- Google führte 2024 die Site-Reputation-Abuse-Penalty ein, um das Ranking von Drittseiten zu unterbinden, die Autorität der Hauptdomain für SEO missbrauchen.
- Diese Penalty sah ursprünglich vor, betroffene Seiten direkt aus den Suchergebnissen zu entfernen.
- Nach EU-Interventionen wurde die Penalty für den EWR-Raum aufgeweicht: Betroffene Seiten verlieren zwar den Domain-Boost und ranken über die Zeit eigenständig, werden aber nicht direkt entfernt.
- Außerhalb des EWR bleibt die striktere Regelung bestehen, bei der manuelle Aktionen betroffene Seiten direkt aus den Suchergebnissen entfernen können.
- Für Dich bedeutet dies im EWR, dass Verlage weiterhin lukrative, aber markenfremde Inhalte betreiben können, ohne direkte Ranking-Strafen fürchten zu müssen, auch wenn der Domain-Boost wegfällt.
SEO ist eine Kreativtechnik
Siehe Überschrift. Manchmal muss man zum Lösen von SEO-Problemen um die Ecke denken.
2024 hat Google die Site-Reputation-Abuse-Penalty eingeführt. Damit sollten sponsored, advertising, partner, or other third-party pages, die zu SEO-Zwecken angelegt worden sind, um mit Hilfe der Autorität der Hauptdomain zu ranken, abgestraft werden.
Zu Beginn war ein wenig offen, ob eine Penalty für einen dieser Bereiche auch den wertvollen Content nach unten ziehen könnte. Google hat dann die Definition nachgeschärft (Egal wie viel redaktionelle Übersicht Du leistest. Wenn es um Rankingmanipulation geht, dann hilft das alles nicht.).
Trotzdem waren viele Verlage unglücklich. Schattenredaktionen für Vergleiche, Gutscheinportale und Ähnliches sind ein ziemlicher Umsatztreiber. Manche Verlage haben diesen Content ersatzlos gestrichen („Passt eh nicht so geil zur Marke und jetzt bringt es auch kein Geld mehr“). Andere haben (auch mit unserer Hilfe) überlegt, wie sie den Content so aufwerten und die geforderte redaktionelle Verantwortung so klar machen können, dass sie jetzt tollen Content in diesem Bereich produzieren.
Und wieder andere haben mit ihren Anwälten gesprochen: „Das tut uns voll weh, kann man da nicht was machen? Wie wäre es denn mit der EU?“
Und die EU hat gesprochen. Und Google hat seine Penalty aufgeweicht. In Europa:
For users outside the EEA, a manual action regarding our site reputation policy will directly affect search results for the portion of the site affected. As before, the rest of the site won’t be affected.
For users inside the EEA, the impact of the manual action won’t apply. The affected section of the site may be separated in our systems so that, over time, it ranks independently from the rest of the site.
Als SEO lernen wir daraus ein paar Dinge:
- Auch Site Reputation Policy ist ein einfacher Spam-Filter, der im Re-Ranking (als Twiddler) angewandt wird und die Seite vom Suchergebnis entfernt.
- Für Menschen in der EU kein unmittelbarer Effekt, aber kein Boost mehr durch die redaktionelle Stärke der Seite.
- Aber trotzdem kann die Seite als Strafe den Ranking-Boost der Domain verlieren. Sie wird als eigenständige Domain geführt und verliert den Boost durch die Haupt-Domain.
Intern war meine erste Reaktion: Die EU ist hier Knecht der Verlage, die hier das DMA instrumentalisieren, um weniger Pain zu haben, wenn sie lukrativ Spam verbreiten und ihre redaktionelle Integrität verraten. Völlig verrückt.
Ich lass das mal hier stehen. Für Dich. Zum Mitnehmen.