“Aber unsere Inhalte sind super! Wir haben so viel Zeit und Mühe in die Erstellung investiert.” Ein Satz, der einem so oder in einer vergleichbaren Form immer wieder einmal zu Ohren kommt:
Viel Aufwand = Content Top!
Die falsche Richtung bleibt die falsche Richtung
Ja… Na ja… Mag schon sein, dass sehr viel Herzblut in die dreißig Magazin-Artikel geflossen ist. Allerdings haben beide Aussagen erst einmal nichts miteinander zu tun. Denn: Wer vier Stunden bei Sturm und Regen beharrlich in die falsche Richtung läuft, der… Nun ja, läuft nach wie vor in die falsche Richtung. Der Aufwand ist also kein Kriterium dafür, dass ein Inhalt tatsächlich hochwertig ist. Auch wenn uns das natürlich gefallen würde, schließlich sollen sich unsere Mühe ja gelohnt haben. Häufig tun sie das auch, aber eben nicht immer.
Das Phänomen, etwas einen höheren Wert beizumessen, weil man dafür hart gearbeitet hat, nennt sich übrigens “Effort Justification Fallacy”, zu Deutsch “Aufwandsrechtfertigungsfehlschluss”. Ein scheußliches Wort, was auch nicht besonders flüssig von der Zunge geht.
Qualität misst sich nicht (immer) in Schweißperlen
Ein hochwertiger Inhalt entsteht folglich nicht, weil jemand lange daran gesessen hat. Sondern weil er oder sie:
- ein klares Problem löst oder eine Frage beantwortet,
- für die Zielgruppe verständlich und nützlich ist,
- logisch aufgebaut und gut strukturiert ist,
- und im besten Fall sogar ein bisschen SpaĂź macht zu lesen.
Klingt simpel, ist es aber nicht. Im Gegenteil. Aber umso wichtiger ist es, sich vor dem Erstellen einmal Gedanken zu machen. Denn: Ein guter Inhalt beginnt vor dem Schreiben. Mit Zielgruppenanalyse, einer Themenrecherche und einem klaren Verständnis der Suchintention. Alles andere ist Roulette.
Also, die Moral von der Geschicht’: Nicht einfach drauf losschreiben und versuchen, die Konkurrenz mit doppelt so viel Text und fancy Bildern zu übertrumpfen. Viel wichtiger ist es, erst einmal die richtige Richtung festzulegen, denn: Wer ohne Kompass losläuft, wird selten Marktführer. Höchstens Wanderer. Oder das Gesicht auf einem “Vermisst”-Plakat.