âAber unsere Inhalte sind super! Wir haben so viel Zeit und MĂźhe in die Erstellung investiert.â Ein Satz, der einem so oder in einer vergleichbaren Form immer wieder einmal zu Ohren kommt:
Viel Aufwand = Content Top!
Die falsche Richtung bleibt die falsche Richtung
Ja⌠Na ja⌠Mag schon sein, dass sehr viel Herzblut in die dreiĂig Magazin-Artikel geflossen ist. Allerdings haben beide Aussagen erst einmal nichts miteinander zu tun. Denn: Wer vier Stunden bei Sturm und Regen beharrlich in die falsche Richtung läuft, der⌠Nun ja, läuft nach wie vor in die falsche Richtung. Der Aufwand ist also kein Kriterium dafĂźr, dass ein Inhalt tatsächlich hochwertig ist. Auch wenn uns das natĂźrlich gefallen wĂźrde, schlieĂlich sollen sich unsere MĂźhe ja gelohnt haben. Häufig tun sie das auch, aber eben nicht immer.
Das Phänomen, etwas einen hĂśheren Wert beizumessen, weil man dafĂźr hart gearbeitet hat, nennt sich Ăźbrigens âEffort Justification Fallacyâ, zu Deutsch âAufwandsrechtfertigungsfehlschlussâ. Ein scheuĂliches Wort, was auch nicht besonders flĂźssig von der Zunge geht.
Qualität misst sich nicht (immer) in SchweiĂperlen
Ein hochwertiger Inhalt entsteht folglich nicht, weil jemand lange daran gesessen hat. Sondern weil er oder sie:
- ein klares Problem lĂśst oder eine Frage beantwortet,
- fßr die Zielgruppe verständlich und nßtzlich ist,
- logisch aufgebaut und gut strukturiert ist,
- und im besten Fall sogar ein bisschen SpaĂ macht zu lesen.
Klingt simpel, ist es aber nicht. Im Gegenteil. Aber umso wichtiger ist es, sich vor dem Erstellen einmal Gedanken zu machen. Denn: Ein guter Inhalt beginnt vor dem Schreiben. Mit Zielgruppenanalyse, einer Themenrecherche und einem klaren Verständnis der Suchintention. Alles andere ist Roulette.
Also, die Moral von der Geschichtâ: Nicht einfach drauf losschreiben und versuchen, die Konkurrenz mit doppelt so viel Text und fancy Bildern zu Ăźbertrumpfen. Viel wichtiger ist es, erst einmal die richtige Richtung festzulegen, denn: Wer ohne Kompass losläuft, wird selten MarktfĂźhrer. HĂśchstens Wanderer. Oder das Gesicht auf einem âVermisstâ-Plakat.