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Junior Consultant

"Ich wusste, dass das passieren würde."

"Das Bottleneck ist in der Technik, wir haben dafür nicht genug Ressourcen."

"Auch wenn wir das machen, haben wir Opportunitätskosten."

Diese drei Zitate sind Beispiele für mentale Modelle (Englisch: Mental Models) und sind Dir sicherlich schon mal über den Weg gelaufen. Mentale Modelle helfen uns, die Welt zu verstehen und aus komplexen Sachverhalten einfach verständliche und merkbare Gedankenstützen und Konzepte zu bauen.

Auch im SEO begegnen wir mentalen Modellen nahezu jeden Tag. Daher möchte ich Dir heute 3 vorstellen, die Du auf SEO und verwandte Disziplinen gut anwenden kannst.

1\. First Principle Thinking

Einfach umschrieben sind First Principles die Dinge, von denen wir wissen, dass sie wahr sind. First Principle Thinking beschreibt, dass wir uns an den Dingen orientieren sollten, von denen wir wirklich wissen, dass sie wahr sind. Beispielsweise kam Elon Musk durch diese Art zu denken überhaupt erst auf die Idee, SpaceX anzugehen.

Einige First Principles aus dem SEO sind:

  1. Damit etwas ranken kann, muss es vorher gecrawlt und indexiert worden sein.

  2. Verlinkungen (intern und extern) helfen Suchmaschinen neue Websites und Inhalte zu entdecken.

  3. Damit ein Inhalt langfristig gut ranken kann, muss die Suchintention befriedigt werden.

  4. Einzelne Seiten können für eine große Anzahl an Keywords ranken.

  5. Je nachdem von wo ich suche, bekomme ich andere Suchergebnisse ausgespielt.

  6. Und viele weitere Beispiele, die Dir sicherlich einfallen.

Damit man in First Principles denkt, sollte man das eigene Wissen hinterfragen. Prüfe das am besten mit folgenden Fragen:

  1. Warum denke ich das und was genau denke ich?

  2. Woher weiß ich, dass das wahr ist?

  3. Welche Quellen bestätigen das?

  4. Ist das heute immer noch so?

  5. Gibt es unterschiedliche Meinungen zu dem Thema?

  6. Was ist, wenn ich falsch liege?

First Principles sollen Dir helfen, Dich auf die wesentlichen Wahrheiten zu fokussieren und Dein gesammeltes Wissen auf den Prüfstand zu stellen.

2\. Second Order Thinking

Ein weiteres sehr gut zu SEO passendes Mental Model ist Second Order Thinking. Wenn Maßnahmen geplant werden, wird häufig nur an die Konsequenzen erster Ordnung gedacht. Was dabei gerne vergessen wird ist die Frage:

"Was könnten die Konsequenzen dieser Entscheidung in 12 Monaten, 3 Jahren oder 10 Jahren sein?"

Es geht also darum, sich nicht nur auf die möglicherweise unmittelbaren oder ersten Konsequenzen einer Entscheidung oder Maßnahme zu fokussieren, sondern mögliche nachgelagerte Konsequenzen und Effekte zu berücksichtigen.

Die Grafik visualisiert zwei unterschiedliche Entscheidungen und ihre Konsequenzen. Die Unterteilung ist 1. Ordnung, 2. Ordnung und 3. Ordnung. Entscheidung A hat erst positive Auswirkungen, wird auf Ebene der 2. und 3. Ordnung aber negativ. Für Entscheidung B ist dies umgekehrt. Erst negative Konsequenzen und dann positive Auswirkungen.

Eine Entscheidung könnte kurzfristig vielversprechende positive Auswirkungen zeigen, langfristig aber negative Konsequenzen bedeuten und umgekehrt.

Es lässt sich immer wieder feststellen, dass im Online Marketing (und natürlich auch im SEO) häufig kurzsichtig geplant wird. Hier mal zwei Beispiele:

"Wir ranken gut mit vollständig automatisiertem KI-Content. Vielleicht brauchen wir keine Redaktion mehr, das klappt auch so."

"Wir kaufen Links und sind vorsichtig, dann sollte uns nichts passieren, weil es bringt uns Ranking-Erfolge und stärkt unsere Domain."

Bei solchen Entscheidungen sollte man die angesprochenen Konsequenzen nachgeordneter Ebenen berücksichtigen.

Heute rankt KI-Content, was ist aber, wenn ALLE die gleichen Tools und austauschbare Inhalte verwenden? Dann haben wir unseren eigentlichen Wettbewerbsvorteil, ein gut gemeinsam arbeitendes Redaktionsteam, verspielt.

Wer heute Links kauft, die Wirkung zeigen, könnte morgen Links haben, die von Google entwertet wurden und keinen Effekt mehr haben. Im Worst Case wird man manuell abgestraft. Wir erwähnen oft, dass wir kein Linkbuilding machen und dabei spielt vorausschauendes Handeln im Sinne unserer Kunden natürlich eine große Rolle.

Das sind einfache Beispiele. Diese Gedanken lassen sich aber auf jede Entscheidung anwenden und helfen, sich auch auf nachgeordnete Reaktionen und Konsequenzen vorzubereiten und bessere Entscheidungen zu treffen.

3\. Red Queen Effect

Abschließen möchte ich heute mit dem Red Queen Effect. Charles Darwin hat gesagt:

"It is not the strongest of the species that survives, nor the most intelligent that survives. It is the one that is most adaptable to change."

Das ist genau das, was der Red Queen Effect ausdrückt. Wir SEOs müssen uns ständig an neue Gegebenheiten anpassen und vorbereiten. Gerade in den jetzigen Zeiten von

  • KI-Content, 

  • verändertem Suchverhalten jüngerer Generationen, 

  • KI-Anwendungen die Antworten auf Fragen liefern, wie es sie vorher nicht gab (ChatGPT, Google Bard, SGE, etc.) und 

  • neue Integrationen in den Suchergebnissen.

Das Spielfeld hat sich in den letzten 10 Jahren immer wieder verändert und die, die sich immer wieder angepasst haben, sind heute weiterhin erfolgreich. Hier lässt sich auch der Bogen zu den First Principles aufspannen.

Die Spielregeln werden durch Google geändert und daher gilt es bisherige Annahmen zu überprüfen, weil durch neue Gegebenheiten Dinge, die man als gegeben angesehen hat, nicht mehr gegeben sind und hinterfragt werden müssen.

Es gibt viele mentale Modelle und ich finde das Thema sehr spannend. Daher kannst Du dich auf einen zweiten Teil freuen.

Junior Consultant

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