Was gibt es Schöneres, als mit einer kleinen Horror-Geschichte ins neue Jahr zu starten? Inspiriert ist die Story von einem Artikel aus dem Search Engine Journal.
Wer kennt es nicht? Früher oder später erscheint einem das alte Design und die derzeitige Struktur der eigenen Website wie ein Dorn im Auge. Wäre es nicht besser, wenn dieser Button da ein wenig größer wäre? Oder wenn dieser Bereich der Seite ganz nach oben käme? Mit einem Mal kommt Dir der gesamte Aufbau Deiner Website wenig nutzerfreundlich und generell ausbaufähig vor. Ergo: Ein Relaunch inklusive Rebranding muss her. Am besten heute noch!
Also nimmst Du Dir Deine Website vor und sortierst fleißig um. Wird schon gut gehen, denkst Du Dir, verschiebst einen Teil der Seite nach oben, den anderen ersetzt Du und das Element dort drüben wirfst Du völlig raus. "Im Namen der Nutzerfreundlichkeit" rufst Du noch, bevor Du auf den "Aktualisieren"-Knopf drückst. Und da Du schon dabei bist, nimmst Du Dir die übrigens URLs Deiner Website gleich mit vor.
Fertig! Die Änderungen stehen...
Als Du fertig bist, wischst Du Dir mit dem Handrücken erst einmal über die Stirn. Dann nimmst Du Dir zwei Wochen Urlaub und freust Dich schon über den anstehenden Traffic-Anstieg und all die Mails glücklicher Nutzerinnen und Nutzer in Deinem Postfach.
Eine Mail hast Du bei Deiner Rückkehr tatsächlich. Sie stammt von Frank, Deinem Kollegen aus dem SEO-Team. Er schreibt Dir, dass irgendetwas mit der Website nicht stimmt. Traffic und Rankings sind auf einmal signifikant gefallen.
Du wirfst einen Blick auf die Sichtbarkeit und den Traffic Deiner Website. Und tatsächlich! Klicks, Impressionen und Rankings sind allesamt im Keller. Da fragst Du Dich: Waren die spontan gemachten Änderungen eventuell doch keine so tolle Idee?
Die Moral von der Geschicht'
Okay, okay. Das Beispiel ist natürlich etwas überspitzt dargestellt. Und Änderungen an Deiner Website können sich selbstverständlich auch positiv auswirken. Nichtsdestotrotz: Der Kern der Aussage bleibt bestehen: Größere Änderungen an Deiner Website solltest Du stets sorgfältig planen und niemals Mal kurz nebenbei oder nach Bauchgefühl entscheiden. Selbst, wenn es sich dabei "nur" um Designanpassungen handelt.
Eventuell geht es zwar anschließend bergauf. Im schlimmsten Fall machen sie aber Deine harte Arbeit mehrerer Monate und Jahre binnen kürzester Zeit zunichte. Das Dilemma aufhalten? Oft zu spät. Der Weg zurück? Meist ein ebenso schwerer, steiniger Weg. Und ja, solche Sachen geschehen in der Realität tatsächlich.
Damit Dir das gar nicht erst passiert, habe ich hier ein paar Tipps für Dich, die Du beherzigen solltest (Wichtige Infos dazu gibt es auch von John Mu im Rahmen der Google office-hours von Dezember 2023):
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Crawlen der Website vor und nach der Anpassung: Idealerweise crawlst Du Deine Website einmal im alten und einmal im aktualisierten Zustand – am Besten schon vor dem Live-Gang, um vorab mögliche Fehler und Probleme zu entdecken und nicht erst, wenn alles schon in Flammen steht.
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Backup der Seite erstellen: Regelmäßige Backups sind Gold wert. Das wird einem nur meist erst dann bewusst, wenn die eigenen Daten verloren sind (oder die eigene Website bereits gehackt wurde). Daher der dringende Rat, in regelmäßigen Abständen Backups Deiner Website zu erstellen, um sie falls nötig schnell wieder aufzuspielen.
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Teste auf einer Stage Umgebung: Bevor Du überhaupt daran denkst, Deine Live-Website anzurühren, solltest Du die Änderungen vorab erst einmal auf einer Testumgebung einrichten. Das ist inzwischen zwar gängige Praxis, wird aber trotzdem noch viel zu häufig vergessen. Mit zum Teil fatalen Folgen. Darum lieber erst einmal fleißig testen, bevor etwas live geht.
Größere Änderungen solltest Du nie "nach Gefühl" treffen: So verlockend und richtig das eigene Bauchgefühl manchmal auch wirken mag... Denk immer daran: Google kennt weder Bauch noch Gefühle. Bevor Du also irgendwelche voreiligen Schlüsse triffst, atme lieber noch einmal in Ruhe durch und überstürze nichts. Im Zweifel fragst Du einfach die SEO-Agentur Deines Vertrauens.