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Consultant

Es ist noch sehr früh im Jahr. Dennoch bin ich geneigt, diesen von mir ins fiktive Leben gerufenen Award schon im Februar zu vergeben. Google hat die Quality Rater Guidelines Ende Januar erneut geändert und erweitert.

Dabei war eine Änderung aus meiner bescheidenen Perspektive längst überfällig. Wenn Du an eine der unnötigsten, ja sogar nervigsten Formen von Content denkst, die uns im Alltag begegnen, was fällt Dir als erstes ein? Bei mir sind es die Rezepte. Auch wenn Hanns Kronenberg es gerne hätte, ist man ja nicht jedes Mal nach dem Googlen bei Chefkoch ;). Fast genauso häufig ärgert man sich dann, dass man (insbesondere mobil) meilenweit an Erzählungen vorbei scrollen muss, die einen gar nicht interessieren. In den meisten Fällen gibt es dann auch keine Sprungmarke.

Genau diese Inhalte werden jetzt in den Guidelines adressiert. Auf die neuen Passagen hat Marie Haynes auf X (ehemals Twitter) hingewiesen.

“Low Quality Justification:

  • A large quantity of prominent filler makes it difficult to find the helpful MC [Main Content]
  • Ads, SC [Supplementary Content] and Filler MC distract from the helpful MC

Wir haben jetzt (endlich) schwarz auf weiß, dass historische Romane über die Herkunft des Gerichts oder die damit verbundenen Kindheitserinnerungen eine Bewertungsgrundlage für eine negative Einschätzung sind, wenn das eigentliche Rezept dadurch schwer zu erreichen ist. Die Guidelines geben dafür auch ein konkretes Beispiel:

“The primary purpose of the page is to share a recipe for Butterbeer. While helpful MC such as the ingredients and information about Butterbear[sic!] are at the top of the page. Significant scrolling is required to find the actual Butterbeer recipe. The "jump to recipe" link itself is difficult to find.”

Außerdem “Note: A higher rating could be appropriate if the page were better organized, the recipe was prominently placed and easy to find, and there was less Filler, SC and Ads distracting from the helpful MC.”

Während sich meine persönliche Griesgrämigkeit gegen die Rezepte richtet, lassen sich die Lektionen analog auf andere Inhaltstypen verwenden. Eine Anleitung zum Wechseln einer Glühbirne braucht keinen Exkurs zur Erfindung derselbigen vor den Schritten der Durchführung. Dir fallen bestimmt etliche weitere Fälle ein.

Aus meiner Sicht ruft diese Änderung etwas ins Gedächtnis, was wir als SEOs schon lange wissen. Der Kerngedanke bei der Erstellung eines Inhalts ist das Beantworten eines Nutzeranliegens. Klar, in einigen Fällen reicht auch der Aufruf und eine Ad Impression. Aber selbst hier hat man mehr davon, wenn die User Experience nicht so abschreckend ist, dass besagte User/innen nie wieder kommen.

Jetzt gibt es noch ein Argument mehr, brauchbare Inhalte zu erstellen und zu verbreiten. Das beste daran: In diesem Fall bedeutet es nicht höher, schneller oder weiter. Content ohne unnötige Lückenfüller darf sogar kürzer sein. Oder den Filler-Content wenigstens ans Ende stellen. Und diesmal kommt der Hinweis von Google selbst. Falls Du noch jemanden in Deiner Firma überzeugen musst, dass nicht jeder Inhalt 2500+ Worte braucht, ist das vielleicht die Gelegenheit.

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