Wir wünschen uns zuletzt ja häufiger, einen Blick in das Getriebe von LLMs werfen zu können. Einfach, um zu verstehen, was da unter der Haube eigentlich geschieht.
Erfreulicherweise bietet uns ChatGPT neuerdings genau solch einen – wenn auch kleinen – Einblick. Denn wer dort nun einen Prompt eingibt, kann mitverfolgen, was dem LLM so “durch den Kopf geht”:
Passend dazu hat Nectiv sich das Ganze in einer Studie einmal genauer angesehen. Konkret geht es darin insbesondere um die Frage, wie ChatGPT die externe Websuche nutzt, wenn es eine Frage mal nicht “aus dem Kopf” (also den Trainingsdaten) beantworten kann.
Die Datengrundlage umfasst mehr als 8.500 Prompts aus den Bereichen:
- Beauty,
- Handel,
- Kreditkarten,
- Fashion,
- Jobs & Karriere,
- Lokal,
- Software,
- Immobilien und
- Reisen.
Also schon eine recht ansehnliche Stichprobe.
Suche oder Trainingsdaten? Das ist hier die Frage
Die erste Erkenntnis, die aus der Studie herausspringt: 31%, also fast ein Drittel aller Prompts, leiten eine Suche ein. Das ist eine Menge, wenn man bedenkt, dass User bei ChatGPT inzwischen täglich etwa 2,5 Milliarden Prompts eingeben. Das sind fast 800 Millionen Suchen. Pro Tag!
Sicher, im Vergleich zu Google ist das geradezu mickrig. Aber trotzdem… Es zeigt, dass hier dennoch reichlich Potenzial lauert.
Unterschiede innerhalb Branchen
Außerdem interessant: Lokale Prompts lösen mit 59% am häufigsten eine Suchanfrage aus. Gerade für kleine, mittelständische Unternehmen bietet das natürlich Potenzial, sich von der Konkurrenz abzuheben. Das klappt aber natürlich nur, wenn die ach so gerne vernachlässigte SEO-Basis stimmt…
Dahinter liegt übrigens der Handel mit 41% und Immobilien mit 36%. Das Schlusslicht bilden Fashion mit 19% und Kreditkarten mit 18% (auch wenn es im Schaubild eher wie 20% und 19% aussieht):
Was “sucht” ChatGPT denn dann eigentlich?
Bleibt noch die Frage nach den Suchanfragen, die ChatGPT nutzt, um Google zu durchforsten. Besonders häufig kommen hier Keywords wie “review” und “comparison” beziehungsweise “X vs. Y” vor. Also die Keywords, die ursprünglich vor allem bei Affiliates sehr beliebt waren. Auch gerne genutzt: Die aktuelle Jahreszahl (2025), was auch noch einmal zeigt, dass ChatGPT Wert auf Freshness beim Content legt.
Die Suchanfragen von ChatGPT sind laut der Studie dabei Ø 5,48 Wörter lang und damit länger als klassische Google-Queries, die meist zwischen zwei bis vier Wörter umfassen. Auch eine interessante Erkenntnis!
Abschließende Worte
Okay. Fassen wir zum Abschluss die wichtigsten Punkte noch einmal zusammen. Erst einmal zeigt die Studie: Der Long-Tail wird wichtiger. Einerseits, weil LLMs wie ChatGPT offenbar stärker dazu neigen, mit längeren Queries zu suchen. Aber auch weil sich das Verhalten von Nutzerinnen und Nutzern nach und nach auch (wieder) auf die klassische Suche übertragen wird. AI Overviews und der KI Mode bieten hierzu ja auch jetzt schon Anreize, lieber längere Keywords einzugeben. Folglich: Was ist der beste Laufschuh 2025? > Bester Laufschuh 2025
Eine weitere Erkenntnis: Affiliates haben es heutzutage nicht mehr leicht (keine neue Erkenntnis, ich weiß). Gleichzeitig lohnt es sich derzeit für alle mit eigenem Produkt beziehungsweise eigenen Produkten, auf der eigenen Website vergleichende Inhalte oder Review-Content zu erstellen. Denn sonst macht es möglicherweise die Konkurrenz. Und die ist meist nicht so gnädig in der Bewertung wie man selbst.
In der Studie finden sich noch jede Menge weitere spannende Insights, die einen tieferen Blick in LLMs beziehungsweise ChatGPT ermöglichen. Wer noch mehr dazu wissen möchte: Unbedingt dort vorbeischauen. Und wer sich SEO-Support wünscht: Unbedingt bei uns vorbeischauen und melden!