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Junior Consultant

Niemand mag Stress. Was viele aber nicht wissen:

1. Stress hilft uns, über uns hinauszuwachsen.

2. Stress verläuft nicht auf einer linearen Skala, sondern hat eine Glockenverteilung:

Ein zweidimensionaler Graph mit Leistung auf der Y-Achse und Druck auf der X-Achse. Es gibt Quadranten von niedriger und hoher Leistung auf der Y-Achse. Auf der X-Achse geht es von niedrigem, über moderaten, über hohen und sehr hohen Druck. In den einzelnen Quadranten entsteht Langeweile, Komfort, das Optimum, Belastung und am Ende Burnout. Der adäquate Bereich liegt im Komfort und Optimum.

Grafik angelehnt an Delphis’ “Stress and the Pressure Performance Curve

Es gibt also ein Gleichgewicht mit “genau der richtigen Menge Stress”. Haben wir keinen Stress, sind wir weniger motiviert. Haben wir zu viel Stress, sind wir überfordert und verlieren die Kontrolle.

Dr. Aditi Nerurkar schreibt in “The 5 Resets”:

“Stress is one of life’s greatest paradoxes. It’s the most common experience we can have as humans. But instead of unifying us, it isolates us, making us feel alone in our struggle.”

Darum schreibe ich in unserem SEO-Newsletter dazu – wir haben auch Stress.

Laut Dr. Nerurkar haben

  • 70% aller Menschen mind. ein Symptom von Burnout und
  • 72% Probleme mit Stress. Gruselige Zahlen.

Wir alle haben Momente im Leben, in denen wir zu viel Stress haben. Heute gebe ich Dir hilfreiche Tipps mit auf den Weg, damit bei Dir kein unnötiger Stress entsteht.

Tipp #1: Adäquates Zeitmanagement

Auf der Arbeit brauchen wir häufig eine Prise Selbstvertrauen. Beispielsweise um “nein” zu neuen Aufgaben zu sagen. Das fällt uns manchmal schwer, weil wir denken:

  • Reicht meine Leistung aus?
  • Wer macht es, wenn nicht ich?
  • Ich lasse meine Kolleg*innen im Stich.

Etwas, was Du Dir auf jeden Fall merken kannst: Hast Du eine bestimmte Menge Zeit für eine Aufgabe, dann reizen wir diese Zeit (unbewusst) meistens aus. Das ist auch als Parkinson’s Law (= Parkinsons Gesetz) bekannt.

Die Lösung: Setze Dir frühzeitige Deadlines, um 1) nicht auf den letzten Drücker fertig zu werden und 2) um den Zeithorizont nicht auszuschöpfen und Themen schneller vom Tisch zu haben.

Nassim Taleb spricht in Black Swan von Tunneling, als weiteren Grund dafür, dass Zeitpläne selten aufgehen.

“Plans fail because of what we have called tunneling, the neglect of sources of uncertainty outside the plan itself. [...] The unexpected almost always pushes in a single direction: higher costs and a longer time to completion.”

Die Lösung: Großzügige Puffer einplanen. Auch das haut nicht immer hin, funktioniert aber besser als immer auf Anschlag zu planen.

Folgende Artikel möchte ich Dir auch als Leseempfehlung ans Herz legen:

Tipp #2: Früh genug um Hilfe fragen

Dr. Nerurkar spricht in “The 5 Resets” auch von der Resilience Myth (= dem Resilienzmythos). Obwohl wir alle mit Stress zu tun haben, sind wir meistens damit alleine und kommen auf Ideen wie:

  • “Ich wirke schwach, weil ich dem Druck nicht standhalten kann”
  • “Andere schaffen das auch, ich muss nur durchhalten”
  • “Mir hilft eh niemand”

Wir haben ein ungesundes Bild von Stressresilienz. Jeder Mensch hat ein anderes Maß, ein anderes Gleichgewicht. Schwach sind die, die andere dafür fertig machen.

Warum fragen wir meistens, wenn es schon zu spät ist?

