch zwischen “so viel glaube ich AI zu vertrauen” (= was ich denke) und “so viel vertraue ich AI wirklich” (= was ich tue)?

Vielleicht verzerren die skeptischen Amerikaner den Blick, weil das Gesundheitssystem so schlecht ist? Gleichzeitig könnte das auch für Länder wie Nigerien und Indien gelten, die es deutlich schwieriger als wir in Deutschland haben.

Bei mir selbst ist es so: Ich saß teilweise stundenlang bei einem Facharzt rum, um am Ende halbgar abgefertigt zu werden. Da fand ich es naheliegend, teilweise selbst (und mit AI) zu recherchieren und zu evaluieren. Das, was ich herausgefunden habe, war nicht immer vollkommen falsch – im Gegenteil.

Warum ich Dir das erzähle? Viele Menschen nutzen diese Systeme für vieles. Da ist es egal, ob das viel oder wenig Traffic schickt, weil es nicht darum geht. Bei AI-Systemen geht es um Einfluss. Wenn eine AI eine Marke empfiehlt, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass die Website in den nächsten 7 Tagen aufgerufen wird, um 250%.

Bei Social Media fließt auch viel Geld und die Klickrate ist hier ähnlich wie bei AI-Systemen erbärmlich schlecht. Aber diese Systeme sind beide nicht designt, um Klicks zu generieren oder Traffic zu senden.

2. Neue Modelle = häufig große Veränderungen

Vom Framing des “AI-Systeme haben auch Core Updates” bin ich kein Freund, aber:

Wenn ChatGPT oder Gemini auf ein neues Modell wechseln, tut sich einiges.

Ein paar Beispiele:

  1. Es gibt mehr/weniger Websuchen
  2. Es gibt mehr/weniger Brands in den Antworten
  3. Die Antworten sehen anders aus, z. B. eine neue Art der Nennung oder Zitierung
  4. Der QFO verändert sich, z. B. weniger Englisch

Wenn Du von der Websuche abhängig bist, weil Deine Marke im Foundation Model weniger stark mit einem Thema verankert ist, dann hätten mehr Websuchen einen positiven Effekt für Deine Sichtbarkeit – dafür hast Du aber nichts getan. Selbiges ist umgekehrt genauso möglich.

Oder: ChatGPT sucht nicht mehr zu 50% auf Englisch sondern nur noch zu 25-30%. Der Druck, Deine Website auf Englisch zu bauen, ist auf einmal spürbar geringer.

Zur Umstellung auf ChatGPT mit GPT-5.5 sieht man deutlich, dass in Deutschland weniger Anfragen im Query Fan Out auf Englisch passieren. Vorher lag der Wert bei rund 50%, danach bei 25-30%.

Ah Moment, Du bist im Software-Bereich unterwegs. Dann sieht es anders aus:

Eine Auswertung von der CAMPIXX zu Query Fan Out bei ChatGPT. Die Unterschiede pro Branche, ob ChatGPT auf Englisch oder Deutsch sucht, sind groß. Im Software, Hosting & Saas gibt es deutlich mehr englische Fan Outs als im Energiebereich.

Damit müssen wir uns beschäftigen und im Detail schauen, denn Durchschnitte sind brandgefährlich. Aber für das positive Framing: Das ist interessant und aufregend – weniger festgefahren als die Jahre vor 2023.

3. Gute Prompts finden ist (nicht) schwer

Noch fällt es häufig schwer, passende Prompts zu definieren, auf die wir schauen. Grundsätzlich kannst Du Dich hieran orientieren:

  1. Haus- und Sachverstand
  2. GSC und BWT
  3. People also ask
  4. Reddit Threads
  5. Bing AI Insights und Googles neuem Report
  6. Monitoring Tools (wie z. B. Rankscale)
  7. Sales/Vertrieb
  8. Surveys und Marktforschung

Dadurch hast Du in der Regel eine gute Basis, denn die GSC und BWT liefern auch Informationen zur Nachfrage. Da in die GSC auch die Daten zu AIOs und AI Mode einfließen, macht es ohnehin keinen Sinn, hier strikt zu trennen. Die meisten Menschen sehen jeden Tag AIOs – ob sie wollen oder nicht.

Für die Verfeinerung für Deinen konkreten Fall helfen auch Personas, Prompts mit mehr oder weniger Kontext (hier interessieren mich Unterschiede), spezifische Use Cases und die Stufe in der Customer Journey, auch wenn diese oft nicht linear ist.

AI ist vor allem während der Discovery ein großes Thema und weniger in den letzten Schritten des Entscheidungsprozesses.

Interne Daten von OpenAI zu Funnel-Stufen und Verwendung von AI. Den niedrigsten Wert hat AI hier im Problem framing, den höchsten bei Product discovery. Im späteren Teil rund um den Kauf nimmt die Nutzung ebenfalls weiter ab.

Auch nicht zu vergessen: Wir wissen nicht, was nach dem ersten Prompt passiert. Auf die Lücke weist Johan gerne (richtigerweise) hin. Die Lösung dafür:

Frage Deine Ziel- und Bestandskunden, ob sie Dich über AI gefunden haben. Wenn ja, bitte sie darum, den Gesprächsverlauf mit Dir zu teilen – gerne auch gegen ein Incentive, wie einen Gutschein oder Ähnliches. Diese Informationen sind eine Goldgrube.

