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Consultant

Na endlich! Wenn Du, so wie ich, ab und an nach Rezepten im Internet suchst, sind Dir sicherlich auch schon diese Websites aufgefallen, bei denen Zutatenliste und Zubereitungsschritte irgendwo in einem riesigen Berg Text versteckt sind. Vor allem auf Blogs beobachte ich diese Praxis schon eine ganze Weile mit sinkender Begeisterung.

Einerseits scheint die Taktik, zu den wesentlichen Bestandteilen des Rezeptes noch einen kleinen Aufsatz zu schreiben, aufzugehen – denn die Inhalte ranken.

Andererseits finde ich es gerade als Nutzerin zunehmend nervig, mich auf der Suche nach den für mich relevanten Infos durch 1.000 Absätze zu scrollen. Ich will einfach loslegen mit Kochen!

Einige Seiten haben zu Beginn des Beitrags Sprungmarken implementiert, über die man immerhin direkt zum eigentlichen Rezept springen kann. So sieht es zum Beispiel bei dem Blog Half Baked Harvest aus:

Screenshot vom Rezept zu "Monster Crunchies" auf der Rezept-Website Half Baked Harvest. Oben sind Logo, Suche, Burger-Navi und Breadcrumb. Dann folgt der Titel des Rezepts inklusive Angaben zur Autorin und dem Veröffentlichungsdatum. Darunter dann ein Button mit der Aufschrift "Skip to Recipe", der als Sprungmarke nach unten führt. Unter dem Button folgt dann  ein länglicher Text tu Monster Crunchies, wieso sie toll sind, usw.

Hier kannst Du Dir das Beispiel-Rezept aus dem Screenshot auch direkt anschauen. Beim Scrollen kannst Du sehen, wie anstrengend es ohne die Sprungmarke sein kann, zum eigentlichen Rezept zu gelangen. Ich bin natürlich auch ein großer "Fan" von den automatisch abspielenden Videos 🙄

Texttapete à la carte

Bei NY Times Cooking sind die Zusatzinfos auch ganz oben, aber eingeklappt. Diesen Ansatz finde ich persönlich noch praktischer: Wenn man gerade Zeit und Lust hat, klappt man die ergänzende Beschreibung aus, wenn nicht, kann man sich direkt den Zutaten widmen.

So oder so wundert es mich in Anbetracht solcher Inhalte nicht, wenn man als fachfremde Person zu dem Schluss kommt, dass SEO als mutmaßlich verursachende Kraft in dieser Situation doof und nervig ist.

Offenbar war die Kritik bezüglich der kaum konsumierbaren Kochrezepte so konstant, dass Search Liaison Danny Sullivan sich dazu geäußert hat. Er versteht die Kritik und betont, wie wichtig es ist, die wesentlichen Bestandteile eines Rezepts wie Zutaten und Zubereitung gut zugänglich zu präsentieren.

"I will add that I well know the complaints that recipe pages sometimes go really long while some people just want to get to the ingredients.

I think that's something content producers might want to keep in mind.

If you want to appear to that audience, you might want to ensure your recipes are helpful in that way, easy access to the key parts."

Am Ende ist es aus Dannys Sicht aber egal, wie lang ein solcher Inhalt ist, Hauptsache, man hat bei der Erstellung die Bedürfnisse der Leser*innen berücksichtigt.

"We're certainly not saying don't write a recipe long or short.

We're saying, as with any content, just write it in a way that makes sense for people first."

War das nur die Vorspeise?

Barry Schwartz vermutet, dass da etwas im Busch ist und womöglich eines der kommenden Google Updates auf langatmige, SEO-getriebene Prosa auf Blogs abzielen könnte.

"To me, this seems like some sort of warning about an upcoming Google search algorithm update that might target those really longwinded, SEO-written, recipe blogs and pages."

Grund zur Panik? Erstmal nicht. Wenn Du Deine Kerninhalte wie beispielsweise Rezepte durch sinnvolle zusätzliche Informationen anreicherst, solltest Du sicherstellen, dass die wesentlichen Bestandteile leicht zu erreichen sind. Das sollte erstmal ausreichend sein.

Wenn Du allerdings weißt, dass Du da vielleicht etwas über das Ziel hinausgeschossen bist im Namen von SEO, dann solltest Du das wahrscheinlich bei Gelegenheit etwas ausbügeln.

Ich bin gespannt, ob das gefühlt oft stundenlange Scrollen durch Rezepte bald weniger wird und man flächendeckend über Shortcuts zu den wichtigen Infos gelangt!

Consultant

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