Ich war vor kurzem bei Dr. Leon Windscheids “Alles Perfekt” Tour. Leon Windscheid ist Psychologe, der Wissenschaftskommunikation betreibt und als solcher hat “Dottore” Leon Windscheid (wie er sich selbst ankündigen lässt) alle Elemente in einer Show vereint, die mir das Gefühl gegeben haben: Wow, das war rund! Aber keine Sorge, ich werde hier nichts spoilern (ich versuchs wirklich!) und ich werde nicht weiter schwärmen (ich sage nur: es hat sich gelohnt).
Ich habe aber einige Dinge aus dieser Show mitgenommen. Im Grunde wurde alles, was wir als Lebewesen tun, bereits in irgendeiner wissenschaftlichen Studie hinterfragt, beleuchtet und bewertet. Der Mensch ist ein Mustererkennungswesen und unser Gehirn liebt Vorhersehbarkeit, denn sie gibt uns Sicherheit und reduziert kognitive Belastung. In einer chaotischen Welt suchen wir nach Strukturen und Mechanismen, die uns helfen, unsere Umgebung zu verstehen und vorherzusagen.
Diese Sehnsucht nach Vorhersehbarkeit ist tief in unserem Gehirn verankert. Sie ist nicht nur ein Überlebensmechanismus, sondern auch ein Schlüsselreiz für unser Dopaminsystem.Unser neurochemisches Belohnungssystem treibt uns an Muster zu erkennen, Gewohnheiten zu entwickeln und auf Belohnungen hinzuarbeiten. James Clear beschreibt in „Die 1% Methode“, dass unser Verhalten im Kern darauf basiert, kleine Verbesserungen zu erkennen und zu verstärken. Das gleiche Prinzip gilt für das Verhalten von Menschen beim Verweilen auf einer Seite oder beim Abspringen nach wenigen Sekunden.
Was ich in der Show gelernt habe: Das menschliche Gehirn setzt Dopamin nicht nur nach Erfolgserlebnissen frei, sondern bereits in der Erwartung einer Belohnung. Wir klicken auf eine Suchergebnisseite, weil wir erwarten, eine Antwort auf unsere Frage oder die Stillung eines Bedürfnisses zu finden. Bleibt diese Erwartung unerfüllt, entsteht Frustration und wir springen ab. Ist die Seite jedoch genau das, was wir gesucht haben, steigt unsere Zufriedenheit und wir bleiben länger.
Vorhersehbarkeit ist an diesem Punkt entscheidend. Wenn Nutzer eine Seite besuchen, erwarten sie eine klare Struktur, eine einfache Navigation und Inhalte, die schnell das liefern, was sie versprechen. Eine kleine Prise Überraschungsmoment kann für eine zusätzliche Ausschüttung von Dopamin sorgen. Inhalte, die schwer verständlich, unübersichtlich oder optisch überladen sind, erfordern zu viel kognitive Energie und Nutzer springen schneller ab.
Google nutzt Nutzersignale, um genau dieses Nutzerverhalten zu analysieren. Dabei spielen verschiedene Metriken eine Rolle:
- **Dwell Time (**Bleiben Nutzer lange auf einer Seite, signalisiert das Google, dass die Inhalte wertvoll sind)
- Pogo-Sticking (Wenn Nutzer eine Seite anklicken und sofort wieder zur Suche zurückkehren, interpretiert Google das als Zeichen für eine schlechte Nutzererfahrung).
Finde also heraus, was Deine Zielgruppe und Deine Nutzer von Deiner Website erwarten und erfülle diese Erwartungshaltung. Das kann durch Elemente, wie zum Beispiel gut strukturierte Inhalte, wertvolle Informationen, klare Navigation und das Verwenden von bekannten Mustern gelingen. Das Überraschungsmoment kann eine freudige persönliche Nachricht sein, die die Emotion von Deinen Nutzern triggert oder oder oder. Wichtig ist an dieser Stelle, dass Du Deine eigene Zielgruppe kennst. Mein Tipp hierfür ist: Umfragen machen und testen, was funktioniert!
Wenn Deine Website diese Prinzipien umsetzt, bedienst Du das menschliche Dopaminsystem optimal.