In der Rückbetrachtung der SEOkomm gibt es ein paar Dinge, die mich positiv stimmen:
- Die KI-Panik ist einem vorsichtigen Optimismus gewichen: Morgen ist noch nicht alles komplett anders, aber es ändern sich Dinge. – Statt: OMG We all gonna die!
- Die KI-Euphorie ist skeptischem Optimismus gewichen: Gerade die, die viel mit AI machen, sind realistischer, was die Grenzen des aktuell Machbaren angeht.
- Die SEO-Strategie fehlt. Wir haben viel darüber gesprochen, wie AI unsere Arbeit beeinflusst. Aber wenig über Dinge, die wir konkret machen können. Und eine positive Vision fehlt noch.
Diese Meta-Takeaways möchte ich Dir anhand eines Widerspruchs zeigen, der durch zwei Vorträge zu Content Automation auffällig wurde:
- David Konitzny (KKP) hat gezeigt, wie das skalierbare System bei KKP funktioniert. Er hat aber auch gesagt: Wir können Themenrecherche, Briefing toll automatisieren. Auch Review und Aktualisierung aber das Schreiben, dafür brauchen wir noch viel menschliche Leistung.
- Maurice Marinelli (findling) hat den Findling-Prozess gezeigt. Mit viel Aufwand im Briefing (vor allem in Bezug auf Tone of Voice und Brand) und meinte, dass Content-Erstellung in höchster Qualität nicht das Problem sei (Review vorausgesetzt), aber die Recherche und das Briefing müssen vom Menschen kommen.
Ich fand das spannend: Beide Unternehmen haben viel Energie in die Automatisierung des Prozesses gesteckt. Und beide konnten erfolgreich automatisieren. Aber bei beiden ist jeweils ein Teil schwer in guter Qualität automatisierbar.
Was aus meiner Sicht dahintersteckt, ist das Konzept der verteilten (Un-)Automatisierbarkeit: Es gibt keinen heiligen Gral der Content-Automatisierung. Jeder Prozess hat einen anderen neuralgischen Punkt. Mal ist es die Recherche. Mal das Briefing. Mal das Schreiben. Das zeigt: Wir brauchen keine Fantasie von totaler Automatisierung. Wir brauchen Teams, die verstehen, wo ihr eigenes Nadelöhr liegt – und wie sie es mit Menschen und Maschinen gemeinsam lösen.
Und das wiederum bedeutet, dass „AI Magie“, „SERP-Master“ oder „Kohlroulade“ unter einem LinkedIn-Post zu kommentieren Dir zwar einen n8n-Workflow bringt, aber der bei Dir nicht funktioniert. Zumindest nicht in der Qualität, wie Du es brauchst. Denn auch mit AI sind Strategien, Möglichkeiten und Anforderungen unterschiedlich. Und das bedeutet, dass jeder andere Lösungen braucht.