Nur für den Fall, dass Du noch nicht genug AI-Slop in Deinem Leben hast und dringend noch mehr brauchst. Es besteht Hoffnung für Dich. Wie Sean Hollister bei TheVerge berichtet, testet Google gerade das Ersetzen der Discover-Headlines durch KI-generierte Alternativen. Die Ergebnisse sind – freundlich formuliert – durchwachsen.
Quelle: TheVerge – mit passender Bildunterschrift
Weder beuten Spieler von Baldur’s Gate 3 Kinder aus, noch verlangsamt Qi2 ältere Pixel-Modelle. Aber die KI-Variante der Überschrift lässt es so aussehen. Hier kommt wirklich alles zusammen, was man an dem Einsatz von KI kritisieren kann:
- Es nimmt die Arbeit anderer und ersetzt sie.
- Es gibt den Inhalt dann auch noch falsch wieder.
- Von außen sieht es so aus, als habe die Redaktion den Fehler gemacht.
Wenn man auf “See More” klickt, kann man zwar einen Hinweis auf KI-Elemente bekommen, aber wie oft klickt das überhaupt jemand an? Insgesamt erzeugt das ein Déjà-vu zu der Zeit (2021?), als Google anfing, selbst Meta Descriptions und Titles zu erzeugen, wenn die vom Websitebetreiber gesetzten Exemplare nicht gut genug sind. Schon damals wurde der Kontrollverlust beklagt, schon damals betonte Google dem Suchenden möglichst nützliche Informationen liefern zu wollen.
Mal davon abgesehen, dass es sich wie schlimmer Clickbait liest. Besonders bedenklich ist, dass es gerade im Publishing-Bereich getestet wird. Discover ist zwar eher das Google-Equivalent zur Freizeit-Revue als zur Tagesschau. Doch der Gedanke, dass auch kritischere Nachrichten wie z.B. die Rede eines Präsidenten nicht nur verkürzt aber auch wirklich faktisch falsch wiedergegeben werden, löst bei mir ein starkes Unbehagen aus.
Auf Nachfrage teilt Google mit, es handle sich dabei lediglich um ein “kleines UI-Experiment für ein Subset der Nutzer.” Es besteht also noch die Hoffnung, dass der Deckel der Büchse der Pandora wieder etwas niedergedrückt werden kann. Manchmal wünschte ich mir, Google würde sein altes Motto wieder etwas mehr beherzigen. Don’t be evil.