  1. Wir kommen uns vor wie eine Last für andere.
  2. Wir müssen zeigen, dass wir “verwundbar” sind.
  3. Wir gehen davon aus, dass uns niemand helfen kann oder will.

Die Lösung: Kognitives Reframing. Menschen helfen (normalerweise) gerne. Wenn Du Deine Anfrage möglichst konkret machst, kommt es selten vor, dass Du im Stich gelassen wirst.

In einer gesunden Unternehmenskultur ist Hilfe anzubieten und zu bekommen total normal. Wir sprechen bei uns jeden Tag darüber, wer Hilfe braucht.

Tipp #3: “Listen to your canary in the coal mine”

Im 19. Jahrhundert gab es zunehmend Unfälle in Minen, da giftige Gase ausgetreten sind, die die Arbeiter nicht riechen konnten. Dafür hat man dann Kanarienvögel mit in die Minen genommen, da diese empfindlich auf Kohlenstoffmonoxid reagieren und als eine Art Frühwarnsystem helfen können.

Es gibt bestimmte Signale, die Dein Körper Dir sendet. Für manche ist es

  • ein gefühltes "Galoppieren in der Brust”, wenn man zur Ruhe kommt,
  • bei anderen sind es zunehmend Schwierigkeiten, gut zu schlafen oder
  • eine eingeschränkte Fähigkeit, von der Arbeit abzuschalten.

Lösung: Höre also auf Deinen inneren Kanarienvogel, das kann ich Dir aus eigener Erfahrung sagen. Das Sprichwort der Überschrift kommt nicht von ungefähr.

Es ist sowohl in Ordnung, ein Gespräch zu suchen, als auch eine Krankmeldung einzureichen, wenn es Dir nicht gut geht. Besser zu früh als zu spät reagieren.

Tipp #4: Sei nicht zu hart zu Dir selbst

Viele sind mit ihrer eigenen Leistung nicht zufrieden. Sei es, dass es hätte besser sein können, oder dass wir mehr in der Zeit hätten schaffen können, wenn wir nur optimierter wären.

Die Lösung: Erneut kognitives Reframing.

Wir sind alle nur Menschen und was wir häufig zu sehen bekommen sind 1) Ausreißer und 2) nicht immer die vollkommene Realität. Wir können nicht immer perfekt sein und “funktionieren”.

Manchmal ist “gut” auch “gut genug”.

Das lässt sich nicht nur auf den eigenen Leistungsdruck übertragen, der zu übermäßigem Stress führen kann, sondern alles, was wir auf der Arbeit (in der SEO) treiben.

Nat Eliason hat dazu einen schönen Artikel geschrieben, wie Du von “es ist gut”, zu “es könnte besser sein”, zu “irgendwann ist es gut genug” und final zu “nächstes Mal wird es noch besser” kommst:

Erneut ein Graph mit Qualität auf der Y-Achse und Arbeit auf der X-Achse. Die Qualität steigt schnell mit steigender Arbeit, die Effekte nehmen aber ab. Ab einem gewissen Punkt macht mehr Arbeit die Qualität in immer kleineren Schritten besser.

Er schreibt unter anderem:

“The more you chisel, the less marble there is to chisel.”

Irgendwann kann man es kaum noch besser machen – weder das Arbeitsergebnis, noch das eigene Zeitmanagement.

Gesunder Stress ist Dein Freund und Helfer

“Healthy stress is the swim instructor who pushes you to make it to the edge of the pool on your own, and resilience is what keeps your head above the water.”

– Aditi Nerurkar

Stress ist nicht der Teufel. Zu viel Stress ist der Teufel. Es geht nicht darum, keinen Stress zu haben. Probleme und Herausforderungen machen unser Leben überhaupt lebenswert.

Versuche also für Dich herauszufinden, wie viel Stress Dir hilft, besser zu sein. Alles, was darüber hinausgeht, kannst Du mit meinen Tipps (möglicherweise) vermeiden.

P.S. Vielleicht schreibe ich eine Fortsetzung zu diesem Artikel, in der ich Dir Tipps gebe, wie Du zu viel Stress wieder los wirst. Was hältst Du davon?

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