Ich durfte nach Wien reisen. Und sogar fast darüber hinaus: Ähnlich wie die Campixx in Bezug auf Berlin liegt die SERPConf in der Seestadt, einem Randbezirk von Wien. Wer die Altstadt sehen möchte, sollte einen Tag dranhängen.
Bis auf meinen Chef, Du weißt schon, olle Ihmchen hier (Ankertexte, so wichtig), hatte ich keinen der Speaker:innen bislang live gesehen. Schon allein dafür hat es sich gelohnt. Großartig, so viele SEOs aus Osteuropa kennenzulernen. Auch Italien war mit Andrea Volpini, Gianluca Fiorelli und Marco Giordano hochkarätig vertreten. Super intensiver Typ, dieser Marco. Daumen dran.
Man konnte aber auch ganz hervorragend ein paar Behind-the-Scenes-Gespräche mit Tool-Anbietern wie Patrick Schmid von Rankscale führen. Oder mal mit Christian Kunz quatschen und ihn sprechen sehen, statt ihn wie sonst nur im Ohr zu haben. Und der Tag ging ja schon gut los, als ich hinter der Eventlocation in der Morgensonne das erste Schwätzchen mit Bibi the Linkbuilder aus den Niederlanden halten konnte. Endlich die alten Twitter-Kontakte ins echte Leben überführt.
Die Vibes?
Balkanhochzeit meets Holiday on Ice. Stichwort: In Weiß gekleidete Violinistin spielt White Stripes zum Auftakt und am Schluss kommt die ganze Familie nochmal auf die Bühne. Das muss dieses Entertainment sein, das heute so wichtig ist. Irgendwas muss ja rein in die Social Feeds.
Das Format: Panels ergänzen die Talks auf dem Monotrack
Die Konferenz hatte einen Track, so dass ich mich nicht zwischen verschiedenen Themen entscheiden musste. Lieb ich ja, sowas! So konnte ich mich in den Flurgesprächen mit den Leuten austauschen und alle hatten dasselbe Programm.
Es wurden immer zwei Talks nacheinander gehalten und währenddessen digital Fragen gesammelt. Im Anschluss kamen zwei weitere Panelist:innen auf die Bühne, um die Themen und Fragen in größerer Runde zu besprechen. Das Format hat es Johan und mir wirklich angetan. Moderatorin Judith Lewis ist es richtig gut gelungen, hier den roten Faden durch die Diskussion zu ziehen. Und hinreichend viele Dad Jokes dazwischen zu pfeffern.
Ich stelle es mir aber auch hart vor, wenn man als Panelistin kaum die Chance bekommt, eigene Punkte zu setzen. Schließlich beziehen sich die Fragen hauptsächlich auf die Talks. So hätte ich von Chrissy Kunisch gerne noch mehr gehört.
Der Inhalt
- Größter Kontrast zu anderen mir bekannten SEO-Konferenzen Festland-Nordeuropas: Der Fokus auf Linkbuilding als SEO-Grunddisziplin hing tief im Gewebe – so ähnlich wie der Turnbeutelgeruch in der Muckibude für Faustkampf.
- Natürlich auch Thema: Welche fundamentalen Prinzipien von Suchsystemen bleiben bestehen und welche Entwicklung bringt AI mit sich?
Bonmots aus Wien:
”Brand would be a good answer if your assumption was that your next customer is a human.” Andrea Volpini
”I learned that DDoS attacks on my own PBN domains would increase rankings because they faked popularity.” Koray Tuğberk Gübür
”My linkbuilding budget was 10 million Euros.” Ivana Flynn
”I recommend reading less, but diving in.” Johan von Hülsen
”[The newsletter] SEOFOMO is nice and I love Aleyda dearly, but for a blackhat like me it’s just not very useful.” Ivana Flynn
“You don’t need many reviews. But you should average high ratings and a positive sentiment.” Mike Korenugin
”My slides look like I’ve created them on acid, because I design every single one as a t-shirt.” Bibi the Linkbuilder
”Don’t go overboard with blocking AI bots. At least grant them access to your brand content. Otherwise you are even more dependent on what other people say about you.” Gianluca Fiorelli
”I threw the stress ball out of the hotel window. Wanna come find it?” Bibi the Linkbuilder
”If tomatoes are fruit and not vegetables, is Ketchup a smoothie?” Judith Lewis
Die Leute, die Inhalte, die Diskussionen waren alle ein großes Plus auf der SERP Conf in Wien. An den Charme der SEOkomm, die Umsicht der SMX oder den Festivalcharakter der Campixx reicht sie für mich nicht ran.