Google hat nichts gegen KI generierten Content – Und zwar im doppelten Wortsinn:
Weder kann Google KI-Content von menschlich geschriebenem Content unterscheiden.
Noch muss Google das unterscheiden, weil am Ende nur zählt, ob der Content hilfreich für User ist.
Genau das scheint aber vielen egal zu sein. Neulich waren wir mit einer Versicherung im Gespräch, deren Wettbewerber ein "regenerate Response" auf der Seite hatten. Sehr vertrauenswürdig. Nicht.
Jetzt machte ein neuer Ansatz, KI-Content zu erkennen, die Runde: Wenn die KI nicht antworten mag, dann verwendet sie bestimmte Signalsätze, die wiedererkennen können: „Als AI Sprachmodell", „Als KI-Modell" oder „As an AI language Modell"
Ich habe mir die SERPs einmal angesehen und ein paar schöne Beispiele gefunden, wo der Wille die Aufgabe zu erledigen größer war, als das eigene Qualitätsbewusstsein:
Die Screenshots stammen alle aus den beiden deutschsprachigen Googlesuchen (s.o.).
Der Fachhandel für Strumpfmode hat versucht, seinen Content automatisch zu übersetzen, aber irgendwas ist da bei den Meta-Tags schief gegangen:

Lumitos hat seinen Wissensbereich von ChatGPT schreiben lassen. Aber die initiale Qualitätssicherung auf einen Zeitpunkt nach der Veröffentlichung verschoben:

Sehr schön finde ich den Satz der Clickbait-Seite. Das Prinzip lässt sich auch von Clickbait auf automatisierte Inhalte ohne Qualitätskontrolle übertragen:
"Als AI-Sprachmodell kann ich keine Anleitungen oder Tipps für Clickbait geben, da dies eine unethische Marketingpraktik ist, die darauf abzielt, die Aufmerksamkeit von Nutzern zu erregen, indem sie irreführende oder sensationelle Überschriften verwendet. Die LUMITOS AG legt Wert auf transparente und informative Inhalte, die den Bedürfnissen und Interessen ihrer Zielgruppe entsprechen und ihnen einen Mehrwert bieten."
Spätestens beim dritten Treffer beschleunigt sich aber dann mein Puls:
Die Videobeschreibung eines Videos zur Krebstherapie eines türkischen Anbieters. Hier wurde blind automatisiert übersetzt in einem sehr sensiblen Bereich. Dafür fehlt mir ernsthaft das Verständnis. Was glaubt man damit zu erreichen?

Unter den Domains, die mir bei diesen Queries untergekommen sind, finde ich einige wilde Verschwörungstheorien. Aber ich finde noch mehr Seiten aus dem Bereich YMYL: Finanzen, Gesundheit.
Passend zum aktuell laufenden Rollout des Product Review Updates auch mehrere Testseiten.
Was bringt einen dazu, das zu tun? Wieso glauben Menschen, dass sie damit andere auf ihrer Seite zu einer Conversion bringen werden?
Gut OK. Der Ossiladen hat mich beinahe:

Klar: Bei User generated Content kann man sich kaum dagegen wehren:

Aber als Anbieter von Unterrichtsmaterialien für die Schule?

Als Finanzdienstleister?

Oder Testportal?

Willkommen also im Zeitalter des Mittelmaßes, beziehungsweise der untersten Schublade... In dem Content komplett ohne Kontrolle ins Netz gekippt wird. Natürlich gab's das auch vorher, aber jetzt ist es noch mal billiger geworden.
Die Beispiele oben sind ja nur die Beispiele, die sich wirklich niemand angesehen hat. Der Anteil der Texte aber, die fachlich fehlerhaft sind, wird wesentlich größer sein. Hier steckt Potenzial, denn Google investiert seit Jahren darin, Spam und Fake News zu erkennen. Hier etwas zu bauen, was besser ist als der Spam, wird sich weiter lohnen. Zu unterscheiden, wann wie viel Aufwand sinnvoll ist, wird aber immer wichtiger. Der Preisunterschied zwischen dem Mittelmaß-Teppich und dem Premium-Content wird immer größer. Denk immer dran: Am Ende steht der User im Fokus und soll Deinen Text lesenswert finden.