“Aber kaum jemand oder niemand gibt den Prompt genauso ein” ist theoretisch richtig, praktisch aber nicht entscheidend. Es geht teilweise aber nicht ausschließlich um das Wording. Was noch mehr zählt: Bedeutung oder Intention.

Wenn Deine Prompts eine bestimmte Intention messen, dann ist das ausreichend um verstehen zu können, ob Du

  • unsichtbar,
  • hin und wieder vertreten,
  • oder immer sichtbar bist.

Wenn Du dabei Support brauchst, können wir gerne sprechen. Auch wenn es um Tool-Empfehlungen und das Auswerten eines Prompt Monitorings geht.

4. GEO führt zu guten Gesprächen

SEO ist ein gebrandmarkter Begriff. SEO ist zwar erwachsener geworden, wird aber je nachdem wen Du fragst immer noch als

  • Checkliste
  • Feenstaub
  • Nice-to-have
  • One-and-done
  • Trickserei/Schummelei

verstanden.

Unternehmensstrukturen betrachten unterschiedliche Channels viel zu isoliert und es ist schwierig, diese Barrieren aufzubrechen. So auch mein Fazit von mehreren Gesprächen auf der CAMPIXX.

GEO, auch wenn ich das Akronym aus verschiedenen Gründen furchtbar finde und von binärem Denken (SEO oder GEO, tot oder lebendig, Google oder OpenAI, etc.) wenig halte, hilft uns hier weiter.

AI verbindet alle. Alle reden über AI (und ich kann es teilweise nicht mehr hören). Und um in AI erfolgreich zu sein, braucht man mehr als sich selbst in der einsamen Kellerkammer.

Idealerweise nutzen wir diese Chance richtig und verkaufen nicht nur “SEO-Maßnahmen mit dem AI-Deckmantel”. Wenn es etwas gibt, das ich aus meiner Inhouse-Zeit oder dem generischen Agenturalltag vermisse, dann ist es die Zusammenarbeit mit anderen Disziplinen. Auch wenn man dabei häufig Kompromisse eingehen muss.

Gemeinsam was Geiles auf die Beine stellen macht Spaß. Sowohl inhaltlich als auch menschlich. Wenn es dafür ein neues Akronym braucht, so be it.

5. Empfehlungen > Erwähnungen > Zitierungen

Dass Erwähnungen mehr Wert als Zitierungen haben, habe ich Dir bereits mehrfach erzählt.

Eine beispielhafte Darstellung für einen Chat mit dem Prompt "was ist die beste kaffeemaschine" Es werden 3 Marken genannt und jeweils mit Quellenhinweisen unterfüttert. Hervorgehoben ist, wie präsent die Marken und wie wenig sichtbar die Quellenhinweise sind.

Aber eine Erwähnung ist nicht immer gut für Dich. Stell Dir vor, jemand fragt nach Empfehlungen zu einem beliebigen Thema. Genannt sind 2-3 Konkurrenten und Du. Du wirst aber nicht empfohlen, sondern kategorisch als passende Option ausgeschlossen.

Es gibt 2 Möglichkeiten:

1. Das ist gut für Dich, weil Dein Produkt/Service nicht die richtige Lösung wäre.

2. Das ist schlecht für Dich, weil Dein Produkt/Service gut geeignet wäre.

Letzteres könnte z. B. ein Problem von veralteten Informationen im Web, in den Trainingsdaten oder Halluzinationen sein.

Es geht also nicht nur um Nennung – auch der Kontext der Nennung, also positiv oder negativ bzw. als Empfehlung oder Widerrat, spielt eine wichtige Rolle.

Ist neben unterschiedlichen Arten der Zitierung auch eine Lücke in der aktuellen Tool-Landschaft, die es gilt zu schließen. Ich muss mal wieder mit den Kolleg*innen von Rankscale und Peec AI quatschen!

Gibt es auch (gute) negative GE(O)danken?

Auch wenn ich im positiven Framing teilweise kritisch geworden bin – das zeichnet mich unter anderem aus – es gibt auch negative Gedanken. Sieh es als Teaser für einen möglicherweise folgenden Artikel. Wenn Du den gerne lesen willst, let me know:

  • Unser Messbarkeitswahnsinn treibt uns in den Wahnsinn.
  • Was heute funktioniert, funktioniert morgen nicht mehr.
  • Wir sind aus dem Kindergarten nicht rausgekommen.
  • Die Beziehung von SEO und GEO ist kompliziert.
  • AI hat weiterhin kein Geschäftsmodell – außer Google.

Für heute muss das aber reichen. Mich interessiert, wie Du zu den Themen denkst und was Dir immer wieder in den Sinn kommt. Meld Dich gerne und lass uns sprechen oder schreiben.

Du hast Fragen zum Artikel, zum Thema oder brauchst einen Tipp für Deine nächsten Schritte? Hier kannst Du Dir einen unverbindlichen Termin in meinem Kalender buchen. Ich freue mich auf Dich!
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