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Geschäftsführender Gesellschafter

AI-Content ist ein Brandbeschleuniger für Content-Mittelmaß. Wenn wir gehässig sein wollen – jeder, der mich kennt weiß, dass ich das nie™ bin – dann könnten wir sagen: Fragen wir doch mal Publisher, die kennen sich damit aus.

Das ist keine neue Entwicklung durch AI. Publisher sind seit 20 Jahren darauf getrimmt, möglichst schnell, möglichst viel, möglichst laut zu veröffentlichen. Dafür werden DPA-Feeds indexiert und die Artikel noch mal optimiert. Erfolgreiche Artikel werden immer wieder republiziert, ohne dass wirklich sinnvoller Mehrwert geschaffen wurde. Mit 

  • erodierenden Werbe-Erlösen 

  • und geringer Abo-Bereitschaft durch Kostenloskultur 

  • sowie dem Unbundling der News (ich lese nicht mehr eine Zeitung, sondern aus dem Kontext gelöste Häppchen überall)

bleibt Publishern aber auch oft nicht viel übrig. Google Discover beschleunigt diese Entwicklung noch mal.

Für Google ist das ein Problem. Kein User möchte 900x die gleiche DPA-Meldung in den Suchergebnissen sehen. User wollen:

  • Fakten und Hintergründe

  • Meinungen

  • Erste-Hand-Informationen

(Zumindest sagen sie das. Meist wollen sie ja nur die eigenen Vorurteile in der Überschrift bestätigt sehen, einen bösen Kommentar hinterlassen und zur nächsten Meldung).

Google arbeitet daher im News-Produkt schon länger daran, wertvolle Inhalte zu erkennen und unterschiedliche Sichtweisen auf eine Story zu bieten. Dazu gehört nicht nur, dass in den letzten Jahren deutlich aggressiver dedupliziert wird, sondern unter anderem auch das „häufig zitiert" Label (das man in Deutschland allerdings selten sieht.).

Jetzt hat Google noch mal zusammengestellt, wie sie das Thema angehen.

Wer jetzt denkt: „Das ist ja aber alles nicht neu.": Der hat recht.

Die Kommunikation war hier ein wenig unglücklich. "we developed a system" klingt so, als wäre etwas Neues gebastelt worden. Spannend finde ich die Formulierung:

"A few of the most prominent signals are:"

Prominente Signale müssen ja nicht die wichtigsten Signale sein.

Die Zusammenfassung läuft aber auf folgende Punkte hinaus:

  • Schreibst Du häufiger über ein Thema (und vor allem in der Tiefe), dann wirst Du einen Bonus für dieses Thema erhalten

  • Regionale Publisher sollen zu regionalen News bevorzugt werden (Meine Wahrnehmung: In amerikanischen Maßstäben ist Deutschland eine Region. Mit anderen Worten: Hier kann Google noch viel besser werden)

  • Zitieren Dich andere und geben Dich als Quelle zum Thema an, dann ist das gut für Dich (ach?)

  • Die Glaubwürdigkeit eines Publishers ist ein wesentliches Merkmal. (The Trust Project und News Guard kennst Du, oder?)

Google versucht durch diese Kommunikation nochmal Raum für qualitativen Journalismus zu schaffen und durch Kommunikation die Flut von unredigiertem AI-Schrott zumindest auf professioneller Ebene einzudämmen.

Am Ende ist es aber mehr eine Frage, die sich Publisher generell stellen sollten: Möchtest Du schnelllebige, mehrfach durchgekaute Inhalte veröffentlichen oder individuellen Content mit Mehrwert? Und was machst Du, wenn AI das Posten von DPA-Meldungen übernimmt?

Geschäftsführender Gesellschafter

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