Kennst Du das, wenn Du eine Vermutung hast? Ein Bauchgefühl oder eine handfeste These, deren letztes Puzzlestück noch fehlte, deren finaler Beweis noch ausstand. Wenn sich dieser Verdacht bestätigt und man mit Fug und Recht behaupten kann “Ich wusste es!”. Viel besser geht es eigentlich nicht, erst recht, wenn es um die undurchsichtigen Tiefen der Google-Interna geht.
Für das Aufstellen solcher Thesen war das Google Leak Mitte 2024 ein Paradies. Knapp 2.600 Module und ca. 14.000 Attribute, die alles oder nichts bedeuten können. Bei uns im Team herrschte regelrecht Goldgräberstimmung, als wir auf unserem Offsite nach den versunkenen Schätzen der Erkenntnis tauchten. Am meisten Spaß machten dabei die Namen oder Codewörter, die Google für ihre Mechanismen verwendet.
- Was ist eigentlich Radish?
- Was sind Craps oder gar CrapsCraps?
- Wer oder was sind Unicorn User?
- Was steckt hinter bzw. im Ocean?
Mit der letzten Frage hat sich unsere Nora befasst. Während einige von uns mit ihren Thesen baden gegangen sind, hatte sie bereits am Anfang ihrer Recherche in unserem Arbeitsdokument festgehalten:
- Es gibt einen Ocean Index
- System fĂĽr Buch und Patentdaten?
- These: System wichtig fĂĽr GoogleScholar/ GooglePatents / GoogleBooks
In diesem Fall hat sich das Puzzleteil in einem Buch aus dem Jahr 2011 “versteckt”. In In the Plex: How Google Thinks, Works, and Shapes Our Lives schreibt Autor Steven Lewy:
Schmidt became convinced that capturing books in Google’s search index would allow Google to deliver important information that was currently lacking […] The project was dubbed Ocean, to reflect the vast informational sea they would be exploring.
Damit verneigen wir uns an dieser Stelle vor Nora, die direkt die richtige Idee am Haken hatte.
Warum ist Ocean fĂĽr uns interessant?
Weil die Tiefen des Ozeans nicht gänzlich unkartographiert sind. Im Leak finden wir etliche Module und Attribute, die mit Ocean zusammenhängen. So gibt es das Modul OceanPerDocData, in denen zum Beispiel die ID, die Seitenanzahl und zum Beispiel mit dem Werk verbundene Recht festgehalten werden. Oder das Modul OceanLocaleViewability, in dem die Darstellung des Werks in Abhängigkeit vom Standort definiert wird.
Wie beim Rest des Leaks können wir natürlich nicht sagen, ob es noch aktuell, vollständig oder schon dreimal abgelöst ist. Wir denken aber, dass wir daraus lernen können. Deswegen gehen wir nochmal auf Tauch und schauen uns das ganze nochmal im Detail an. In der Hoffnung, euch in ein paar Wochen noch mehr erzählen zu können.